VCP Bundeslager | 29.7. bis 7.8.2010 in Almke

Verpflegung

Verpflegung, Fragen und Antworten

Der Lagermarkt heißt jetzt Lebensmittelversorgung? Warum das?

Die Lebensmittelvorsorgung wird auf dem BuLa ziemlich anders sein, als bisher – deshalb auch der neue Name. Auf dem Bundeslager wird auch im Sinne des Leitmotivs von Robert Baden-Powell gekocht werden – hinterlasse die Welt ein bisschen besser, als Du sie vorgefunden hast. In diesem Sinne werden wir die Lebensmittel nach der Maßgabe „regional und saisonal“ einkaufen.

Karte unsere Lieferanten & Erzeuger.

Könnt ihr euer Konzept in 5-6 Sätzen beschreiben? 

Das Verpflegungskonzept setzt – soweit es sinnvoll und finanziell machbar ist – auf saisonale Produkte aus der unmittelbaren Umgebung des Lagerplatzes, also aus einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern um Almke herum. Damit wollen wir lange Transportwege sowie energieaufwändige Lagerung und Konservierung vermeiden. 90 Prozent der Lebensmittel bekommen wir direkt von ca. 40 verschiedenen Erzeugern der Region, in großen Gebinden, frisch und ohne Vorbehandlung. Nur das, was in der Region nicht angebaut oder produziert wird, beziehen wir über den Großhandel aus einem größeren Umfeld. Natürlich achten wir bei den Produkten auch auf die Anbauweise, dass heißt, sofern wir es uns finanziell leisten können, bevorzugen wir Produkte aus biologischem Anbau. Darüber hinaus werden wir möglichst vielen Teilnehmenden die Möglichkeit verschaffen, durch Besuche bei unseren Lieferanten die Herstellung „unserer“ Lebensmittel kennenzulernen. Wir werden unser Gemüse selbst ernten, unsere Käsebäuerin wird uns die Käseproduktion zeigen, der Bäcker lädt in seine Backstube zum Mitbacken ein, und so weiter.

Was sind die wesentlichen Unterschiede zum letzten Bundeslager?

Für euch besteht der größte Unterschied in der Umstellung vom Supermarkt auf ein Kistensystem. Vor dem Lager wählt jede Gruppe zwischen mindestens drei verschiedenen Rezepten pro Tag aus. Dafür beschaffen wir dann für euch genau die benötigten Lebensmittel, und geben sie täglich am Nachmittag für die nächsten drei Mahlzeiten (abend, früh, mittag) aus. Verderbliche Lebensmittel wie z.B. frische Milch oder Aufschnitt, bekommt Ihr zusammen mit den Brötchen in einer zweiten Kiste jeweils vor dem Frühstück. Und damit auch wirklich jeder satt wird, passt unser Computer-Programm die Mengen je nach Zusammensetzung der Gruppen automatisch an. Wir nennen das bei uns den „Hungerfaktor“. Der zweite wesentliche Unterschied besteht in dem Umgang mit Verpackungen. Wir werden so weit wie möglich auf Einweg-Verpackungen verzichten, sondern mit Mehrwegverpackungen arbeiten. Der dritte wesentliche Unterschied liegt in der Verwendung frischer, nicht vorverarbeiteter Zutaten, die beim Kochen etwas mehr Arbeit machen. Eine Spaghettisauce selbst aus frischen Zutaten zu kochen, dauert eben etwas länger, als einfach nur eine Dose zu öffnen und heiß zu machen. Dafür schmeckt es aber auch viel besser, versprochen. Plant also bitte vielleicht einen Küchenhelfer sowie einen Kochtopf und ein Schälmesser mehr ein.

Errechnen die Gruppen die Mengen selber, die sie kochen werden?

Unsere Verpflegungssoftware ermittelt die exakten Mengen pro Kochgruppe und wir packen die Artikel danach in die Kisten. Wir geben euch spätestens am ersten Lagertag ein Kochbuch mit Rezepten, die ihr während des Lagers kochen könnt. Damit auch hungrigere (oder weniger hungrige) Gruppen satt und glücklich werden, passen wir bestimmte Artikel dem „Hungerfaktor“ mengenmäßig an.

Wie organisieren sich die Kochgruppen und wie wird gezahlt?

Meistens ist die Kochgruppe gleichbedeutend mit der Gruppe oder dem Stamm. Sie sollten jedoch aus mindestens zehn Personen bestehen – kleineren Gruppen empfehlen wir, sich zusammentun. Nach oben hin sind die Gruppen offen. Ihr könnt zu zehnt oder zu fünfzigst sein. Eine „Zahlkarte“ von der Ihr euer Essen bezahlt wird es auf dem Bundeslager nicht mehr geben – alle Kosten für das Essen sind im Lagerbeitrag enthalten.

Werden Allergien, Unverträglichkeiten und Besonderheiten bei der Verpflegung berücksichtigt?

Ernährungseinschränkungen oder -vorgaben werden bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern vorher abgefragt und berücksichtigt. Es wird also Alternativen für bestimmte Produkte geben – z. B. Nudeln ohne Ei.

Wo erhalten die Gruppen Artikel wie z. B. Spülmittel und Toilettenpapier?

Es gibt eine Grundausstattung mit den Dingen, die für den Lageralltag wichtig sind (Spülmittel, Zucker, Mehl, Salz, etc.). Sollte euch etwas ausgehen, bekommt ihr im Austausch gegen die leeren Behälter gerne Nachschub. Beim Sondereinkauf könnt ihr weitere Artikel – von Zahnbürste bis Geburtstagskuchen – bestellen, die ihr bitte extra bezahlt.

Wann werden die Kisten am Tag ausgegeben?

Es gibt pro Tag zwei Kisten. In der „Frühkiste“ sind die frischen Artikel für das Frühstück (Milch, Brötchen, etc.) und ggf. für das Mittagessen. In der „Spätkiste“ sind die Lebensmittel für das Abendessen und ggf. für das Frühstück und Mittagessen des nächsten Tages. Die Kisten erhalten ihr morgens zwischen 7:00 und 8:30 Uhr und nachmittags von 15:00 bis 17:00 Uhr.

Müssen sich die Gruppen selbst Behälter organisieren, um Lebensmittel aufzubewahren oder gibt es ausreichend Kisten?

Wir kümmern uns darum, dass es immer genügend Kisten und Behälter gibt, die die Gruppen erhalten. Im Lageralltag wird das so funktionieren, dass die Gruppen ihre Kisten von der Verpflegung mitnehmen und zum nächsten Ausgabezeitpunkt wieder mitbringen. Wenn ihr alle Kisten zurückgebracht habt, erhaltet ihr neue Kisten.

Was ist, wenn ich nicht weiß, wie ich was zubereiten soll? Kann das passieren? Dann stehe ich da mit einer Kiste voller Sachen, die ich noch nie gesehen habe…

Keine Sorge, es wird ein Kochbuch geben, in dem alle Rezepte detailliert beschrieben sind und wie sie zubereitet werden sollen. Es wird aber schon so sein, dass durch die frischeren Lebensmittel etwas mehr Aufwand auf die Küchenteams zukommen wird. Teilweise muss man einfach mit ein paar mehr Leuten in der Küche stehen. Um es aber so einfach wie möglich zu machen, werden wir im Vorfeld des Lagers ein paar Kochwochenenden anbieten – dort können sich die Küchenteams schon einmal vertraut machen mit unserem Konzept und bereits erste Rezepte mal ausprobieren. Auf dem Lager selber stehen wir den Gruppen natürlich auch zur Verfügung. Zum einen sind die Teams an der Kistenausgabe schon mit Rat, Tat und Tipps zur Stelle. Zum anderen haben wir uns ein besonderes Schmankerl ausgedacht – frei nach Lafer und Co werden wir Showküchen haben, in denen sich die Küchenteams jeweils die Gerichte für den nächsten Tag anschauen können und im Zweifelsfall noch einmal lernen, wie welcher Arbeitsschritt geht und was in welchem Moment in den Topf kommt.

Was ist noch wichtig?

Wichtiger als früher ist, dass wir rechtzeitig wissen müssen, wie viele wir auf dem Bundeslager sein werden. Das heißt: Ihr müsst euch so früh wie möglich für das Lager anmelden – nur dann können unsere Lieferanten die richtige Menge Kartoffeln oder Salat anbauen. Mit frischen Lebensmitteln zu kochen, kostet etwas mehr Aufwand und Zeit. Versucht deswegen erfahrene Stammesköchinnen und -köche zu finden, die mithelfen und plant etwas mehr „Küchenpersonal“ ein. Wir werden für die Stammesköchinnen und -köche und solche, die es werden wollen, im kommenden Jahr vom 11. bis 13. Juni 2010 ein Kochwochenende veranstalten. Hier werden wir uns Samstag und Sonntag hinter die Hockerkocher klemmen, viele Tipps geben und Rezepte, die es auf dem Lager geben wird, zur Probe kochen. Mehr Informationen dazu geben wir euch bald. Auf dem Lager selber könnt ihr dann nicht nur miterleben, wie die Lebensmittel zu uns ins Lager kommen, sondern auch die Produktionsbetriebe (z. B. die Bäckerei oder die Käserei) kennenlernen oder bei der Ernte mithelfen.

 Konzeption Verpflegung
 Kochbuch

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