An den Sternen vorbei

von Verena Kunberger

Mit dem Jahre 2017 geht auch ein großes Jahr der Planetenmissionen zu Ende. Am 15. September verglühte die Cassini-Sonde in der Saturnatmospäre. Dreizehn Jahre lang erforschte die Sonde den Jupiter mit seinen Ringen und seinen Monden. Dabei setzte sie den europäischen Lander „Huygens“ auf der Oberfläche des Mondes Titan ab, von dort sendete er erfolgreich Bilder und Daten zurück zur Erde.

Doch Cassini und Huygens waren nicht der einzige Höhepunkt in diesem Jahr: Die Voyager Sonden feierten ihr 40-jähriges Jubiläum. Viele Jahre lang schickten sie bemerkenswerte Bilder von den äußeren Planeten zu uns, doch so langsam bricht der Funkkontakt ab und die Systeme werden nach und nach abgeschaltet. Allerdings ist ihre Mission noch nicht zu Ende. Voyager 1 verließ bereits 2012 unser Sonnensystem und befindet sich mehr als 20 Milliarden Kilometer von uns entfernt. Beide Voyager Sonden enthalten Informationen über die Erde, Grußbotschaften in vielen Sprachen und Musik und Geräusche der Erde auf einer goldenen Schallplatte. Vielleicht erreichen die Sonden irgendwann einen bewohnten Planeten und seine Bewohner können diese Informationen auswerten.

Natürlich schwingt bei solchen Missionen immer die Frage mit: Was haben wir eigentlich davon?

Nun, die Cassini-Mission konnte uns beispielsweise bestätigen, dass der Saturn-Mond Enceladus einen flüssigen Ozean unter seiner Eisfläche haben muss. Auf den Bildern der Sonde sind Eis-Geysire zu sehen, das heißt, es ist möglich, dass es dort Leben gibt. Durch Huygens konnte der Mond Titan noch genauer untersucht werden und man fand heraus, dass es dort große Seen aus Kohlenwasserstoffen gibt, die sich ähnlich wie die Salzseen auf der Erde verhalten. Außerdem ist Titan der einzige Himmelskörper außer der Erde, der einen ähnlichen Flüssigkeitskreislauf besitzt. Durch solche vergleichbaren Prozesse auf anderen Himmelskörpern ist es möglich, Theorien und Modelle zu testen und zu überprüfen und unseren Planeten besser zu verstehen. Auch die Erde sah einst Titan sehr ähnlich, bevor Blaualgen anfingen Sauerstoff zu produzieren. Forscher hoffen nun darauf, auf Titan primitives Leben zu finden.

Eine andere europäische Mission, die sehr erfolgreich war und viele neue Erkenntnisse brachte, war die 2016 zu Ende gegangene Rosetta-Mission mit dem Lander Philae. Rosetta war die erste Mission, die sich einem Kometen genähert hat und einen Lander darauf abgesetzt hat. Noch lange wird der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko die Wissenschaftler beschäftigen. Als Philae landete, startete er seine Messungen mit Massenspektrometer und Gaschromatograph. Dabei fand er Moleküle, die zur Bildung von Aminosäuren, Zucker und den Nukleinbasen der DNA notwendig sind, also für die Grundbausteine von Leben. Der Fund auf einem Kometen deutete daraufhin, dass diese Moleküle bereits vorhanden waren, als sich das Sonnensystem bildete.

Das Spektrometer von Rosetta untersuchte den Wasserdampf von „Tschuri“, der sich von der Kometenoberfläche löste. Dabei wurde festgestellt, dass das Wasser auf dem Kometen ganz anders ist als das auf der Erde. Es enthält viel mehr Deuterium, ein Wasserstoffatom mit einem zusätzlichen Neutron im Kern, deshalb wird es auch schweres Wasser genannt. In Kombination mit anderen Elementen konnten die Wissenschaftler dadurch Rückschlüsse auf das Alter des Kometen ziehen. Sie fanden heraus, dass der Komet sehr alt sein muss und aus kalten Komponenten von interstellaren Wolken entstand, statt aus dem warmen Nebel, der die Sonne nach ihrer Entstehung umkreiste und aus dem unsere Planeten entstanden sind.

Solche Erkenntnisse sind sehr wertvoll, um die Entstehung von unserem Sonnensystem und dem Leben auf der Erde zu verstehen. Wenn wir diese Vorgänge besser kennen, fällt es uns vielleicht leichter, auf Veränderungen auf unserem blauen Planeten zu reagieren und ihn zu schützen.

Noch viel wichtiger ist, dass uns solche Missionen zeigen, was „da draußen“ ist und dass wir in der Lage sind es durch Anstrengung und Zusammenarbeit erreichen zu können. Herausforderungen annehmen und die Geheimnisse des Kosmos erforschen, das war auch ein Anliegen von Neil Armstrong, dem ersten Menschen und Pfadfinder auf dem Mond. Er sagte: „Der wichtige Erfolg von Apollo war es, zu demonstrieren, dass die Menschheit nicht für immer an diesen Planeten gebunden ist und unsere Visionen weitergehen und dass unsere Möglichkeiten unlimitiert sind.“

Deshalb werden auch in Zukunft Sonden, Rover und Menschen zu den anderen Planeten in unserem Sonnensystem aufbrechen und dort nach neuen Erkenntnissen forschen. So entdeckt „New Horizons“ gerade den Pluto und andere Objekte am Rande des Sonnensystems, Juno untersucht den Jupiter und seine Monde, BepiColombo soll in diesem Jahr zum Merkur starten und 2020 soll der Rover ExoMars nach Spuren von Leben auf dem Mars suchen.

 

Unnützes Wissen: Es gibt einen Planeten, der nur von Robotern bevölkert ist: Der Mars!

 

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Paxi
Foto: ESA/NASA

 

Paxi ist ein Alien eines anderen Planeten und erklärt dir die Erde und den Weltraum. Das Maskottchen von ESAKids war schon auf der ISS und begleitet auf den sozialen Medien die Astronauten und Missionen der ESA.

Unter http://www.esa.int/esaKIDSen/  findest du Videos und viele Informationen zu Raketen oder dem Leben im Weltraum.