Der VCP feiert die Reformation – die ChurchNight auch

Der VCP startet dieses Jahr ins Reformationsjubiläum. Am 31.10. 2015 soll an möglichst vielen Stämmen und Orten, in Bezirken und Ländern eine Veranstaltung zur Reformation stattfinden. Die Fachgruppe Christliches hat eine Handreichung mit Vorschlägen für die Gestaltung einer Auftaktveranstaltung erstellt. Sie ist auf vcp.de downloadbar und wird im September mit dem Stammesversand verschickt. Die Idee, am 31.10. jugendgemäße und moderne Veranstaltungen zum Thema Reformation zu machen, ist nicht ganz neu. „ChurchNight“ macht das seit Jahren. Und zwar so erfolgreich, dass einige ihrer Ideen Einzug in die Handreichung fanden.

Wir haben Franziska Töpler von ChurchNight und Rainer „Bosse“ Bosshard aus der Fachgruppe Christliches befragt.

anp: Was ist die „ChurchNight“?

Franziska Töpler: Die ChurchNight ist eine Kampagne des Evangelischen Jugendwerkes in Württemberg (EJW) und ein Modellprojekt der EKD mit dem Ziel, die Bedeutung der Reformation in die Köpfe der Menschen zu bringen.

anp: Wie sieht das aus?

Franziska Töpler: ChurchNight ist der Titel für viele verschiedene Veranstaltungen ganz unterschiedlicher Formate. Die Gemeinsamkeit ist, dass sie am 31. 10. stattfinden und sich dabei um Reformation und Luther drehen.

anp: Wie kam es zu der Kampagne?

Franziska Töpler: 2006 entstand die Idee als eine Aktion innerhalb des EJW. Die Idee wurde relativ schnell ein Modellprojekt für ganz Deutschland. Etwa 800 ChurchNight Veranstaltungen fanden letztes Jahr statt! Denn der Bedarf war und ist einfach da. Am 31.10. passiert viel, aber nur sehr wenig zum Reformationstag. ChurchNight schafft es Themen der Reformation jugendgemäß und modern in die heutige Zeit zu übersetzen.

anp: Was feiert man eine ChurchNight?

Franziska Töpler: Man braucht einen Ort und Leute, die die Veranstaltung vorbereiten und durchführen, idealerweise am 31.10. . Aber nicht immer liegt dieser Termin so günstig wie dieses Jahr. Deshalb setzen wir einen Veranstaltungszeitraum, der die Wochenenden vor und nach dem 31.10. mit einbezieht. Außerdem freuen wir uns, wenn die geplante Veranstaltung auf churchnight.de eingetragen wird. Denn ChurchNight ist ein Netzwerk und lebt von der Verbindung zwischen den Veranstaltern.

anp: Was wurde schon alles in Rahmen der ChurchNight gemacht?

Franziska Töpler: Jugendgottesdienste, Straßentheater, Mittelalter- Märkte, große Konzerte, Übernachtungen in Kirchen, Verteilaktionen mit selbstgebackenen Lutherbrötchen, Abseilen vom Kirchturm…Auf churchnight.de gibt es eine Fülle an Materialien: Hintergrundwissen, Predigtentwürfe, Methoden, Berichte über bereits gelaufenen Veranstaltungen an. Muss sich nur als Nutzer registrieren. 2015 lautet das Jahresthema an Anlehnung an die EKD Reformationsdekade „Dein Bild“.Es ist vor allem als Anregung für Veranstalter gedacht, die regelmäßig ChurchNights durchführen, aber auch für „Einsteiger“ geeignet.

anp: Bosse, wie kamst du auf die Idee, im Rahmen einer VCP Auftaktveranstaltung eine ChurchNight zu feiern?

Bosse: In einem Artikel im UnterUns (der Zeitschrift des EJW) bin ich auf ChurchNight aufmerksam geworden. Das konnte ich mir auch gut für den VCP vorstellen. Die Kampagne könnte auch ein wichtiger Gegenpool zu dem Hype um Halloween sein. Außerdem hat mir das Motto gefallen: Hell.wach.evangelisch. Das sind wir im VCP doch auch, oder? Ich werde dieses Jahr in einem Stamm selbst eine durchführen.

anp: Was gefällt dir an ChurchNight?

Bosse: Dass wir unseren evangelischen Glauben auch außerhalb von herkömmlichen Sonntagsgottesdiensten zeigen können.

anp: Welche Ideen für eine ChurchNight hast du für die Handreichung Reformation entwickelt bzw. übernommen?

Bosse: Ich habe eine Reformationsfeier ausgearbeitet und Vorschläge gemacht, wie ein Jugendgottesdienst in einen pfadfinderischen Rahmen eingebettet werden kann. Die Vorschläge für eine Übernachtung in der Kirche für Kinder sowie die Aktion Lutherbrötchen habe ich auch übernommen.

anp: Was wünscht du dir für die Auftaktveranstaltung Reformation im VCP?

Bosse: Dass sich möglichst viele Stämme, Orte, Bezirke und Länder an einer Auftaktveranstaltung beteiligen und wir einen Superstart in das Reformationsjubiläum hinbekommen. Und: dass die Botschaft der Reformation bei den Pfadfinderinnen und Pfadfinder ankommt.