Vorbei

Ein Beitrag zu ‚Grenzen‘ von Judith Herbener aus der Fachgruppe achtsam & aktiv.

Vorbei, das setzt eine Grenze voraus, eine Regel, ganz klar und deutlich oder still und leise, vielleicht sogar unbewusst. Vorbei, das bedeutet, die Grenze wurde überschritten. Das kann positiv oder negativ sein.

Damit etwas vorbei sein kann, muss zuerst eine Regel vereinbart werden: Das ist das Spielfeld und das ist der Rand, wer darüber schreitet ist raus. Die Zeit ist um, ein Pfiff ertönt. Das Spiel ist vorbei.

Manche Grenzen sind klar definiert, andere sind unscharf und verschwommen. Es gibt Signale, die wahrgenommen werden müssen, um zu verstehen, wo die Grenze verläuft. Überall begegnen uns Grenzen.

Es gibt Grenzen, die gesetzlich geregelt sind. Und Regeln und Richtwerte, die uns von anderen gesetzt werden – zum Beispiel von unseren Eltern, Lehrer*innen und Gruppenleiter*innen. Wenn wir diese Grenzen überschreiten, gibt es Konsequenzen.

Grenzen haben einen Grund. Eine Regel oder eine Grenze verletzen, das klingt nicht gut, das tut weh.

Es gibt Grenzen, die wir selbst setzen. Persönliche Grenzen sind meist „nur“ ein Gefühl, aber deshalb sind sie genauso real. Meine Grenzen sind mein Reich. Ich entscheide über den Bereich, in dem ich mich wohlfühle, meine Komfortzone.

Manchmal müssen die eigenen Grenzen erforscht werden. Ich kann mich selbst herausfordern, ein kleines Stück aus meiner Komfortzone heraustreten und mich etwas zu trauen. Dabei kann ich über mich hinauswachsen und meine Komfortzone erweitern, oder vielleicht überfordere ich mich – dann weiß ich, wo meine Grenze ist. Manche Dinge muss ich aber nicht ausprobieren, um zu wissen, dass ich sie nicht mag.

Grenzen verändern sich. Sie können sich verschieben, erweitert oder eingeengt werden.

Ich weiß nicht, wo die Grenzen anderer liegen. Um das herauszufinden, muss ich sie austesten. Dabei überschreite und verletze ich diese oft unabsichtlich. Und ohne zu merken, dass da eine Linie war. Dann muss mein Gegenüber seine*ihre Grenzen verteidigen. So, wie ich meine Grenzen abstecken muss – oder die Grenzen anderer – wenn ich merke, dass jemand diese unabsichtlich oder absichtlich überschreitet.

Im VCP wollen wir achtsam und sensibel mit den eigenen und der anderen Grenzen umgehen. Die Fachgruppe achtsam & aktiv veröffentlicht in Kürze eine Methodensammlung für Gruppenstunden und Schulungen. Gruppenleiter*innen und Schulungsmitarbeiter*innen erhalten hier eine Vielzahl an Anregungen, wie sie mit Pfadfinder*innen aller Altersstufen zum Thema Prävention arbeiten können.

Bei Fragen rund um das Thema Prävention wende dich an unsere Präventionsbeauftragte und zuständige Referentin in der Bundeszentrale Esther Koch esther.koch@vcp.de oder an die Fachgruppe achtsam & aktiv fg.achtsamundaktiv@vcp.de