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Eine große Familie – das Familienteillager auf dem Bundeslager



 



 



 

Christof Rösel und Jürgen Geuß (Fonse)

Als wir uns im August 2013 entschlossen haben, das Familienteillager auf dem BULA 2014 zu leiten, wussten wir nicht was und wer auf uns zukommen wird. Darin lag für uns der Reiz dieser Aufgabe.
Die zwei Vorbereitungstreffen waren gar nicht so unterhaltend, wie wir es uns vorgestellt haben. Hier zeigte sich bereits, dass im Familienteillager vieles anders als in den anderen Teillagern ist:
Anders als andere Teillager…

Zum einen waren unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer volljährig, wenn nicht, waren deren Erziehungsberechtigte dabei. Von der Bundesversammlung hatten wir die klare Aufgabe, die Begegnung zwischen erwachsenen Pfadfinderinnen und Pfadfindern zu ermöglichen und bei den noch jungen Teilnehmenden die Lust auf die Pfadfinderei zu wecken. Das Familienteillager soll nicht das Kinderbetreuungszentrum für das Mitarbeiterteillager sein, sondern eigenständiges Programm und Profil entwickeln. Außerdem wollten wir unseren Teilnehmenden den Blick auf die aktuelle VCP-Arbeit ermöglichen. Mit diesen Zielen starteten wir die Vorbereitung.
Dazu haben wir nach der Anmeldephase im April, über E-Mail eine Begrüßungsrunde eingeleitet, bei der sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegenseitig vorstellten. Dies gab uns die Möglichkeit, das Lager und Thema im Vorfeld darzustellen und zu organisieren. Die Teilnehmer lernten sich dabei untereinander kennen. Die Resonanz war überraschend gut und hat sich als äußerst motivierend auf den Lagerablauf ausgewirkt. Durch diese Maßnahme konnten wir unseren dritten Teillagerleiter rekrutieren: Günter Rüß und seine Freunde aus dem Schachener Umfeld stellten eine Küche, die 100 Personen über die Lagerdauer verpflegen konnten. Er organisierte auch während des Lagers die Küchenteams und war mit seiner Geduld und Ausdauer das Rückgrat des Lagers.

So starteten wir unser Familienlager am 05.08. auf dem Schachen. Im Vorfeld bauten wir eine Dreier-Jurtenburg als Versammlungszelt auf. Die Küche wurde schon im Vorfeld für das Mitarbeiterteillager aufgestellt. Am 06.08. waren die meisten des Kernteams (ca. 80 Pfadis plus Angehörige) schon angereist und hatten sich eingerichtet. Unser Teillager befand sich neben dem Mitarbeiterteillager oben am Schachen, damit abseits vom großen Hauptlager: bis zum Verpflegungszelt waren es ca. 2000 m, zur Toilette ca. 500 m, also ein tägliches Fitnessprogramm für alle.

Geregelter Tagesablauf mit Andacht und Gottesdienst

Wir drei Teillagerleiter legten Wert auf einen geregelten Tagesablauf und setzen diesen auch um. Vor dem gemeinsamen Frühstück gab es eine Andacht, für viele erwachsene Teilnehmende bildete der Abendgottesdienst der Lagerkirche den Tagesabschluss. Zwischen den Mahlzeiten (abends warm) gestaltete sich das Programm. Zum Thema passend, wurden aus Abfällen Boote mit Dampfantrieb (Knatterboote) gebastelt. Diese wurden dann auf der Expo im selbstgebauten Pool vorgeführt und dem Publikum erklärt.
Aus bunter Fallschirmspringerleine wurden allerlei Kordeln und Ketten geknotet. In unserer Jurtenburg stellten wir täglich die Perlen des Glaubens vor. (Die Perlen des Lebens, auch Perlen des Glaubens genannt, sind ein Perlenband, das 1995 von Martin Lönnebo, einem Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Schweden, entwickelt wurde. Bei der aus 18 Perlen bestehenden Kette hat jede Perle eine Bedeutung, steht für eine Lebensfrage, einen Gedanken oder ein Gebet. Anm. der Redaktion)
Über die Bundeszentrale konnten wir den Referenten Carsten Meyer für thematisches Geocachen gewinnen. An zwei Tagen erläuterte er mit praktischen Beispielen die Möglichkeit, Geocachen methodisch für die Jugend-und Erwachsenenarbeit einzusetzen.
 
Kochen war Pflichtdienst
Die Arbeitskreise waren offen gestaltet und wurden über das ganze Lager angeboten, so dass jede und jeder daran teilnehmen konnte. Eine tägliche arbeitsintensive Herausforderung war das Kochen. Nicht alle Kochgruppen hatten die Erfahrung und Routine in der Essenszubereitung für meistens über 100 Personen. So wurde die Küchenorganisation während des Lagers umgestellt. Die Essenszubereitung entwickelte sich zusammen mit den anderen Pflichtdiensten (Waschraumreinigung, Lagerwache und Essenstransport) zum täglichen „Arbeitskreis“.
Unsere Abende gestalteten wir, soweit es kein Hauptlagerprogramm gab am Feuerring mit Gitarre und lauten Liedern. Viele aus unserem Teillager trafen wir nach dem Nachtgottesdienst in den Oasen des Bundeslagers wieder. Zu unserer Beruhigung hatten die Minderjährigen  immer ihre Eltern dabei!
Die Eltern waren auch ein Vorteil bei der Räumung unseres Teillagers am Sonntag 08.08.2014. Die meisten hatten ein Auto dabei und sogar Verwandte im Umkreis von 100 km. Für uns als Teillagerleitung war die Räumung durch deren eigenen Fuhrpark und Organisationstalent keine große Sache –aber spannend. Unterwegs gabelten wir noch 10 weitere Pfadis auf, die wir auch in unserer Schule unterbrachten. Auf die vom BRK angekündigten Feldbetten und Decken warten wir noch heute, aber dies störte die gute Laune und Stimmung nicht. Am Montagmorgen (gegen 9.00 Uhr) ging es mit Volldampf wieder zurück ins Lager und mit Volldampf nahmen wir wieder Fahrt in das Lagerprogramm auf.

Highlight: Singewettstreit
Der Singewettstreit am vorletzten Lagerabend war ein Highlight im Lagerprogramm: es wurde auf Basis des Schlumpfliedes ein eigener Liedtext geschrieben, von den Jüngsten hochkonzentriert einstudiert und letztlich vor dem großen Publikum selbstbewusst vorgetragen. Wir durften leider nur außerhalb der Wertung teilnehmen – der 1. Platz wäre dem Familienteillager sicher gewesen!
Im Anschluss feierten wir in unserer Jurtenburg noch die Aufnahme von Karl-Heinz Rieth aus Coburg. Wer wollte, war aufgefordert von seiner Aufnahme zu erzählen, zusammen mit einer Tasse Tschai und bundesweitem Liedgut gab das dem Abend einen sehr feierlichen Ausklang, für uns wohl der schönste Abend des Lagers.
Während das Hauptlager durch die täglich ansteigenden Regenmengen versumpfte, hatten wir oben am Schachen noch einigermaßen festen und „trockenen“ Boden unter den Füßen. So hielten unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer gut gelaunt bis zum Schluss durch. Doch auch uns regnete es am Freitag richtig zu und wir konnten die Küchenzelte nicht mehr trocken abbauen. Günther und die „Ulmer“ erledigten das im kleinen Kreis am Sonntag – dafür sei allen Beteiligten nochmals gedankt.

Fazit:
Als kleinstes Teillager (bis zu 130 Menschen – genaues werden wir nie erfahren) waren wir am Schluss eine große Familie, ein Mehrgenerationenlager, von denen sich viele die Teilnahme am BULA 2017 fest vorgenommen haben.
Störend waren die vielen „Kurzzeitbesuche(r)“, die immer wieder neu eingewiesen und eingearbeitet werden mussten. Drei bis vier Nächte sollte die Mindestverweildauer im Familienteillager sein, dann lassen sich die Dienste sinnvoll und fair verteilen und das Gemeinschaftserlebnis für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Sinne der Zielsetzung ist leichter zu erreichen. Und: Eine Lagerräumung sollte bei jedem Lager zum Programmpunkt werden!






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