Pfadis aus Simbabwe in Eis und Schnee: eine ganz besondere internationale Begegnung

von Therese Zimkowsky, Wolfsburg

Mit gesamt 11 Gästen aus Harare haben wir eine außergewöhnliche Zeit verlebt. Die Vorbereitung lief wie bei den meisten Internationalen Begegnungen in Wolfsburg schleppend an. Dieses Mal musste auch weit im Voraus eine Winterkleiderspende bzw. –leihe geklärt werden. Winterjacken und einiges andere Notwendige haben unsere Gruppenleitungen gespendet. Den Rest, besonders Schuhe, haben wir aus der Kleiderkammer des Sozialdienstes erhalten. Dorthin gingen auch alle Winterkleidungsstücke wieder zurück.

Viele Menschen machten die Begegnung zu einem Erfolg

Hans-Jürgen Poppek und Therese Zimkowsky haben die gesamte Maßnahme begleitet. An einigen Programmpunkten haben Gruppenleitungen teilgenommen. Besonders dankbar sind wir für die tolle Unterstützung von Lennart Ganninger, Luca Uhrig, Jonathan Sommer, Fabian Patzwaldt, Moritz Niedenführ, Svenja Krampitz, Jakob Dybowski. Von Tag zu Tag wuchs das Zusammenwachsen der „Kern“-Gruppe. Den Familienaufenthalt haben Astrid und Detlef Heide, Familie Dybowski, Familie Patzwaldt, Hiltraut und Hans-Jürgen Poppek sowie Therese Zimkowsky ermöglicht. Astrid, Detlef und Hiltraut waren auch immer zur Stelle, wenn wir sie für besondere Essensvorbereitungen anfragten.

Das Winterwetter hat erfreulicherweise mitgespielt zum eigentlichen Sinn des Winteraufenthalts. Anfangs war unser Besuch noch etwas vom milden Winterwetter enttäuscht, doch in der ersten Nacht in St. Andreasberg im Harz – vom 2. auf den 3. Januar – kam der ersehnte Schnee. Und der blieb bis zum Abreisetag liegen. Was für ein Glück. Es war nicht so viel, aber zum Rodeln und Schneemannbauen sowie für unvermeidbare Schneeballschlachten reichte es und sorgte für viel Spaß. Lediglich das Skifahren konnte nicht stattfinden.

Wolfsburg im weißen Winterkleid faszinierte die afrikanischen Pfadis

Besonders faszinierend fanden die Gäste die Rückkehr nach Wolfsburg und Almke. Das weiße Winterkleid hat die Stadt und den Jugendzeltplatz komplett verwandelt. Dank Autostadt und Grizzlys begann das Winterabenteuer bereits mit dem Eis. Das Schlittschuhlaufen auf der Eisbahn in der Autostadt ist bis zuletzt auch als Highlight von den Gästen beschrieben worden.

Hervorragend war die Kombination der IB mit der Winterfreizeit des Bezirks. Die Gäste haben die Tage vom 2. bis zum 5. Januar gemeinsam mit unseren Pfadfinderinnen und Pfadfindern genossen und erhielten einen Einblick in unsere Arbeit. In vielen Gesprächen haben sie mir erzählt, wie toll sie unsere Leitungen fanden. So etwas erleben sie in Zimbabwe nicht, war ihre einhellige Meinung. Das Lob gebe ich gern an unsere beteiligten Gruppenleitungen weiter. Das jeweilige Abendprogramm war lustig und bekam durch das Angebot der Zimbabwer, uns ihre traditionellen Tanzschritte beizubringen, eine einzigartige Note. Sie hinterließen uns ihre Tanzschritte zu den Trommeln und den Song: Black socks, they never get dirty ….

Nach dem Harzaufenthalt dominierten die Inhalte Jugendpolitik, die deutsche Geschichte – besonders während und nach dem 2. Weltkrieg. Letzter Punkt ist uns wichtig, weil die Aufarbeitung der Geschichte auf gleicher Augenhöhe mit jungen Zimbabwern angegangen werden kann. Zimbabwe heißt „Haus aus Stein“. Das Land blickt auf eine alte Geschichte mit hoher Kultur zurück, klammert aber fast ganz die Zeit der Kolonisierung aus und hinterlässt somit eine nicht verarbeitete Lücke, die von den Menschen nicht richtig verstanden wird. So ist es auch schwierig, Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.

Besonders gefreut haben wir uns, dass einige junge Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter aus Wolfsburg den Besuch in der Historischen Kommunikation bei VW mitmachen konnten und teils dafür Schulbefreiungen beantragten. Gerade auch für junge Wolfsburger ist es gut, mehr über die Rolle des Werks und die Situation der Zwangsarbeiter während der nationalsozialistischen Diktatur zu wissen. Das Thema hilft auch gerade im Zusammenhang mit unserem Namen „Paul Schneider“ zur wichtigem Hintergrundwissen.

An der Auswertung in Almke nahmen auch Gruppenleitungen teil. Lennart Ganninger und Jonathan Sommer unterstützten die Methode des Auswertung-Cafés, in dem sie Getränke mit Zuckerrand am Glas servierten.

Der Abschiedsabend war emotional und freundschaftlich. Das kurzweilige Programm sorgte für eine tolle Atmosphäre im „Rundling“ in Almke. Auch Mitglieder der Bezirksleitung waren dabei. Die Gruppe aus Zimbabwe zeigten das letzte Mal zwei ihrer Tänze in traditionellen Kostümen. Gerührt und fast ein bisschen beschämt nahmen wir die Geschenke an den Bezirk entgegen: Wir erhielten ihre Trommeln, die Rasseln und Beinrasseln.

Toll war, dass Lennart Ganninger, Moritz Niedenführ, Jonathan Sommer und Luca Uhrig die letzte Nacht in Almke verbrachten und mit Hans-Jürgen und mir nach Hannover zum Flughafen fuhren. Wir brachten ein Abschiedsständchen mit „Leaving on a jet plane“ und sorgten auch dadurch für einen emotionalen Abschied. Die vier haben uns danach das Aufräumen und Säubern in Almke abgenommen.

Rundum: Die Maßnahme war außergewöhnlich und hatte richtig tolle Begleiterinnen und Begleiter aus Wolfsburg, die zeigten, was VCP-Arbeit in Wolfsburg bietet und wie sie miteinander getragen wird. Dank an alle Beteiligten.