UNGUVU – dieses Wort begegnet uns immer wieder im internationalen Bereich

DSC00624

Was bedeutet UNGUVU?

Josephine Zana war im UNGUVU-Projekt beteiligt und erklärt, um was es sich dabei handelt.

UNGUVU: das Wort ist Suaheli und bedeutet so viel wie Stärke durch Gemeinschaft. Es war im Jahr 2011 das erste multilaterale Projekt von afrikanischen und europäischen Pfadfinderverbänden, die bei WOSM, dem Weltpfadfinderverband Mitglied sind. Beteiligt waren Deutschland, Großbritannien, Finnland, Portugal und Frankreich auf europäischer Seite, auf afrikanischer Seite waren Simbabwe, Malawi, Senegal, Burundi, Burkina Faso und Angola beteiligt.

Diese Verbände hatten schon alle Partnerschaften, teilweise ganz frische, andere Partnerschaften waren schon zwanzig Jahre alt. Sie sollten sich über diese Partnerschaften austauschen. Und zwar über alles, was zu einer Partnerschaft gehört. Über diese Phasen – man geht von acht Phasen in einer Partnerschaft aus – sollte ein Handbuch geschrieben werden. Ziel war die Dokumentation, aber auch bestehende Partnerschaften zu stärken und mit dem Handbuch interessierten Verbänden Mut zu einer Partnerschaft zu machen und ihre ersten Schritte zu begleiten.

The Africa Europe Partnerships Handbook

Bei UNGUVU 2 im Jahr 2014 gab es übergeordnete Schwerpunktthemen: Diversität und Inklusion. Hier war dann der Punkt: Was könnte eine Partnerschaft zu diesen Themen einbringen? Beteiligt waren 13 Länder, die sich darüber austauschten, welche Partnerschaftsmodelle dafür geeignet wären. Das war nicht einfach. Wir mussten erstmal einen Schritt zurückgehen und klären, was diese Begriffe für jeden Verband, für jede Gruppe überhaupt bedeuten. Das war auch deshalb schwierig, weil alle unterschiedliche Vorstellungen und Ideen dazu haben. Viele afrikanische Programme sind eher auf Aktionen und Aktivitäten fixiert. Sehen afrikanische Pfadis Diversität oder Inklusion überhaupt als wichtiges Thema an?

Andererseits gibt es bei den Diskussionen auch oft Überraschungen. So wundern sich europäische Pfadis darüber, dass das Flüchtlingsthema auch afrikanische Pfadis überhaupt beschäftigt. In Burundi, Ruanda und in der Demokratischen Republik Kongo, zum Beispiel, […] Das Amahoro Amani Projekt

Unguvu 2 Booklet
Unguvu 2 Poster 1
Unguvu 2 Poster 2

UNGUVU 3 sollte wieder praxisorientierter werden. Dabei sollten jeweils europäische und afrikanische Pfadfindergruppen, die schon eine Partnerschaft haben, zusammenarbeiten. Hintergrund war, dass afrikanische Pfadis – schon wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage in vielen afrikanischen Ländern – sich häufig Projekte wünschen, bei denen auch Geld generiert werden kann. Deshalb sollten die beiden Partner überlegen, wie ein solches Projekt aussehen könnte, das dann im Land umgesetzt wird. Die Aktion sollte ein Jahr dauern. Die Fördergelder, die bei der EU beantragt wurden, wurden leider nicht genehmigt.

Und wer sind die Messenger of Peace?

Auch die „Messenger of Peace“ begegnen uns auf internationalen Veranstaltungen immer mal wieder. Was hat es damit auf sich?
Oliver Mahn, IC erklärt uns das.

Messenger of Peace ist ein Programm der Weltebene von WOSM. Die Grundidee dabei ist, dass weltweit regionale Pfadi-Gruppen bei kleinen Projekten, die dem Frieden dienen sollen, finanziell unterstützt werden. Die World Scout Foundation wollte für die Finanzierung eine Summe in Millionenhöhe sammeln. Ein ziemlich großer Beitrag dazu kam aus dem saudischen Königshaus. Dagegen ist erst mal nichts einzuwenden, allerdings fiel auf, dass mit dieser Großspende das Ansehen und die Macht der Saudis in den Gremien der Weltebene deutlich stieg. Das Programm Messenger of Peace nahm immer mehr Raum ein, z.B. in den Jamborees. Auch die Kommunikationsstrategie des Programmes orientierte sich nicht immer am Regelwerk der Verbände. So entschieden die deutschen Ringeverbände, dass sie nicht mit Messenger of Peace zusammenarbeiten wollten. Wenn einzelne Gruppen im Verband Interesse daran haben, unterstützen wir das auch, aber die Bundesebene arbeitet erstmal nicht mit ihnen. Man muss aber sagen, dass die Kritik an beispielsweise den Kommunikationspraktiken gewirkt hat und sich einiges gebessert hat.