Wolfgang Zarth nahm den Ehrenpreis für Klimapilger entgegen

Wolfgang Zarth erhält stellvertretend für die Klimapilger aus der Nordkirche den Ehrenpreis auf dem Eine-Welt-Preis-Fest in Hamburg. Mit dem Eine-Welt-Preis werden Gruppen und Einzelpersonen ausgezeichnet, die sich für mehr Gerechtigkeit in der Welt einsetzen. Der Preis wird seit 1994 alle zwei Jahre von der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland vergeben.

Der erste Preis ging an das Hamburger Projekt: „Flüchtlingscafé Refugio“, der 2. Preis an die Schweriner Petrusgemeinde, die sich für Flüchtlinge in sozialen Brennpunkten engagiert und der dritte Preis an die Partnerschaften Luther-Melanchton Gemeinde in Lübeck und ihre Partnergemeinde in Mwika, Tansania sowie an die FH Lübeck für Projekte zur Wasserversorgung.

Ehrenpreise für den Umweltschutz

Zwei Ehrenpreise wurden vergeben: Einer davon ging an die Stadtteilschule Hamburg-Stellingen für Aktion: „Plastik war gestern“. Dafür wurde eine Schülerfirma gegründet, die sich die Vermeidung von Plastikmüll auf die Fahnen geschrieben hatte. Der zweite Ehrenpreis wurde für die Beteiligung an der Aktion „Geht doch! Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit“ vergeben. Stellvertretend für die ehrenamtlichen Mitglieder aus dem Bereich der Nordkirche hat Wolfgang Zarth den Preis entgegengenommen. Er war als einziger der Gruppe den kompletten Pilgerweg von Flensburg bis nach Paris vom 13.9.-27.11. 2015 gegangen.

anp: Wolfgang, ganz herzlichen Glückwunsch zu diesem Ehrenpreis. Wie hast du dich gefühlt, als du ihn entgegennehmen durftest.

Wolfgang Zarth: Das war ziemlich cool. Ich habe mich total gefreut. Aber da waren ja noch viele andere beteiligt. Zum Glück waren noch die VCPerinnen und VCPer aus Flensburg da, die konnte ich dann mit aufs Podest holen. Die haben uns in Schleswig-Holstein begleitet und ganz toll verköstigt.

anp: Und die Goldene Giraffe…

Wolfgang Zarth: (lacht) ja, die steht jetzt erstmal bei mir zuhause.

anp: Wie geht’s jetzt weiter?

Wolfgang Zarth: Ich mache jetzt mal eine kleine Pause und Urlaub in Norwegen. Dann gibt es erstmal ein Auswertungstreffen in Kleve. Da treffen sich die Leute von der Organisation und einige Pilger. Wir suchen auch wieder neue Projekte.

anp: Gibt es denn schon Pläne?

Wolfgang Zarth: Ja, einige wollen wieder pilgern. Ich stelle mir vor, dass wir von Dresden über das Braunkohletagebaugebiet der Lausitz nach Berlin bis zum Bundeskanzleramt gehen. Dort könnten wir mal mit Frau Merkel, Herrn Gabriel und Frau Hendricks darüber reden, was die weitere Verstromung der Kohle in der Umwelt anrichtet. Sicher betrifft das auch Arbeitsplätze und den Menschen, die ihr Geld im Tagebau und mit fossilen Energien verdienen, muss geholfen werden. Aber was die Verbrennung von Kohle in der Atmosphäre anrichtet, das kann man einfach nicht mehr gut machen. Die Kosten, um für die Folgen des langfristigen CO2-Ausstosses in die Atmosphäre aufzukommen, sind um ein Vielfaches höher als was der Ausstieg aus der Kohle kosten würde. Und unsere Kernfrage ist und bleibt: Was können die Kirchen – die evangelische und die katholische für den Klimaschutz tun?

anp: Danke Wolfgang – und weiterhin viel Erfolg.

Als schöner Abschluss dieses doch Projekts hat das Klimapilgern anfangs 2016 den Ehrenpreis des Eine-Welt-Wettbewerbs der Norkirche gewonnen.

Für den Eine-Welt-Preis der Nordkirche waren 52 Projekte nominiert und neben der goldenen, silbernen und brozenen Giraffe wurden auch zwei Ehrengiraffen vergeben. Beim Ehrenpreis fürs Klimapilgern wurden als Beispiele für die Zusammenarbeit verschiedenster Organisationen und Personen wurde speziell das ehrenamtliche Engagement von drei Gruppen gewürdigt: das der Pilgernden (Wolfgang Zart) die nach Paris gegangen sind, das des VCPs, der die Aktion mit Jugendlichen auf vielfältigste Weise unterstützt hat das der Kirchengemeinde Alveslohe, die als Gute Gastgeber sich das Thema für ihre Gemeinde zu eigen gemacht haben…

Insgesammt waren in Klimapilgern während den ersten zwei Wochen auf dem Gebiet der Nordkirche an verschiedensten Stellen etwa 40 Personen aus dem VCP beteiligt.

Der Name “Geht doch!” soll als Marke für Thematisches Pilgern bestehen bleiben und es gibt unterdessen im der ganzen Republik verschiedene teils kleinere Ideen, die als Folgeprojekte. Die ersten Anfragen zwecks Beteiligung an solchen laufen bereits…