Zecken

Foto: Uli Eiden

Pfadi-Gesundheit Folge 9: Zecken

Zur Klasse der Spinnentiere gehören u. a. die Skorpione, die Webspinnen und die Milben (z. B. Krätze), einschließlich der Zecken. Allesamt haben sie Kieferklauen, das sind Mundanhängsel zum Stechen, Zerkleinern oder Hineingraben in ihre Beute, zudem acht Beine. In Deutschland übertragen Zecken im Wesentlichen zwei Krankheiten: die Borreliose, eine bakterielle Infektionskrankheit, die mit Antibiotika behandelt wird und im die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME, auf deutsch „Frühsommer-Hirnhaut-und-Gehirnentzündung“) durch Viren, welche durch eine Impfung verhütet werden kann. Dazu mehr in den nächsten Folgen unseres Blogs.

Zecken werden ab 7° C aktiv und lassen sich von Gräsern oder Büschen auf Menschen und Tiere fallen. Durch die Wärme, den Körpergeruch und das ausgeatmete Kohlendioxid ihrer Beute spüren sie diese auf. Auf der Haut des Opfers krabbeln sie an Stellen, wo sie schwer zu entdecken sind: Nacken, Haaransatz, Achselhöhle, Leisten-/Intimbereich und Kniekehle. Mit ihren Kieferklauen ritzen sie die Haut auf und stechen (nicht beißen!) dann mit dem zungenartigen „Hypostom“ hinein. Mit Widerhaken und Spezialfüßen klammern sie sich fest.

Da ihr Speichel betäubend wirkt, können sie bis zu zwei Wochen lang unbemerkt Blut saugen. Natürlich ist das Entfernen der Zecke gleich nach dem Entdecken kein „ärztlicher Eingriff“, sondern eine kinderleichte Selbstverständlichkeit, um die Borreliosegefahr zu mindern. Selbst Affen lausen sich gegenseitig und gehen damit nicht zu ihrem Tierarzt.

Doch niemand soll sich dabei entblößt fühlen: „Du entscheidest selbst darüber, [ob und] wer dich nach Zecken untersucht“, heißt es in den Achtsamkeitsregeln des VCP gegen sexualisierte Gewalt.

Das Entfernen gelingt am besten unter konstantem, zartem Zug mit einer geeigneten Pinzette bzw. Zecken“zange“ oder einer speziellen Zeckenkarte (siehe Bilder). Letztere kannst du dir selber basteln, indem du einen zusammenlaufenden Schlitz in ein dünnes, hartes Plastikstück schneidest. Lange Fingernägel können als Pinzettenersatz dienen. Für besonders kleine Baby-Zecken (Nymphen) ist die Nymphia®-Zeckenschlinge ideal.

In jedem Fall sollte sie möglichst nah der Haut gefasst werden, denn durch Druck auf den Rumpf werden mögliche Borreliose- oder FSME-Keime aus dem Darm in die Wunde gepresst.

Das Auftragen von Klebstoffen oder Öl ist nicht sinnvoll und führt zur vermehrten Abgabe von Sekreten durch die Zecke in den Wirt.

Zeckenreste in der Wunde stellen ohne den Leib keine Infektionsgefahr mehr dar. Sie werden einfach weggekratzt oder fallen nach ein oder zwei Tagen von selbst ab. Nach dem Entfernen ist ein Desinfizieren kein Fehler, sofern keine Allergie gegen das Mittel besteht. Das darf jeder bei sich selber machen.

Zur Prophylaxe wird zu geschlossenen Schuhen und langen Hosen geraten, die unten mit einem Schnürzug verschlossen oder in die Strümpfe gestopft werden. Icaridin-Sprays sollen neben Stechmücken auch Zecken vertreiben.

Gut Pfad,

Uli & Römi

Dr. Uli Eiden, VCP-Stamm Johannes Gutenberg Mainz, GAB, RP/S

Michael Römer, VCP-Stamm Franz von Sickingen Hambach, Neustadt, GNB, RP/S

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