25 Jahre Mauerfall – Das VCP-Bundesarchiv hilft beim Erinnern

Heute klingt es fast unglaublich, aber vor 30 Jahren war es für Menschen aus Hamburg und Stuttgart kaum möglich, nach Leipzig oder Erfurt zu fahren. Und umgekehrt war es noch viel schwieriger. Dazu musste man Verwandte im „Westen“ haben.

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Landeszeitschrift „Lilientreu“

Die scharf bewachte Mauer zwischen den beiden deutschen Staaten verlief mitten durch Berlin, das Brandenburger Tor stand unbegehbar im Niemandsland.

Während in der DDR das Pfadfinden nicht erlaubt war, gab es in der Inselstadt West-Berlin aktive VCPerinnen und VCPer. Der Titel der Landeszeitschrift spielt auf die vom DDR-Staat geforderte „Linientreue“ an .

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Intermeeting

In West-Berlin wohnten die amerikanischen, englischen und französischen Familien der alliierten Truppen. Viele davon waren in ihre Heimatländern engagierte Pfadfinderinnen und Pfadfinder. So kam es zu Kontakten mit den Ringe-Bünden und vielen internationalen Lagern im Berliner Grunewald, den Intermeetings.

Genau 25 Jahre ist es her, dass alles anders wurde: Immer mehr Mutige in allen Städten der DDR protestierten immer lauter und geschlossener gegen das „eingesperrt sein“ im eigenen Land und verlangten Mitbestimmung: „WIR sind das Volk!“ Am 9.11.1989 sahen die Grenzsoldaten zu, wie Menschen von West UND Ost jubelnd auf die Berliner Mauer kletterten.

Im VCP dachte man vorsichtig über erste Kontakte zu Ostdeutschland nach (Protokoll der geschlossenen BL-Sitzung 1.12.): „Der Bundesleitung ist wichtig, daß wir nicht mit einer Haltung des ,Missionierens‘ an mögliche Partner in der DDR herangehen, sondern daß wir unsere Kooperation interessierten Gruppen anbieten und die Entscheidung der Betroffenen, ob sie evangelische Pfadfinderarbeit oder eine andere Form christlicher Jugendarbeit wählen, nicht beeinflussen.“

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VCP-Bundeslager 1992 „Grenzenlos“

Schon im Februar 1990 kam es zu ersten Gesprächen in Leipzig. Und ordentlich gefeiert hat der VCP dann auf dem Bundeslager zwei Jahre später: endlich „grenzenlos“.

Schon am 20.11.1989 gab es ein VCP-Positionspapier zu den jüngsten Ereignissen an der deutsch-deutschen Grenze. Anfang Dezember wurde darüber in der Bundesleitung beraten. Heute amüsant erscheint, dass man damals einen DDR-VCP angedacht hat.