3. Adventsbrief Frieden

von Johanna Mixsa

Heute im Adventsbrief:

Impuls zum Thema Frieden

Da ging ein alter Mann über einen freien Platz. Er beobachtete eine Gruppe Kinder, die offensichtlich Krieg spielten. Mit Stöcken und gellenden „Päng-Päng-Schreien“ rannten sie aufeinander los. Auch ganz Kleine waren dazwischen.
Nachdenklich stand der Mann eine Weile in der Nähe, dann ging er entschlossen auf die Gruppe zu und sagte bittend: „Spielt doch nicht Krieg, Kinder!“
Der bittende Klang der Männerstimme machte die Kinder betroffen. Sie zogen sich an eine Mauer zurück, berieten eine Weile miteinander, dann kamen sie wieder zu dem Mann, der immer noch dastand, als hoffe er auf etwas, und ein Kind fragte:
„Wie spielt man Frieden?“
Ja, wie spielt man eigentlich Frieden? Darauf gibt es keine einfache Antwort. Frieden spielt man nicht, es gibt kein Vorbild, keinen Plan, keine klaren „Vorschriften“. Frieden ist komplexer als Krieg, indem verschiedenen Parteien gegeneinander kämpfen. Frieden ist mehr, als das Gegenteil zum Krieg. Der Begriff Frieden bzw. „Schalom“ im biblischen Kontext betrachtet, steht nicht nur für die Abwesenheit von Krieg. Vielmehr meint er umfassendes Glück, Gesundheit und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft. Und das lässt sich nur schwierig spielen.
Dafür aber können wir ihn anstreben und das gehört auch zu unserer Aufgabe als Pfadfinder*innen. Heute wird zum 26. Mal das Friedenslicht aus Bethlehem an „alle Menschen guten Willens“ in Deutschland und in viele andere Länder auf dieser Welt weitergegeben.
Das diesjährige Motto lautet „Frieden überwindet Grenzen“ und passt damit perfekt zu diesem Jahr. Es wurden durch die Corona-Pandemie neue Grenzen geschaffen, bestehende verschärft und Ländergrenzen geschlossen. Und auch vom Frieden hat man dieses Jahr noch nicht viel gehört.
In den USA kam es zu starken Protesten unter der „Black Lives Matter“ Bewegung und in Belarus im Zusammenhangen mit den Wahlen. In Beirut gab es eine Explosion und das Flüchtlingslager Moria ist abgebrannt. Es scheint so, als sei der Frieden in dieser seltsamen Zeit weiter entfernt als sonst.
Aber das Gute ist: Frieden überwindet Grenzen. Und er ist nicht so fern, wie wir denken. Er ist nur eben nur oft klein und unscheinbar. Auch in der Zeit der Pandemie haben viele Menschen sich gegenseitig geholfen und helfen sich immer noch. Sie versorgen und unterstützen die, die Angst vor dem Virus haben oder an den Rand der Existenz gedrängt wurden.
Ein anderes Beispiel: Menschen engagieren sich in der Seenotrettung und retten Menschenleben. Auch sie tragen ihren Teil zum Frieden bei.
Auch in seltsamen und schwierigen Zeiten findet die Botschaft des Friedens fruchtbaren Boden.
Ein Beispiel dafür ist das Weihnachtswunder von 1914 im ersten Weltkrieg. Hier haben die deutschen und französischen Soldaten an der französisch-belgischen Grenze am 24.12 die Waffen niedergelegt und sich aus den Schützengräben getraut. Die Soldaten sollen sich gegenseitig beschenkt, gemeinsam Fußball gespielt und sogar Adressen für die Zeit nach dem Krieg ausgetauscht haben. Frieden und Hoffnung finden immer einen Weg.
Und so auch das Friedenslicht, als eine starke Friedensbotschaft. Es verbindet, auch mit Abstand.

2. Adventsbrief Nikolaus und Schenken

1. Adventsbrief: Nächstenliebe

Impulse für den Advent