Achtung Pfadfinden!

Promis erzählen aus ihrer Pfadi-Zeit

Von Patrick Franz und Jule Lumma

Promialarm! Wer im Netz nach berühmten Pfadfinder*innen sucht, erhält eine lange Liste. Dass der erste Mensch auf dem Mond, der Astronaut Neil Armstrong, dazu gehört, weiß fast jede*r. Aber auch, dass Winnetou-Darsteller Pierre Brice, Microsoft-Gründer Bill Gates und der „Bulle von Tölz“, Ottfried Fischer, mal ein Halstuch anhatten? US-Präsidenten und Monarch*innen sind Teil der Pfadi-Familie, darunter Beatrix, Königin der Niederlande, und Ex-US-Präsident Bill Clinton. Jazz-Musiker Götz Alsmann war Pfadfinder, genauso Herbert ­Grönemeyer und Boxerin Regina Halmich. Schlagersänger Mickie Krause plaudert in manch einem Interview davon, dass die Basis für seinen Erfolg bei den Pfadis gelegt worden sei. Ob sich Joanne K. Rowling auch von manch einem Lager-Motto beim Schreiben von Harry Potter hat inspirieren lassen? Wir haben ein paar Stars und Sternchen nach ihren Erinnerungen an Pfadfinden gefragt. Anmerkung der Redaktion: Leider ist es uns nicht gelungen, von berühmten Pfad­*finderinnen eine Rückmeldung zu bekommen. Das bedauern wir sehr.

Felix Michels aka Tomatolix
YouTuber

Es gibt ein Zitat von Baden-Powell, an das ich immer ­wieder denke, das lautet: „Verlasse die Welt ein Stückchen b­esser, als Du sie vorgefunden hast.“ Das habe ich mir zu Herzen genommen und versuche danach zu leben. Und das hat auch Einfluss auf meine Arbeit. Ich versuche auf meinem YouTube-­Kanal Inhalte zu veröffentlichen, die meine Zuschauer zum Nachdenken und im besten Fall sogar zum Handeln anregen. Damit hoffe ich, die Welt vielleicht ein klitzekleines Stückchen besser zu machen.
Ich glaube, die Entscheidung Pfadfinder zu werden, war eine der besten in meinem Leben, und hat meine Lebenseinstellung auf jeden Fall stark geprägt. Als Pfadfinder*in lernt man sowohl eigenständig zu denken und handeln, als auch im Team zusammen zu arbeiten.

Foto: Felix Michels

Nelson Müller
Fernsehkoch

Ich denke, die guten Tugenden bei den Pfadfinder*innen haben mich auf jeden Fall geprägt und ich denke, ich habe einen guten Teamgeist, bin nach wie vor großer Naturanhänger und so einiges mehr. Toll am Pfadfinden finde ich die Gemeinschaft, die gemeinsamen Stunden in der Natur.

Günther Jauch
Fernsehmoderator und Journalist

Die Pfadfinderzeit war einfach eine schöne und ­spannende. Dort hat man interessante Dinge gelernt: Zünde mit drei Streichhölzern ein Feuer an und bereite darauf eine einfache Mahlzeit zu. Versuche Dich auch ohne Kompass zu orientieren. Lerne Sternbilder zu bestimmen. Noch wichtiger war vielleicht das Prinzip, in erster Linie für andere da zu sein und gemeinschaftsfähig zu sein. Heute läuft das unter Solidarität mit anderen bzw. die Fähigkeit, eben nicht als „bloßer“ Selbstoptimierer unterwegs zu sein. Insofern hat einen das Pfadfinden zu einer gewissen Demut verholfen. Es macht stark und selbstbewusst, den richtigen Pfad zu finden, aber immer mit Rücksicht auf andere und im Bewusstsein der eigenen Schwächen und damit wiederum dem Angewiesensein auf die anderen Pfadfinder*innen. Und schließlich: Das Prinzip „Jeden Tag eine gute Tat“ würde, wenn alle so ticken, die Welt wirklich nach vorne bringen …

Foto: Günther Jauch

Frank Elstner
Fernseh-Moderator

Zu meiner Naturverbundenheit ist es mit Sicherheit durch unseren aktiven Pfadfinderstamm St. Georg in Rastatt gekommen, wenn wir in freier Natur übernachteten, Spuren suchten, knifflige Aufgaben lösten, Lagerfeuer-Hitparaden schafften oder auch nur einfach tief in der Nacht mit Redeverbot durch den Wald liefen. Ich habe oftmals in meiner privaten Umgebung die Menschen genervt mit meinem Angebot zur Nachtwanderung, aber wer auch immer Ja sagte, hat es nie bereut. Besonders mag ich am Pfadfinden: Die Gemeinschaft, die Gemeinschaft, die Gemeinschaft.

Foto: SWR/Jacqueline Krause-Burberg

Ralf Meister
Landesbischof der Evangelischen-lutherischen Landeskirche Hannover
und Kuratoriumsvorsitzender der Evangelischen Stiftung Pfadfinden

Habe keine Angst vor Herausforderungen. Achte auf die Schwächsten, sie sind ein Teil der Gemeinschaft. Regelmäßige Andachten und Gebete gehören zum Tag. Du bist ein Teil der Natur – schütze und achte die Schöpfung Gottes. So hat mich Pfadfinden geprägt. Die Gemeinschaft während der Fahrten, der Hajks und auf den Lagern lässt Freundschaften fürs Leben entstehen.

Foto: Ralf Meister