Angst im Dunkeln

von Rebecca Haugwitz

Als ich gerade zum VCP kam, veranstaltete mein Land noch regelmäßig Osterlager. Da es zu Ostern meist noch sehr kalt und der Boden hartgefroren war, fiel der Donnerbalken als Klo-Option weg und wir mieteten Dixis, die des strengen Geruchs wegen sehr nah am Waldrand und damit weit weg von den Zelten aufgestellt wurden. Ich habe damals selten durchgeschlafen und musste des Nachts meistens mindestens einmal zur Toilette – der Horror! Im Dunkeln auf den noch dunkleren Waldrand zulaufen, das Knacken von Zweigen und leises Grunzen der Wildschweine in den Ohren…einfach nur gruselig. Auch heute noch läuft es mir bei dem Gedanken kalt den Rücken runter.

Warum fürchten wir uns eigentlich um Dunkeln? Bei Tag sieht doch alles ganz friedlich aus, weshalb machen die Lichtverhältnisse solch einen Unterschied?

Meine Recherche hat ergeben: Wir haben nicht vor der der Dunkelheit direkt Angst, sondern vor dem, das dort lauern könnte. Das Unbekannte bringt Unsicherheit mit sich, da wir es eigentlich gewohnt sind, zu sehen und auf visuelle Reize zu reagieren. Ohne klare Bilder vor Augen müssen wir uns auf unsere anderen Sinne verlassen, da kann es schnell passieren, dass wir etwas so Einfaches wie das Knacken von Holz überinterpretieren und unsere Fantasie dann anfängt, verrückt zu spielen. Meistens gibt es aber ganz logische Erklärungen für die uns ungewöhnlich vorkommenden Geräusche. Solange wir das im Hinterkopf behalten, wenn wir nachts einmal raus müssen, sollte sich die Angst im Zaum halten lassen. Zwei Tipps gebe ich euch aber noch mit auf den Weg:

  • Ihr könntet eine Öllampe vor euer Zelt stellen oder hängen, die Klogänger*innen dann mitnehmen können.
  • Legt euch eure Taschenlampe vor dem Schlafengehen so zurecht, dass ihr sie gleich griffbereit habt. Achtet aber darauf, das Licht im Zelt mit eurer Hand etwas abzuschirmen oder rotes Licht zu verwenden, um niemanden zu wecken.