Briefaktion der VCP-Länder für einen gemeinsamen Ferienkorridor

Gemeinsam mit vielen anderen Jugendverbänden fordert der VCP seit mehreren Jahren einen Ferienkorridor, der 14 Tage gemeinsame Sommerferien aller Bundesländer garantiert. Um dieser Forderung im Vorfeld der Kultusminister*innenkonferenz, welche die Ferienzeiten von 2025 bis 2030 festlegt, weiter Nachdruck zu verleihen, haben sich die VCP-Länder in Briefen an ihre zuständigen Mitglieder der Kultusminister*innenkonferenz gewandt.

Nach einem Aufruf im Bundesrat des VCP haben mehrere Landesvertreter*innen Briefe an ihre zuständigen Vertreter*innen in der Kultusminister*innenkonferenz geschrieben. Hier wurde noch einmal verdeutlicht, wie wichtig ein gemeinsamer Ferienkorridor für den Zusammenhalt und die Gemeinschaftserfahrungen junger Menschen sind, die über Grenzen hinweg Abenteuer erleben möchten.

Auszüge aus den Briefen an die Vertreter*innen in der Kultusminister*innenkonferenz:

Neben den Gruppenstunden in den Stämmen vor Ort und regionalen Zeltlagern sind die sogenannten Bundeslager eine zentrale Veranstaltung mit prägendem Charakter. Hier kann über den Tellerrand des eigenen Landesverbands geblickt werden und es entstehen Freundschaften in der ganzen Republik. Kurz: solche bundesweiten Veranstaltungen sind Highlights im Leben eine*r Pfadfinder*in.

Den Millionen schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen, die sich deutschlandweit in Jugendverbänden engagieren, sowie den ehrenamtlichen Gruppenleiter*innen wird mit einer bundesweit gemeinsamen Ferienzeit ein zentrales Moment von Jugendverbandsarbeit möglich gemacht. Außerschulische Bildungs- und Freizeitangebote in den Jugendverbänden sind für die Persönlichkeitsentwicklung wichtig. In der Vorbereitung und während der Aktivität werden demokratische Prozesse eingeübt und Teilhabe sowie Mitbestimmung erlebbar. Kinder und Jugendliche sind an der Planung und Umsetzung selbst beteiligt und übernehmen damit in ihrem Verband zunehmend Verantwortung.

Gemeinsame Zeitfenster für verbandliche Zeltlager, Freizeiten und Jugendreisen dürfen dabei nicht von der Grenze zum nächsten Bundesland abhängen. Vor allem dann nicht, wenn es um bundesweite und internationale Maßnahmen geht. Zugleich bringt jede bundesweite und/oder internationale Erfahrung junger Menschen auch ein Stück an Wissen und Erfahrung ins eigene Bundesland zurück.

Das Sekretariat der Kultusminister*innenkonferenz hat auf diese Forderungen in einem Brief an die betroffenen Jugendverbände und -organisationen geantwortet. Leider konnte nicht der gewünschte Ausgang erreicht werden. Das „rollierende System“ ist laut Antwortschreiben zur Entzerrung der Übernachtungen und des Verkehrsaufkommens in den Ferienzeiten notwendig:

Zwar sind die Verhandlungen für den Sommerferienzeitraum 2025 bis 2030 noch nicht abgeschlossen, dennoch haben sich die Länder bereits darauf verständigt, das sog. „rollierende System“ in festen Ländergruppen beizubehalten und den Gesamtferienkorridor so zu gestalten, dass die Ferien der Ländergruppen verteilt sind. Eine Überschneidung der Sommerferien in allen Bundesländern von zwei ganzen Wochen ist somit nicht möglich. Die jeweils zuerst mit den Sommerferien startende Ländergruppe wird mit der zuletzt beginnenden Ländergruppe regelmäßig nur wenige „Überschneidungstage“ haben.

Obwohl dieser Forderung nach einem gemeinsam Ferienkorridor für diesen Planungszeitraum nicht nachgekommen werden kann, wird der Stellenwert der Jugendverbandsarbeit und insbesondere die Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung im VCP hervorgehoben.

Obwohl ich Ihnen also keine Hoffnung machen kann, bitte ich Sie dennoch, Ihre so wertvolle Jugendarbeit weiterhin länderübergreifend anzulegen, denn Sie haben natürlich recht. Sie vermitteln Werte, fördern die Selbst- und Mitbestimmung und begleiten so die jungen Menschen bei deren Persönlichkeitsentwicklung in einem von Leistungsdruck und Prüfungen befreiten Umfeld. Dafür möchte ich Ihnen an dieser Stelle ausdrücklich danken!

Zum vollständigen Antwortschreiben gelangt ihr hier.

Bereits vor einigen Jahren wurde diese Forderung vom Deutschen Bundesjugendring mit einem Beschluss der Vollversammlung aufgestellt. Diesen Beschluss, der auf Antrag der Ringe deutscher Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände beschlossen wurde, ist hier abrufbar.

Auch, wenn der Forderung nach einem gemeinsamen Ferienkorridor in diesem Fall nicht nachgegeben wurde, ist es dennoch wichtig und notwendig, sich für die Förderung einer länderübergreifenden, bundesweiten Verbandsarbeit immer wieder einzusetzen. Nur so kann Ehrenamtlichen ihr Engagement und schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen, unabhängig von Landesgrenzen, gemeinsame Abenteuer, in der Ferienzeit ermöglicht werden.