Fahrtentipp: Lost Place in der Nähe der Bundeszentrale

Foto: Lena Dohmann

Ihr seid in Nordhessen, beispielsweise in unserer Bundeszentrale in Kassel? Ihr wollt einen Lost Place besuchen, habt Zeit für einen Tagesausflug, der sich auch zur inhaltlichen Arbeit eignet?

Dann bietet sich ein Streifzug über das Gelände der zweitgrößten Sprengstofffabrik des dritten Reiches in Hirschhagen an. Tief verborgen im dichten Laubwald finden sich auf 230 Hektar verteilt Überreste der Fabrik, teils verfallen, teils in skurrile Wohn- und Gewerbegebäude umgebaut. Ein Themenweg erläutert die bedrückende Geschichte des Ortes.

Geschichte der Sprengstofffabrik

Es wird häufig kritisiert, dass es keine Gedenkstätte in Hirschhagen gibt, der Ort ist auch in der Region Nordhessen recht unbekannt, darüber hinaus schon gar nicht. Dabei war er doch eine Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald! Die Frankfurter Rundschau titelte 2019 „Die vergessenen Kanarienvögel“ über die Zwangsarbeiter*innen in der Fabrik. In den Medien taucht das Gelände sonst nur dadurch auf, dass mit Chemikalien verseuchter Boden und Grundwasser einen Tunnelbau für die A44 lange behinderte. Hier wurde der (zweitlängste) Autobahntunnel Deutschlands gebaut.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von hirschhagen.de zu laden.

Inhalt laden

Lernen aus der Geschichte

Über das Leben einer der Zwangsarbeiter*innen ist im Jahr 2008 ein Buch und ein Film erschienen.

Kanarienvogel

Buch und Film über das Leben und den Verfolgungsweg von Blanka Pudler

von Elke Mark

VCP-Blog