Aus dem Bundesarchiv: Von der Arbeit des Archivierens

von Bernd Eichhorn

Dass der VCP ein Archiv hat, wo wir die Geschichte unseres Verbandes lebendig halten wollen, hat inzwischen hoffentlich jede*r mitbekommen. Und die meisten vermuten schon richtig, dass das, was man da so macht, meist recht langweilig ist.

Wenn ich z. B. Ordner mit Büroakten fürs Archiv bekomme, muss ich den Inhalt aus den Ordnern nehmen und alle Fremdmaterialien entfernen, wie z. B. Büroklammern und diese fiesen Heftklammern, mit denen mehrere Blätter zusammengehalten werden. Wenn ihr mal Ordner gesehen habt, wo viel geklammert wurde, wölbt sich genau an der Seite der Ordnerinhalt ziemlich hoch auf. Das seht ihr in dem Foto ganz gut.

Ordner mit Heftklammern
Foto: Bernd Eichhorn

 

Das Problem mit diesen Klammern ist zum einen, dass sie irgendwann rosten, was zum sogenannten „Rostfraß“ führt, weil der Rost sich nämlich regelrecht durch das Papier frisst. Das zerstört das Papier und das wollen wir vermeiden. Außerdem beschädigen die Klammern das Papier auch so, weil sie scharfkantig sind. Richtig im Archiv ablegen kann man einen Papierstapel auch nicht, der sich auf einer Seite hochwölbt und sich dann mit anderen Blättern verhakt.

Ein Teil meiner Arbeit besteht also darin, diese Heftklammern aus den Blättern rauszufummeln, ohne das Papier zu beschädigen. Inzwischen bin ich darin ziemlich geübt, aber zeitaufwändig ist das ganze trotzdem.

entfernte Heftklammern
Foto: Bernd Eichhorn

 

Ganze 357 Gramm wiegt der Haufen in dem Bild, gezählt habe ich sie aber nicht. Die Klammern stammen aus den letzten 124 Ordnern, die ich für das Archiv aufgelöst und abgelegt habe. Das war tatsächlich eher langweilig und am Stück habe ich das auch nicht machen können. Zwischendurch gab es zum Glück immer wieder anderes zu erledigen. Manches davon war vielleicht auch wieder ein wenig öde. Aber das gehört dazu und wenn man mit der langweiligen Arbeit durch ist und das Ergebnis sieht, kann man schon ein bisschen stolz drauf sein, das geschafft zu haben.