Bericht vom Jugendpolitischen Netzwerktreffen in Brüssel

von Lena Radmer

Was fällt Dir als erstes ein, wenn du an Pfadfinden denkst?

Zelten, Lagerfeuer oder auch einfach nur draußen sein? Das sind vermutlich mit die gängigsten Assoziationen zum Thema Pfadfinden. Dass es aber auch viel mehr als nur das sein kann, hat uns dieses Wochenende in Brüssel wieder einmal gezeigt. So haben sich drei VCPler*innen am Donnerstag auf den Weg zum Herzen der Europäischen Union hinbegeben. In Brüssel fand das jugendpolitische Netzwerktreffen mit 12 Teilnehmenden aus der DPSG, PSG, BdP und dem VCP statt.

Das Wochenende stand ganz im Zeichen von Europa und den bevorstehenden Europawahlen, die in weniger als 100 Tagen (23.-26. Mai) stattfinden.

Europa – Was ist das überhaupt? Was empfindet jede*r einzelne damit? Was erhoffen wir uns von Europa?

„Die Einheit Europas war ein Traum von wenigen. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für uns alle.” Konrad Adenauer

Am Donnerstagabend hieß es erst einmal ankommen, sich gegenseitig kennenlernen und mit der Europastadt vertraut machen, damit am Freitag gleich ordentlich durchgestartet werden konnte. Neben dem Treffen mit Ville, ein sehr sympathischer Pfadfinder aus Finnland, der unter anderem Vizepräsident des European Youth Forum ist und uns dessen Strukturen und Handeln nähergebracht hat, haben wir uns auch mit Dorothee Ammermann zusammengesetzt. Sie ist Referentin für Jugend- & Bildungspolitik bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und setzt sich vor Ort in Brüssel unter anderem für mehr jugendpolitische Partizipation ein und kann als Sprachrohr zwischen der Europäischen Union, vor allem dem Europaparlament, und der EKD gesehen werden.

Nach einer kleinen Mittagspause mitten im Zentrum von Brüssel, ging es im Büro von WAGGGS und WOSM weiter. Abgesehen von einer kleinen generellen Vorstellung ihrerseits, wurde uns auch das Projekt von WOSM „My Europe, my Say“ anlässlich der Europawahl erläutert. Dabei steht im Vordergrund wie wir als demokratische Jugendverbände im Hinblick auf die Europawahlen unterstützen können. Denn bei der letzten Europawahl lag die Wahlbeteiligung von unter 30-Jährigen bei nur 35%. Recht schnell mussten wir schon wieder aufbrechen, um beim Europäischen Parlament unsere Führung zu erhalten. (Unser sehr unterhaltsame Geleiter durch das EP Pavlo ist Ende April, wie er uns freudig berichtete, in der ARD bei „Ich weiß alles“ zu sehen.)

Als letzter Tagesprogrammpunkt stand noch das gemeinsame Abendessen, welches von uns selber gekocht worden ist, mit Henrik Södermann und Leonie Martin an. Durch viele Fragen und einem sehr regen Austausch mit Henrik konnten wir viel über die Europäische Kommission und seine Hintergrundarbeit erfahren. Zudem konnten wir noch einmal mehr etwas über die jugendpolitische Partizipation im Kontext Europas erfahren, da Laura mit im Vorstand der Jungen Europäischen Föderalisten sitzt. Bei kaminabendlicher Stimmung und der aktuellen europäischen Klassikerfrage wie es nach dem Brexit mit der EU weitergeht, klang der Abend entspannt aus. Doch das sollte nicht das letzte Gespräch gewesen sein.

Am Samstagmorgen ging der Austausch früh weiter. Wir trafen uns mit Tino Kunert, der Büroleiter von der europäischen Parlamentsabgebordneten Petra Kammerevert ist. Tino ist selber viel in der Jugendverbandsarbeit aktiv gewesen und arbeitet viel zum Thema Erasmus+, da Petra Kammerevert Leiterin des KULT Ausschusses ist.

Neben vielen spannenden Fragen, interessanten Diskussionen und angenehmen Gesprächen hatten wir am Nachmittag auch noch Zeit, Brüssel auf eigene Faust zu erkunden. Pommes Frites essen mit allerlei Soßenprobiererei durfte dabei natürlich nicht fehlen. Ebenso musste die Brüsseler Touriattraktion „Manneken Pis“ noch besichtigt werden. Sehr beeindruckend war auch das Parlamentarium, das Besucherzentrum des Europäischen Parlaments. Ein Besuch dessen ist jedermann*frau bei einem Besuch von Brüssel sehr zu empfehlen. Am Abend haben wir uns abschließend noch einmal mit dem Projekt „My Europe, my Say“ auseinandergesetzt, in Kleingruppen Gruppenstunden- und auch größere Projektideen gesammelt. Von einer Verstärkung der U18 Wahlkabinetts hin zu einer Nachhaltigkeitswochengestaltung waren viele Ideen dabei. Vielleicht habt Ihr auch noch eine gute europäische Aktion im Kopf?

Am Sonntagmorgen hieß es vor der Abreise, zurück nach Deutschland, noch eine kleine Auswertung des Wochenendes festzuhalten und einstimmig zu der Meinung zu kommen, dass im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder ein jugendpolitisches Netzwerktreffen stattfinden soll, denn als weltgrößte Jugendbewegung können wir auch viel in der Politik bewirken und uns für unsere Werte einsetzen.

Und nicht vergessen: Am 26. Mai sind Europawahlen in Deutschland – geht wählen!