Buchecke: Die Federkette

BE_Die FederketteHannele Huovi, Hanser Verlag, München 2014

Das Mädchen Eleisa wächst behütet auf, umsorgt von ihrer Amme. Trotzdem fühlt sie sich manchmal einsam. Ihre Mutter ist mit den Gedanken meist woanders, ihr Vater ist ständig auf Reisen. Eleisa besitzt eine besondere Gabe: Sie versteht die Sprache der Vögel. Und so wird das Land der Vögel zu ihrem heimlichen Paradies. Doch gerade da passiert das Schreckliche. Als sie sich wieder einmal aus dem Haus schleicht, um Vögel zu beobachten, geschieht ein Unglück: Ein junger Falke fühlt sich von Eleisa bedroht und greift sie an. Dabei verliert sie ihr Augenlicht. Beide werden vor das Gericht der Vögel gestellt. Dem erblindeten Mädchen springt unerwartet ein sonderbarer Verteidiger bei: ein buckliger Narr. Trotzdem der Hilfe fällt das Urteil hart aus: Das Gericht entscheidet, dass beide schuld sind. Der junge Falke und Eleisa werden durch eine Federkette untrennbar aneinander gebunden. Sie sind nun aufeinander angewiesen.

Die unfreiwilligen Reisegefährten treffen auf viele seltsame Gestalten. erleben merkwürdige Dinge. Dem gefangenen Vogel und dem blinden Mädchen springt wieder der Narr bei: ein buckliges Mädchen, genannt das Doppelgesicht. Sie ist das Symbol für die Dualität der Geschichte. Sie spielt zwischen Phantasie und Realität, zwischen Traum und Wirklichkeit. Als die drei die Welt der Menschen erreichen, merken sie, dass Übles droht. Die Menschen verlieren ihre Schatten. Und damit ihre Menschlichkeit. Ob die Reisegefährten trotz ihrer misslichen Lage helfen können und ihre Freiheit wiedergewinnen… sollte man selbst lesen.

Das Buch fordert seine Leserschaft durch die vielen Sprünge, aber es lohnt durch seine Vielseitigkeit. Magisches Märchen und politische Parabel – hier wird einiges geboten.

ganz nett!

Vergibt Gardy Geuer