Coole Trends – Schnee von gestern?

von Jule Hoffmann

Es gibt viele Trends und manchmal fühlt es sich so an, als ob jeden Tag etwas Neues cool ist. Mit Trends meine ich hauptsächlich die Entwicklung der Beliebtheit einer bestimmten Sache. Es gibt aber auch die nachhaltigen und tiefen Veränderungen in unserer Gesellschaft in Themen wie Kultur, Wissenschaft oder Technik. Von Fidget-Spinner bis Zero Waste kann also alles dabei sein.

Einige Trends gehen schneller vorbei, andere weniger. Einige sind nützlicher, andere weniger. Könnt ihr euch noch an den letzten Trend erinnern, den ihr mitgemacht habt? Vielleicht einer der Tänze: Harlemshake, Gangnam-Style oder Flossdance? Oder die Ice Bucket Challenge? Hattet ihr ein Tamagotchi oder doch den Fidget-Spinner?

Auch bei den Pfadis gibt es Trends. Quadratisch, dreieckig, rund oder nierenförmig, jede Pfadigeneration hat ihren eigenen Essgeschirrtrend. Der neueste Faltisomattentrend meiner Sipplinge hat vielleicht auch das Fell abgelöst. Und in Sachen #pfadiklamotte hat sich in den letzten Jahren ja auch einiges getan. Mein persönlicher Favorit ist der Rucksack mit dem Reißverschluss auf der Vorderseite.

Pfadfinden musste für mich aber nie im Trend liegen, damit ich mich zugehörig fühle. Für jede*n sind es verschiedene Dinge, warum Pfadfinden cool ist: Ob gemeinsame Fahrten und Lager, Singerunden am Lagerfeuer oder Geländespiele, die Möglichkeit, mitzubestimmen und sich einzubringen, es gibt so viele verschiedene Gründe. Für meine Sipplinge war sofort klar, was an Pfadfinden cool ist: Wir!

Die Erlebnisse bei den Pfadis sind so cool und vielseitig, dass nach einem Lager den Eltern nur ein kurzes „war cool“ abgegeben wird. Erst später kommen die ganzen Erlebnisse nach und nach zurück in unser Gedächtnis.

Aber warum verbreiten sich manche Trends eigentlich so schnell? Vielleicht möchte man die coolen Dinge gerne mit Freunden teilen oder auch einfach dazugehören …

Doch muss man überhaupt jeden Trend mitmachen, um cool zu sein?

Was ist, wenn ich mal anderer Meinung bin? Bin ich dann uncool?

Unterschiedliche Meinungen gibt es überall, auch bei den Pfadis. Das Schöne daran ist, dass es möglich ist, trotz unterschiedlichster Meinungen gemeinsam etwas zu erarbeiten und abends, trotz aller Diskussionen, gemeinsam am Lagerfeuer zu sitzen und miteinander zu singen. Auf den Umgang miteinander kommt es an!

Viele von euch werden schonmal einen skeptischen Blick in der Bahn bekommen haben, wenn ihr in Kluft vor einem „Nicht-Pfadi“ gesessen habt. Finden andere mich uncool, weil ich ein Pfadi bin? Da hilft nur cool bleiben. Wahrscheinlich finden die anderen Pfadis gar nicht uncool und sind nur erstaunt, dich in deiner Kluft zu sehen. Schließlich sieht man das nicht oft. Und wenn sie dich doch für uncool halten, dann liegt das einfach daran, dass sie Pfadfinden noch nicht genug kennen.

Zeigt doch denen, die noch kein cooles Pfadi-Erlebnis hatten, wie cool Pfadfinden sein kann.

Eines ist klar: Ohne uns ist Pfadfinden uncool! Wir sind diejenigen, die unsere Zeit bei den Pfadis cool machen.