Da ist doch der Bock drin …

von Verena Kunberger

Jetzt hätte ich Bock auf ein Eis! Das hat wahrscheinlich jede*r schon einmal gedacht, wenn es im Sommer sonnig und heiß ist. Woran keiner gedacht hat, ist der Bock. Der soll zum Ausdruck bringen, dass man gerade ziemlich Lust auf etwas hat. Etwas total gerne essen oder machen möchte. Aber warum sagt man das so? Die Antwort lautet: „Das weiß keine*r so genau.“ Es gibt unterschiedliche Theorien dazu. Die eine besagt, dass „Bock haben“ tatsächlich von Ziegenbock kommt, der als sehr stur und auch lüsternd gilt. Eine andere Möglichkeit wäre, dass es aus dem Rotwelschen kommt. Das Rotwelsche umfasst verschiedene Sprechweisen, die an das Deutsche angelehnt sind und früher von gesellschaftlichen Randgruppen oder Gaunern verwendet wurde. Kauderwelsch ist zum Beispiel ein rotwelsches Wort, das sich in den alltäglichen Sprachgebrauch integriert hat. Das Wort „bokh“ heißt im Rotwelschen Hunger und könnte auch die Herkunft von „Bock haben“ sein.

Aber der Bock kommt in unserer Sprache noch häufiger vor. Zum Beispiel kann man den Bock zum Gärtner machen. Das würde nicht viel Sinn machen, denn der Bock würde den ganzen Garten leerfressen. So verwendet man das Sprichwort auch, wenn jemand für eine Aufgabe einsetzt wird, die er*sie nicht erledigen kann oder es sogar noch schlimmer macht.

Wer hat nicht schon einmal einen Bock geschossen? Das passiert hoffentlich nicht so oft und hat meistens auch unangenehme Auswirkungen. Ursprünglich kommt das Sprichwort von Schützenfesten, bei denen der schlechteste Schütze einen Ziegenbock bekam. Der Bock wird öfters mit Fehlern in Verbindung gebracht. Wenn man etwas verbockt hat oder Bockmist gebaut hat. Auch „ins Bockshorn jagen“ ist negativ und bedeutet, jemanden in die Enge zu treiben oder einzuschüchtern.

Auch bei diesem Sprichwort ist die Herkunft nicht geklärt. Die bildliche Erklärung ist einleuchtend: Es ist einschüchternd, wenn man auf die Hörner eines Bocks gejagt wird. Eine Erklärung stammt aus dem Mittelalter. Damals wurde einem von der Justiz ein Bocksfell übergestreift, um ihm seine Sünden vorzulesen oder durch den Ort zu jagen.

Im Allgemeinen hat der Bock im Sprachgebrauch kein so gutes An­sehen und wird meistens mit negativen Eigenschaften in Verbindung gebracht. Dann jetzt doch lieber ein Eis …