Das größte Geschenk

Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
Joh, 3,16

Alle Jahre wieder:

Ende August stehen die ersten Lebkuchen und Dominosteine in den Supermarktregalen. Spätestens ab Ende Oktober erinnern uns die Einzelhändler daran, dass es Zeit wird, sich darüber Gedanken zu machen, was wir unseren Liebsten den zu Weihnachten schenken wollen. Und je näher das Fest rückt, desto dichter wird das Gedränge in Kaufhäusern, Boutiquen und Weihnachtsmarkt.
Alle mit dem gleichen Ziel: das passende Geschenk zu finden. Für viele artet die Jagd nach Geschenken zum regelrechten Stress aus.

Warum schenken wir an Weihnachten?

Das schenken steht nicht im Mittelpunkt der Weihnachtsgeschichte. Im Matthäus-Evangelium werden die Geschenke der drei Weisen aus dem Morgenland an das Jesuskind erwähnt, abgesehen davon ist von weihnachtlichen Geschenken in den Evangelien keine Rede.
Und tatsächlich war es bis zur Reformation nicht üblich sich zu Weihnachten beschenken. Man feierte in der Kirche und ließ sich zu Hause ein gutes Essen schmecken. Das war‘s. Dass wir heute Geschenke unter dem Weihnachtsbaum liegen haben, haben wir Martin Luther zu verdanken. Ihm war der katholische Kult um die Heiligen zuwider und schaffte diese in den protestantischen Gebieten ab. Nur bei dem Heiligen Nikolaus gelang es ihm nicht. Er war zu beliebt – weil er Geschenke verteilte. Auch wenn es in früheren Zeiten „nur“ Nüsse, Obst oder Plätzchen waren. Um dem etwas entgegen zu setzen, führte Luther die Weihnachtsgeschenke ein. Statt dem Sankt Nikolaus sollte deshalb der „Heilige Christ“ die Geschenke bringen. Zwar stellte sich Luther den „Heiligen Christ“ ohne Gestalt vor, doch wurde er bald als kindlicher Jesus missverstanden und es entstand das „Christkind“.

Weihnachtsgeschenke – Nix als Stress?

Besorgen von Weihnachtsgeschenken kann eine mühsame Angelegenheit sein: Sind alle bedacht? Ist das Richtige gefunden worden? Wird sich die*der Beschenkte freuen?
Geschenke dienen der Herstellung und Aufrechterhaltung von Beziehungen. Ein Geschenk ist die Botschaft, dass die*der Beschenkte wichtig ist, man sie*ihn gern hat oder gar liebt. Die erkennbare Freude der*des Beschenkten macht zudem die*den Schenker*in glücklich
Und die meisten Menschen freuen sich hierzulande über Geschenke. Denn das „richtige“ Geschenk kann wahre Glücksgefühle auslösen. Umgekehrt kann auch einiges schief gehen beim Schenken: denn jedes Geschenk ist eine Botschaft. Und das zehnte Paar Socken sagt: „Ich habe es mir leicht gemacht mit dir.“
Im Idealfall freuen sich aber beide über ein Geschenk. Deshalb stellt sich auch bei der*dem Schenker*in Vorfreude ein und es macht Freude, das richtige Geschenk zu suchen, zu basteln und zu verpacken.

Das Geschenk Gottes

Als Luther die Geschenke zu Weihnachten einführte, berief er sich nicht auf die Gaben der Sterndeuter aus dem Morgenland. Sondern sie sollten eine Erinnerung an die Geburt Christi als das unverdiente Geschenk Gottes an die Menschheit sein. Die Geschenke sollen unserer Freude über die Ankunft Jesus Ausdruck verleihen. Wir freuen uns darüber, dass Jesus als unser Retter in die Welt gekommen ist.

VCP Adventskalender „Geschenke“

Das Schenken hat sich im Laufe der Jahrhunderte sehr verändert. Heute, wenn dabei jegliche Grenzen vergessen zu scheinen, scheint auch die eigentliche Bedeutung des Weihnachtsfestes aus dem Blick zu geraten.
Der VCP Adventskalender will dieses Jahr das größte aller Geschenke, nämlich die Geburt Jesu, wieder in den Blick nehmen. Und er will Impulse liefern, das Thema „Geschenke“ von unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Was kann ich mir selbst schenken? Was würde mir selbst gut tun? Womit kann ich anderen eine Freude machen? Wie gehe mit Geschenken anderen um? Was ist mir alles geschenkt?

Eine Zeit voller Vorfreude und einen gesegneten Advent wünscht das VCP-Adventskalender – Team