Das Riesengebirge – gar nicht so groß wie der Name

von Jost Lambrecht, Hamburg

Folgende Situation: Man möchte mal spontan auf Fahrt gehen, hat aber nicht so viel Zeit und möchte trotzdem eine atemberaubende Landschaft erkunden. Irgendwelche Großfahrten nach Schweden kommen da nicht in Frage. Wir sprangen deshalb einfach in Göttingen in die Bahn und machten uns über Wrocław auf ins Riesengebirge.

Schneekoppe

Schneekoppe

Von Karpacz in Polen gings in vier Tagen hoch auf die Sněžka wieder runter ins Obří důl (in Tschechien, nicht in Mordor), über einen Höhenkamm nach Špindlerův Mlýn. Von dort hoch zur Elbquelle, weiter zum nächsten Bahnhof und wieder nach Hause. Anders als geplant, schafften wir es am ersten Tag nicht mehr auf die Sněžka und wieder runter ins Obří důl. Wir entschieden uns nämlich gegen den Hauptweg und versuchten auf einer Nebenstrecke unser Glück. Diese führte uns über immer kleiner werdende Pfade in undurchdringliches Dickicht. Wir vermieden so zwar die Menschenmassen, abends auf dem Kamm mussten wir aber notgedrungen in einer der Bauten Unterschlupf suchen. Wenn auch ungeplant, hat sich dies nicht zuletzt wegen des Blickes über die Bergwiesen mehr als gelohnt und die Natur hatten wir für uns. Nach 16:00 Uhr wird es ruhig im Riesengebirge. Trotz der wenigen Tage hatten wir eine wunderschöne abwechslungsreiche Zeit und konnten die wunderschöne Szenerie genießen. Schwarz zelten ist im Riesengebirge (vor allen in den höheren Lagen schwierig), Im Obří důl hätte es aber diverse Möglichkeiten dazu gegeben.

Wer länger unterwegs sein möchte und das Riesengebirge nicht auslassen will, fängt am besten nicht direkt am Fuß der Berge an. Auch das schlesische Vorland bietet wunderschöne Landschaften.