Diskussionsfreudig, ausdauernd, engagiert: die 46. Bundesversammlung des VCP

Ein Highlight im VCP-Jahr und nicht nur für Gremienfreunde: Am vergangenen Wochenende vom 10. bis 12. Juni tagte die Bundesversammlung (BV) – das höchste politische Gremium des Verbandes. Burg Rieneck war mit knapp 170 VCPerinnen und VCPern gut gefüllt – und gleiches gilt für die Tagesordnung.

Anreisetag…

Der Freitag ist Anreisetag: Delegierte, Gäste, die Teams von der Burg und aus der Bundeszentrale kommen an. In der Bundesversammlung steckt ganz viel Arbeit. Das beginnt mit der Planung und Einladung der Delegierten und Gäste über die Erstellung der Tagesordnung und der Unterlagen bis zur konkreten Vorbereitung der Räume auf der Burg.

Einführung für Neulinge

Am Freitagabend gibt es eine Einführung für die BV-Neulinge. Wer darf einen Dringlichkeitsantrag stellen, was passiert bei einer Gegenrede oder einem GO-Antrag? (Das heißt eigentlich Geschäftsordnungsantrag, das sagt aber niemand) Solche Fragen werden beantwortet.

Neuer Internationaler Beauftragter (IC)

Auch die Delegierten des Bundesrates treffen sich zum obligatorischen „Kurzbundesrat“ vor der Bundesversammlung. Sie treffen letzte Absprachen und bereiten sich auf die Versammlung vor. Eine wichtige Personalie: Der Bundesrat bestätigte Fabian Loske als neuen IC. Damit hat die Bundesleitung ein neues Mitglied.

Jetzt gehts los!

Am Samstagmorgen begrüßt der Bundesversammlungsvorstand die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Mit 115 stimmfähigen Delegierten ist diese BV beschlussfähig.
Die Bundeslagerleitung präsentiert das neue Bundeslagerlied mit dem Titel: „Weitblick“.
Mit einer Schweigeminute wird den Verstorbenen des vergangenen Jahres gedacht.

Lob für das Engagement des Verbandes

Als Gäste auf der Bundesversammlung werden Dieter Krüsmann vom Vorstand der Baptistischen Pfadfinderschaft, Stephan Groschwitz, Vorsitzender des Deutschen Bundesjugendrings (dbjr), und Dominik Naab, Ringevorstand und Vorsitzender der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) von Generalsekretär Jan Behrendt begrüßt.
Dominik lobt die gute Zusammenarbeit der rdp-Verbände auf dem Jamboree und dankt für das Engagement der VCPerinnen und VCPer für geflüchtete Menschen. Auch Stephan Groschwitz, DBJR-Vorsitzender, lobt den VCP für seinen Einsatz in der Jugendpolitik.

Dringlichkeitsantrag „Auf gute Nachbarschaft…“

Till Strang und Jan Paulus, Rheinland-Pfalz/Saar (RPS) stellen einen Quorumsantrag von 31 Delegierten „Auf gute Nachbarschaft: der VCP: weltoffen, tolerant und gegen Diskriminierung“ vor. Der Antrag ist nicht fristgerecht eingegangen, wird aber als Dringlichkeitsantrag von der Versammlung bestätigt und auf die Tagesordnung gesetzt.
Die geänderte Tagesordnung wurde beschlossen. Das Protokoll der 45. BV wird verabschiedet und auf die neue Wahl- und Abstimmungsordnung hingewiesen.

Berichtsphase

Die Berichte liegen zusammengefasst im Jahresbericht 2015/2016 den Delegierten seit Anfang Mai vor.

Der Bundesversammlungsvorstand (BVV) blickt im Plenum außerdem darauf zurück, was aus den Beschlüssen der vergangenen Versammlung geworden ist. Viele spiegeln sich mit weiteren Anträgen in der Tagesordnung wieder. Oliver Mahn (IC) ergänzt den BVV-Bericht hinsichtlich der Beschlussverfolgung zur „Organisation einer internationalen Großveranstaltung mit deutscher Beteiligung“. Er legt dar, dass das Thema im Ringeausschuss diskutiert wurde, zwei Verbände momentan aber keine Kapazitäten sehen, hier aktiv zu werden.

Bericht Bundesvorstand und Bundesleitung inkl. Haushalt

Der Bundesvorstand Thomas Kramer, Jule Lumma und Gero Beisel sowie die Mitglieder der Bundesleitung heben Schwerpunkte im Berichtszeitraum hervor. Berichtet wird, dass es seit dem Start der zweiten Legislaturperiode zwei neue Referentinnen und einen neuen Referenten in der Bundesleitung gibt: Natascha Sonnenberg für das Referat „Projekte und Prozesse“, Fabienne Schwartz für das Referat Bildung und ganz neu dabei: Fabian Loske als 2. IC. Der Bericht zum Haushalt wird um einige Detailinformationen ergänzt.

Prominenter Schirmherr fürs Bundeslager: Heinrich Bedford-Strohm

Jan Behrendt berichtet, dass es für das Bundeslager einen prominenten Schirmherrn geben wird: Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der EKD.

Antje Zelmer und Neals Nowitzki, Referat Stufen und Inhalte, heben zwei Highlights in ihrem Referat hervor: das Multimediaprojekt „VCP-Bibel“ und die Handreichung mit den Ergebnissen der Umfrage zur Stufenkonzeption. Für Natascha Sonnenberg war die Einführung der Eventsoftware ein Highlight.

Oliver Mahn lobt den Erfolg des Jamborees in Japan und freut sich über die Verstärkung durch den neuen Amtskollegen Fabian Loske. Roman Heimhuber berichtet von der guten Zusammenarbeit im Team zur Verbandsentwicklung und Jule berichtet für Fabienne (die zurzeit im Ausland arbeitet) über gelungene Veranstaltungen zum Thema Bildung und Prävention. Peter Mestel hebt die Umsetzung des neuen CDs und den „Hackathon“ hervor.

Weitere Berichte

Im Plenum werden auch die Berichte der Kassenprüfer sowie der Bundesratsvorsitzenden angenommen. Rainer Hoffmann berichtet für den BEW e.V. über die anstehenden Sanierungsarbeiten auf der Burg Rieneck. Der inhaltliche Austausch zu den einzelnen Berichten findet in Kleingruppen statt.

Entlastung Bundesvorstand

Der Bundesvorstand wird in geheimer Abstimmung mit großer Mehrheit entlastet.

Anträge Finanzen

VCP-Bundesvorstand und VCP-Bundesleitung stellen einen Antrag zur Ergebnisverwendung. Jan Behrendt erläutert die Hintergründe. Der Antrag wird angenommen und damit wird der Bundesvorstand ermächtigt, bei der Erstellung des Jahresabschlusses 2016 Maßnahmen zur teilweisen oder vollständigen Ergebnisverwendung vorzunehmen.

VCP-Bundesvorstand, VCP-Bundesleitung und VCP-Bundesrat beantragen die Neufassung der Regelung zur Versicherung. Diese Neufassung ermöglicht eine verbandsinterne Lösung, mit der auch im Einzelfall entschieden werden kann, wenn ausgeliehenes Material beschädigt wird.

Blick nach Wittenberg und Berlin – Planungsstand des Reformationsjubiläums 2017

Neals Nowitzki, Bundesleitungsmitglied und hauptamtlich für den Deutschen Evangelischen Kirchentag aktiv, überbringt Grüße aus dem Kirchentagsbüro und berichtet über den Planungsstand. Im Reformationssommer 2017 gibt es den Europäischen Stationen-Weg, die Weltausstellung Reformation, Kirchentage auf dem Weg zum Festwochenende, Nacht der Lichter „live 17“ – ein Konzert mit politischer Botschaft. Für den Kirchentag in Berlin und die „Kirchentage auf dem Weg“ werden viele Helferinnen und Helfer gesucht. Ab Oktober 2016 kann man sich anmelden.

Jan Behrendt ergänzt zum YoungPOINTreformation (ypR), dem Angebot der aej. Hier plant der VCP die Beteiligung mit einem erlebnispädagogischen Angebot.

Antje Zelmer gibt einen Überblick über die geplanten Aktivitäten des VCP im Reformationsjahr sowie auf dem DEKT in Berlin. Auf letzterem sind unter anderem Friedenslichtandachten, Programm im Zentrum Jugend, ein Stand auf dem Markt der Möglichkeit, ein gemeinsamer Gottesdienst mit der CPD und ein Gute-Nacht-Café geplant.

… und in die Zukunft
Lisa Juhr, verantwortlich beim Bundeslager für den Programmbereich, führt in die Spielidee des Bundeslagers ein. Die Bundeslagerteilnehmenden gehen auf eine Zeitreise ins Jahr 2517. Die Menschen leben im „Visoversum“, friedlich und bequem, individuelle Bildung ist überflüssig, weil das Weltwissen in Datenbanken jederzeit zugänglich ist.

Dann wird noch über die Planungen zur Lebensmittelversorgung, die angedachte Höhe des Lagerbeitrags und die Ruhe und Ausschankzeiten informiert.

Hier geht’s zur Bundeslagerseite: bundeslager.vcp.de

Das Schiff nimmt Fahrt auf: die Verbandsentwicklung

Das VCP-Land Nordrhein beantragt, die Abstimmung über die Verbandsentwicklung auf die BV 2017 zu verschieben, um den Delegierten mehr Zeit zur Diskussion zu geben.
Der Antrag wird nach ausführlicher Diskussion abgelehnt.

VCP-Bundesleitung und VCP-Bundesrat beantragen die „Strategie für den VCP“, die als Basis der Arbeit im Verband für die nächsten zehn Jahre gelten soll, zu verabschieden. Roman und Jule erklären, dass die Strategie einen Rahmen vorgeben soll und dass es sich um eine Grundlage handelt, auf der die weiteren Schritte entwickelt werden sollen. Mit den Ergebnissen soll der Verband die Möglichkeit haben, zielgerichteter zu planen und zu arbeiten.

Die Bundesleitung stellt die nächsten Schritte vor: In einem Planungsprozess sollen Handlungsgrundlage und Handlungsfelder strategisch ausgerichtet werden. Dazu soll es eine Veranstaltung geben, in der Interessierte an diesem Thema mitarbeiten können. Aufgegriffen werden in der Präsentation auch folgende Fragen: Wie kann man die Strategie zielgruppengerecht kommunizieren? Wie kann die Wirkungsmessung funktionieren? Wie kann man die Strategie kurz-, mittel- und langfristig evaluieren?

Nach intensiver Diskussion, mehreren Änderungsanträgen und Ergänzungen, die teilweise auch redaktioneller Natur sind, wird der Antrag auf die Verabschiedung der Strategie für den VCP in geheimer Abstimmung angenommen. Nun hat der Bundesvorstand die Aufgabe, die Strategie im Verband zu implementieren. Jule Lumma lädt interessierte Menschen zur Mitarbeit ein.

Internationale Veranstaltungen

Die Delegierten stimmen über die Teilnahme an den nächsten internationalen Großveranstaltungen ab.
Fabian Loske erläutert den Antrag von Bundesleitung und Bundesrat zur Teilnahme des VCP am Roverway 2018 in den Niederlanden. Der Antrag wird einstimmig angenommen.

Die VCP-Bundesleitung beantragt die Teilnahme des VCP am 24. World Scout Jamboree in den USA. Dieses Jamboree wird erstmals durch drei nationale Verbände organisiert: Neben den Boy Scouts of America sind die kanadischen und die mexikanischen Scouts involviert. Außerdem soll die Zusammenarbeit im Ring als gemeinsames deutsches Kontingent weiter intensiviert werden. Der Antrag wird angenommen.

Änderung der Beitragsordnung ab 2017

Der VCP gibt sich eine neue Beitragsordnung. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um formale Anpassungen.

Änderung der Satzung bezüglich Zweckverwirklichung

Die Satzung des VCP wird mit sofortiger Wirkung wie folgt ergänzt: „Weiterleitung von Mitteln an andere steuerbegünstigte Körperschaften unter Beachtung der Vorschriften der Abgabenordnung“. Damit wird die Sicherung der Finanzierung für die Landesebene festgelegt.
Quorumsantrag: Einberufung der Bundesversammlung
In dem Tagesordnungspunkt geht es um die Einberufung der Bundesversammlung. Hintergrund ist die unterschiedliche Größe der VCP-Länder. So haben beispielsweise zwei große VCP-Länder die Möglichkeit, eine Bundesversammlung einzuberufen, fünf kleine VCP-Länder dagegen nicht. Deshalb soll die Satzung folgendermaßen geändert werden:

„Die Bundesversammlung tritt einmal im Jahr zusammen; auf Verlangen von mindestens 20 % der stimmberechtigten Mitglieder der Bundesversammlung, auf Forderung der einfachen Mehrheit der stimmberechtigen Mitglieder des Bundesrates, auf Verlangen von mindestens drei Mitgliederversammlungen der Länder.“ Der Antrag wird angenommen.

Vorstellung des Verfahrens zur Umsetzung der Ehrungsordnung

Die Ehrungsordnung wurde auf der Bundesversammlung 2015 beschlossen. Peter Mestel, BL präsentiert, wie die Ehrung aussehen wird: Es gibt ein Anschreiben zur Ehrung, eine Urkunde, eine Vereinsnadel und ein Hinweis zum Umgang damit. Die Ehrung der Mitgliedschaft wird einmal jährlich durchgeführt.

Gottesdienst

Der Gottesdienst am Sonntagmorgen, den Clara Groß vorbereitet hatte, thematisierte Respekt: „Warum fairer Kaffee und keine Klamotten bei Primark? Weil ich nicht mehr wert bin, als der Kaffeebauer und die Näherin und ich ihnen Respekt schulde. Weil sie meine Nächsten sind, die ich lieben soll, wie mich selbst.“

Am Sonntagmorgen sind 106 stimmberechtigte Personen anwesend.

Antrag Änderung der Beitragsstruktur mit Wirkung vom 1.1.2018

VCP-Bundesleitung und VCP-Bundesrat beantragen die Änderung der Beitragsordnung zum 01.01.2018. Gründe dafür sind eine höhere Beitragsgerechtigkeit, eine Übereinstimmung mit den strategischen Zielen des Verbandes, eine größere Transparenz den Mitgliedern gegenüber und die Vereinfachung der Verwaltung. Jedes Mitglied erhält eine kostenlose Ausgabe der Verbandszeitschrift anp. Eva Bissinger und Hanno Terbuyken erläutern die Fragen, die im Hintergrund standen: Sollen Kinder mehr zahlen als Erwachsene? Ab wann gilt man als erwachsen? Was ist mit Studierenden? Wie definiert man Familie? Vorstand und Geschäftsführer erläutern, was die neue Beitragsordnung ausmacht. Der VCP-Beitrag wird geregelt – auf allen Ebenen, über die Höhe entscheiden aber die jeweiligen Ebenen in ihren Versammlungen.
Der Änderungsantrag aus Niedersachsen, dass der ermäßigte Beitrag den bisherigen Sozialbeitrag möglichst nicht signifikant überschreiten soll, wird ausführlich diskutiert und dann mit knapper Mehrheit abgelehnt. Der Änderungsantrag aus Württemberg zu Aufnahme des Wortes „Alleinerziehende“ wird angenommen.
Der geänderte Antrag zur Änderung der Beitragsstruktur wird in geheimer Abstimmung angenommen.

Wahlen zum Bundesversammlungsvorstand

Der BVV leitet die Bundesversammlung und überwacht im laufenden Jahr die Einhaltung der Beschlüsse. Die Amtszeit beträgt zwei Jahre. Die Amtszeit von Martin Krüger und Katharina Saße endet. Katharina Saße aus Berlin ist seit vier Jahren im BVV und möchte die Aufgabe noch für zwei Jahre weitermachen.

Eric Plagge, Niedersachsen hat schon die Landesversammlung in Niedersachsen geleitet und würde gerne zukünftig auch die Bundesversammlung leiten.

Katharina Saße und Eric Plagge werden in den Bundesversammlungsvorstand gewählt.

Wahlen zum Kassenprüfer

Als Kassenprüfer werden Daniel Werner, Niedersachsen, und Wolfgang Nothdurft , Hessen, gewählt.

Auf gute Nachbarschaft der VCP: weltoffen, tolerant und gegen Diskriminierung

(Quorumsantrag von 31 Delegierten)

Till Strang und Jan Paulus (RPS) stellen den Antrag vor und erläutern die Hintergründe.
Die Delegierten diskutieren intensiv dazu, wie und in welcher Weise der Verband sich positionieren kann. Der Gesamt-Antrag wird in geänderter Form angenommen – der VCP positioniert sich klar als weltoffen, tolerant und gegen Diskriminierung und Rechtspopulismus.Antrag der Unterstützung des Appells Brücken statt Mauern 2016
Die Fachgruppe Erwachsene beantragt den Appell 2016 „Brücken statt Mauern“ durch die Bundesversammlung unterstützen zu lassen. Die parteipolitische Verankerung wird allerdings kritisch diskutiert. Jan Behrendt erklärt, dass der Verband bereit der Allianz für Weltoffenheit beigetreten ist. Der Antrag wird abgelehnt.

Verschiedenes

Oliver Mahn stellt das neue Maskottchen der internationalen Arbeit vor: Miles, der Biber, der bei internationalen Veranstaltungen zukünftig mitreisen will. Auch Gruppen können ihn mit ins Ausland nehmen.

Die Kollekte des Gottesdiensts beträgt 196,07 Euro und ist für Sanierungsarbeiten auf Burg Rieneck gedacht.

Thomas Kramer weist darauf hin, dass auf Ringeebene Seminare zur Arbeit mit Geflüchteten angeboten werden und es außerdem die Möglichkeit gibt, Projekte in diesem Bereich bezuschussen zu lassen.

Dank und Abschiede

Die Bundesleitung und der Bundesrat verabschieden Roman Heimhuber, Referat Verbandsentwicklung, als Bundesleitungsmitglied und danken für seinen Einsatz.

Tim Gelhaar, der neun Jahre als Bildungsreferent in der Bundeszentrale gearbeitet hat, wird von Jan Behrendt, der Bundesleitung und dem Bundesrat herzlich verabschiedet.

Auch Martin Krüger wird als ausscheidender Bundesversammlungsvorstand verabschiedet.

Der Bundesversammlungsvorstand dankt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und allen, die mitgeholfen und sich engagiert haben.

Mit dem Abschiedskreis geht die Bundesversammlung zu Ende