Ein Praktikum in der Bundeszentrale?

Ilka Essig hat ihr Schulpraktikum in der VCP-Bundeszentrale absolviert und erzählt Diane Tempel-Bornett, wie es dazu kam…

Ja, das hab ich gemacht. Und es ist unterhaltsamer als man sich vorstellt.
Ich heiße Ilka Essig, bin 16 Jahre und seit 6 Jahren Pfadfinderin bei der Siedlung Passat in Ottmarsheim. Meine Hobbys: Querflöte und Gitarre spielen, außerdem gehe ich Turnen und reise gerne.

Momentan bin ich in der 10. Klasse und habe mich dazu entschieden, mein berufsorientiertes Praktikum (BOGY) in der Bundeszentrale des VCP zu absolvieren. Auf die Idee kam ich während des Roverway-Vortreffens.

Erwartet habe ich eine abwechslungsreiche, spannende Woche, die mir einen Blick hinter die Kulissen des VCPs ermöglichen sollte. Außerdem wollte ich erste Berufserfahrungen sammeln, vielleicht könnte ich später bei meiner Jobauswahl davon profitieren.

Tour durch Berlin / VCP, rdp, WOSM und WAGGGS?

Am Montagmittag ging es los – erstmal nach Berlin mit unserem Generalsekretär Jan Behrendt. Während Zugfahrt erklärte mir Jan die Strukturen und Zusammenhänge der einzelnen Verbände (VCP, rdp, WOSM und WAGGGS, …).
Endlich in Berlin angekommen trafen wir uns mit Fabienne, der Bundesleitungsreferentinfür Bildung zum Abendessen. Ihr werdet es nicht glauben, aber ich habe zum allerersten Mal einen Burger gegessen!
Außerdem erlebte ich Berlin zum ersten Mal hautnah. Die Sache hatte allerdings einen kleinen Haken: Ich sah alles bis auf Straßenlaternen, Briefkästen, Stufen … Jan mussteständig auf mich aufpassen, wo ich hinlaufe. Ich war so “geflasht” von der wahnsinnigen Atmosphäre und dem Flair der Stadt bei Nacht … einfach unbeschreiblich!
Am Dienstagmorgen lud mich Fabienne auf eine Stadttour durch Berlin ein. Nicht nur die Top-Sights mit dem Brandenburger Tor oder dem Reichstag standen auf dem Programm, sondern bspw. auch die Bibliothek der Humboldtuniversität, die ich wirklich beeindruckend fand. Natürlich durfte auch eine kurze Shoppingtour für Souvenirs und einen Blick auf die Berlinale und das Mahnmal nicht fehlen.
Fabienne, falls du das liest: Nochmal vielen, vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast, die Tour war echt super cool!

JuPoKo und Hauptausschuss

Die jugendpolitische Kommission (JuPoKo) begann schließlich am selben Tag um 13.30Uhr. Neben Jan und mir waren: Michael Lenhardt (BdP), Volker Lindhauer (DPSG), Carolin Kammerer-Hardy (PSG) und Janina Bauke (jugendpolitische Referentin des rdp) dabei.
Aus jedem Mitgliedsverband war eine Vertreterin oder ein Vertreter anwesend ist, die sich zu verschiedenen jugendpolitischen Themen austauschten und daran arbeiteten.
Friedenslicht oder Schulungsangebote waren auch ein Thema. Außerdem diente die JuPoKo zur Vorbereitung auf den Hauptausschuss des deutschen Bundesjungendrings (DBJR).

Während der Tagung schwirrten mit gefühlte 1000 Abkürzungen und Namen durch den Kopf… ein ganz schönes Durcheinander.
Doch alle waren unheimlich lieb und hilfsbereit und bald waren mir die Abkürzungen geläufig. Dazu trug natürlich auch der Hauptausschuss des DBJR (deutscher Bundesjugendring) bei, denn hier wurden bereits angesprochene Themen der JuPoKo nochmals im größeren Rahmen diskutiert. Dadurch konnte ich noch einen besseren Überblick über die Themen bekommen.

Im DBJR findet man von Bläserjugend über Schreberjugend bis hin zur DLRG-Jugend die unterschiedlichster Jugendorganisationen. Fast genauso weit gesät waren die ThemenBesonders interessant fand ich die Diskussion um die Stellungnahme des DBJR zum Evaluationsbericht des Kinderschutzgesetzes. Natürlich waren auch die internationale und europäische Jugendpolitik und die Wahlen ziemlich spannend.

Rückblick

Leider waren die Tage in Berlin schnell vorbei. Voller positiver Erlebnisse und Erfahrungen erreichten wir wieder die Bundeszentrale. Unvorstellbar, aber wahr: ich habe anschließend wirklich eine halbe Stunde mit meiner Mama telefoniert, so viel hatte ich zu erzählen …
Der Einblick in die Jugendpolitik war unglaublich aufregend. Selbstverständlich habe ich mich riesig auf die beiden kommenden Tage in der “Buze” gefreut und wurde dazu inspiriert die Arbeit des VCPs und rdps weiter zu verfolgen, weiter kennen zu lernen und mich bei den Pfadis zu engagieren.
Hinweis: Liebe Ilka, schreib doch noch kurz auf, was du in der Bundeszentrale gemacht hast…

Zusammenfassung

Zurückblickend bewerte ich die Zeit in Berlin als wahnsinnig spannend und abwechslungsreich. Nicht nur Berlins besondere Atmosphäre, wo man an jeder Ecke auf unterschiedliche Sprachen und total abgefahrene Typen trifft und kaum aus dem Staunen mehr herauskommt wenn man zum ersten Mal unter dem Brandenburger Tor von Ost nach West wechselt oder die ganzen architektonisch klasse gestalteten Gebäude bewundert, sondern auch die beiden Tagungen bei denen ich dabei sein durfte und live das Engagement der Pfadis im Bereich der Jugendpolitik miterlebt habe. Denn wir Pfadis wollen und können was bewegen, davon bin ich nach diesen beiden Tagen zu 100% überzeugt!

Mein Bogy-Praktikum beim VCP war mit Sicherheit die lange Reise durch ganz Deutschland wert, denn hinter mir liegt eine erlebnisreiche Woche in der ich einen Einblick in die Pfadfinderarbeit bekommen durfte und die mein Interesse an den Aktionen, Lagern, internationalen Begegnungen, jugendpolitische Treffen und Engagement im VCP geweckt und verstärkt hat. Ich bin gespannt wohin mich mein Weg beim VCP noch führt!

TD_ilka. (3)