Eine Ode an die ­Bockwurst

von Patrick Franz

Leicht rötlich, knackig und würzig lecker. Wenn mich jemand fragen würde, wie ich eine Bockwurst in Stichwörtern beschreiben müsste, wäre das meine Antwort. Bei der einen oder anderen Fahrt war die Wurst sicher schon einmal eine perfekte Hunger-Bekämpferin. Aber woher kommt ihr Name? Mit unserem Leittier dieser Ausgabe hat es wahrlich nichts zu tun.

Die Bockwurst, auch Knobländer, Rote oder Rote Wurst genannt, ist eine deutsche Brühwurst, die ursprünglich aus Berlin stammt. Heutzutage ist die feine Wurst aber in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannt. Ihren Namen hat die Bockwurst von der Tatsache, dass sie ursprünglich zum Bockbier gereicht wurde. Der Begriff „Bockwurst“ wird schon in einem bayerischen Wörterbuch aus dem Jahr 1827 erwähnt. Damals wurde mit dem Begriff jedoch keine bestimmte Wurst beschrieben, sondern einfach eine Wurst, die zum Bockbier gegessen wurde. Bockbier und Bockwurst wurden dort als „beliebtes altmünchnerisches Frühstück“ beschrieben.

Als Erfinder der Bockwurst in ihrer heutigen Form gelten einer Erzählung nach der Berliner Gastwirt Robert Scholtz und sein Lieferant, der Fleischer Benjamin Löwenthal. 1889 servierte Scholz zum Bockbier den Gästen einer Studentenfeier im Gegensatz zur sonst üblichen groben Knackwurst die feinen Brühwürste des jüdischen Fleischers Löwenthal, die nur aus Kalbs- und Rindsbrät bestanden. Die Gäste nannten die Wurst dann Bockwurst. Zunächst wurde die Wurst mit Bratkartoffeln und brauner Bratensoße serviert. Erst um die Jahrhundertwende bürgerte es sich ein, sie in einem Brötchen und mit Senf aus der Hand zu essen.

In der Folge wurde die Bockwurst zu einem der typischen Berliner Kneipen- und Imbissessen und verbreitete sich von der Hauptstadt über ganz Deutschland.

Aber eine Bockwurst hat nicht nur den Zweck, die hungrigen Pfadfinder*innen zu sättigen, sondern ist auch anderweitig einsetzbar. So hatten viele Koreaner*innen im Winter 2010 immer eine Bockwurst dabei? Warum fragt ihr euch? Damit sie in diesem kalten Winter in Korea trotz tragen von Handschuhen ihre Smartphones bedienen konnten. Damals war es noch nicht soweit mit den Smartphone-WinterHandschuhen. Also wir wünschen euch Guten Appetit – oder guten Empfang im nächsten Winter.

Foto: Natascha Sonnenberg (bearbeitet von elfgenpick)