Erklärung zur Seenotrettung im Mittelmeer

Nächstenliebe. Achtsamkeit. Verantwortung. Das sind Grundpfeiler des Pfadfindens. Hierfür stehen, positionieren und engagieren sich Pfadfinder*innen weltweit. Als Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) e.V. stärken und leben wir diese Prinzipien in unserer täglichen Arbeit.

Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Ihre Garantie darf nicht von einem Pass, politischen Zielen oder den europäischen Außengrenzen abhängig gemacht werden. Denn Menschen und Rechte sind unteilbar miteinander verbunden und die Seenotrettung unsere humanitäre Pflicht.

Angesichts der aktuellen Situation Geflüchteter, die sich auf den gefährlichen Weg über das Mittelmeer nach Europa machen, um Krieg, Verfolgung und Armut zu entkommen, schließt sich die VCP-Bundesleitung den Worten des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Heinrich Bedford-Strohm, an und spricht sich gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung aus. Die Antwort auf die Flüchtlingspolitik ist nicht, dass man Menschen zu Abschreckung im Mittelmeer ertrinken lässt. Das ist keine Lösung und nicht vereinbar mit den Werten, die wir leben. Jedes Menschenleben ist wertvoll und schützenswert.

Wir dürfen nicht länger wegschauen, sondern es ist an der Zeit zu Handeln. Wir fordern eine Änderung der aktuellen Politik, denn sie bedroht nicht nur das Leben von Menschen, sie setzt auch unsere eigene Menschlichkeit aufs Spiel. Dies widerspricht nicht nur unseren pfadfinderischen Grundprinzipien, sondern den Werten, die die Europäische Union als Friedensnobelpreisträgerin vertritt. Wir fordern die europäischen Institutionen und nationalen Vertreter*innen auf, Verantwortung zu übernehmen und die Menschenwürde auch an den europäischen Außengrenzen im Mittelmeer zu wahren.

Nächstenliebe, Achtsamkeit und Verantwortung sind kein Verbrechen, sondern Grundvoraussetzung für unsere europäische Wertegemeinschaft.

 

Für mehr Informationen zur Position der Evangelischen Kirche in Deutschland siehe: https://w.epd.de/wos/2019/07/01/1-2.htm