Gitarre lernen – Teil 3

Hallo liebe Pfadfinder*innen,

Heute sollst du dein erstes Lied lernen! Schauen wir uns also die Theorie an und dann aber ran an die Gitarre.

Aber erstmal wieder Theorie

Der Unterschied zwischen einem Dur und Moll Akkord
Letzte Woche hast du die ersten Akkordbilder kennengelernt. Da gab es G-Dur und A-Moll, aber was ist der Unterschied?

Ein Dur und ein Moll Akkord unterscheiden sich hörbar. Für die meisten Menschen klingt ein Dur Akkord fröhlich und ein Moll Akkord eher traurig. Grund dafür ist die Terz im Akkord.
Während man bei einem Akkord eine große Terz spielt, wird beim Moll Akkord eine kleine Terz gespielt.

Hier kannst du es am Bild sehen und gleich einen neuen Akkord lernen.
Der A-Dur Akkord besteht aus einem:

 

 

 

 

 

 

A = Grundton
C# = große Terz
E = Quinte

Der A-Moll Akkord besteht aus:

 

 

 

 

 

 

 

A = Grundton
C = kleine Terz
E = Quinte

Hörst du den Unterschied? Schau dir die beiden Akkordbilder an. Sie sind fast gleich. Nur ein Ton Unterscheidet sich. Das C# des Durakkords wird zu einem C damit es ein Mollakkord wird. Der Ton wird also einen halben Ton tiefer.

Den Unterschied wirst du bei den nächsten Akkorden erkennen.

Info: Es gibt sogenannte Halbton- und Ganztonschritte. Diese werden bei den Akkorderweiterungen nochmal wichtig. Eine Akkorderweiterung könnte ein A7 sein. Die Zahl sagt dann an, welcher Ton zusätzlich gespielt wird.

Ein Schlag- oder Zupfmuster

Für ein richtiges Lied musst du nicht nur Akkorde greifen können, sondern auch deine Schlag- /Zupfhand muss etwas tun, damit die Gitarre klingen kann. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Man „schlägt“ einen Akkord oder zupft ihn. Es gibt natürlich noch andere Varianten, aber für den Anfang reichen diese Beiden Formen um die Gitarre zum Klingen zu bringen.

Es gibt verschiedene Übungen für deine Schlaghand, damit sie Unabhängig von der Greifhand auch schwierige Muster ausführen kann.

Was brauchen wir dafür? Na ganz klar unsere Schlaghand/Zupfhand und eine Gitarre. Für das Zupfen ist, wichtig, dass unsere Finger eine Bezeichnung bekommen.

p = Daumen
i = Zeigefinger
m = Mittelfinger
a = Ringfinger
c = kleiner Finger

Die Buchstaben lassen sich, abgesehen vom kleinen Finger, von ihren lateinischen Namen herleiten.

Die Bezeichnungen stehen bei den Zupfmustern meistens neben der zu spielenden Note.Hier also zwei Übungen zum kräftigen und koordinieren der Zupfhand:

Hinweis: Stehen die Noten übereinander spielt man sie zusammen, stehen sie nebeneinander spielt man sie nacheinander.

Übung 1:

Übung 2:

Varianten für die Übungen: Um die Unabhängigkeit deiner Finger zu üben, solltest du immer Abwechslung in deine Übungen bekommen. Probiere doch diese Fingeränderungen beim Zupfen der beiden Übungen: Der Daumen bleibt gleich, die anderen Finger ändern die
Reihenfolge: a m i m; m i m a; m a m i

Für den Anschlag, so genannten „Strumming“ nutze ich beim Abschlag den Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger. Ich halte sie nah beieinander und berühre die Saiten mit meinen Fingernägeln. Beim Aufwärtsschlag, nehme ich den Fingernagel des Daumens. Die Finger und der Daumen berühren sich an den Fingerkuppen, als würde man etwas halten (zum Beispiel ein Plektrum). Die Hand bleibt im Allgemeinen Steif und die Bewegung kommt aus dem Unterarm.

Tipp: Bei der folgenden Übung ist es hilfreich, den Anschlag „trocken“ zu üben. Dafür legst du deine Greifhand einfach auf die Saiten, so dass sie nicht klingen. Alternativ kannst du auch einen Akkord greifen.

Bei einem 4/4 Takt sind es 4 Schläge die einen ganzen Takt ergeben. Je nachdem wie schnell wir diese Schläge zählen haben wir eine Geschwindigkeit, die sogenannten BPM (beats per minute – Schläge pro Minute).

Es gibt verschiedene Notenwerte die wir an ihrem Aussehen erkennen. Es sind die Kreise mit und ohne Strich (Notenhals), ausgemalt oder nur als Kreis gezeichnet auf den Notenzeilen. Das klingt kompliziert, schauen wir es uns also einfach mal an.

verschiedene Noten- und Pausenwerte

Hinweis: Manchmal sind die Notenhälse auch nach unten gezeichnet. Das ändert nichts am Notenwert. Es gibt mehrere Gründe warum man das macht. Hat man nur eine Melodie, nutzt man es um Platz zu sparen. Bei hohen Tönen also Hals nach unten und bei tiefen Tönen Hals nach oben. Hat man allerdings mehrstimmige Stücke kommt es vor, dass in einer Zeile zwei Stimmen zu lesen sind. Dann zeichnet man zur Unterscheidung der Stimmen die Notenhälse der ersten Stimme nach oben und bei der zweiten Stimme nach unten.Wie zählt man das alles? Wenn also ein 4/4 Takt haben, gibt es nun verschiedene Möglichkeiten wie wir ihn zählen können. Grundlegend haben wir 4 Schläge pro Takt.

Unsere Zählzeiten gesprochen:

4 Schläge pro Takt (4 Viertel pro Takt)

  • Eins Zwei Drei Vier

8 Schläge pro Takt (8 Achtel pro Takt)

  • Eins Und Zwei Und Drei Und Vier Und

16 Schläge pro Takt (16 Sechszehntel pro Takt)

  • EinsE UndE ZweiE UndE DreiE UndE VierE UndE

In der letzten Stunde habe ich schon die Ab und Aufwärtsschlagzeichen erklärt. Das war der Plektrum Anschlag nach unten (Abschlag) und nach oben (Aufwärtsschlag), der sogenannte Wechselschlag.

Immer wenn ein groß geschriebener Buchstabe zu sehen ist, wird eine Saite angeschlagen. Immer abwechselnd von oben und unten (Wechselschlag). Bei verschiedenen Aschlägen kann sich das natürlich ändern. Hier also zwei Anschlagmuster die für die meisten Lieder im 4/4 Takt funktionieren. Ausgehend davon, dass die Akkorde immer einen Takt gespielt werden.

In der letzten Stunde habe ich schon die Ab und Aufwärtsschlagzeichen erklärt. Das war der Plektrum Anschlag nach unten (Abschlag) und nach oben (Aufwärtsschlag), der sogenannte Wechselschlag.

Immer wenn ein groß geschriebener Buchstabe zu sehen ist, wird eine Saite angeschlagen. Immer abwechselnd von oben und unten (Wechselschlag). Bei verschiedenen Aschlägen kann sich das natürlich ändern. Hier also zwei Anschlagmuster die für die meisten Lieder im 4/4 Takt funktionieren. Ausgehend davon, dass die Akkorde immer einen Takt gespielt werden.

Übung 1

Zu den schon gelernten Akkorden kommt gleich noch ein neuer dazu.
Em = E-Moll:

 

 

 

 

 

 

Übung 2

Probiere die 2 Schlagmuster einfach eine Weile aus. Es ist zudem eine gute Übung das Umgreifen der Akkorde zu üben. Das wird am Anfang ganz schön langsam gehen. Aber bleibe dran und du wirst merken, dass du recht schnell viel besser umgreifen kannst. Tipp: Probiere die Akkordreinfolgen zu ändern. Das bringt Abwechslung in den Klang und ist gut für deine Finger.

Lady in Black

Dieses Lied ist schon ein bisschen älter, aber man braucht nur 2 Akkorde um es spielen zu können. Ein A-Moll und ein G-Dur.

Das Schlagmuster geht wie folgt:

Hinweis: Bei diesem Schlagmuster sind 16tel dabei. Gesprochen wäre das Schlagmuser

  • Eins Und ZweiE UndE Drei Und VierE UndE
  • Achte auf den Ab und Aufschlag, dieser wechselt hier nicht bei jedem Ton.

Den Text findest du unter folgender Internetadresse:
https://tabs.ultimate-guitar.com/tab/uriah-heep/lady-in-black-chords-87421

Falls der Link nicht funktionieren sollte Suche im Internet nach www.ultimateguitare.com dort findest du eine große Bibliothek an Liedern mit Akkorden. Ich habe die untenstehende Version genommen. Ein Soundbeispiel findest du bei Youtube: Uriah heep – Lady in Black

Tipp:

  • Wenn du ein neues Lied lernen willst, dann höre es dir oft an. Damit du die Melodieführung und die Art des Liedes im Ohr hast.
  • Wenn du schnell genug umgreifen kannst, kannst du zum Lied mitspielen.
  • Singe beim Gitarre spielen mit.

Gut Pfad und viel Spaß beim Üben.

Falls du Fragen hast oder etwas nicht verstanden hast, dann kannst du mir gerne eine Mail an paul.giersberg@vcp-sachsen.de schreiben.

Ausblick:
Neue Akkorde, Übungen, Lieder und Anschlag/Zupfmuster

Gitarre lernen 3. Stunde (PDF vom VCP Sachsen)

 

Du hast Lust Gitarre über ein Video-Tutorial zu lernen? Dann schau doch mal beim YouTube-Kanal der Hamburger Pfadfinder*innen vorbei.

Gitarre lernen – Teil 2

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