Gitarre lernen

Hallo liebe Pfadfinder*innen,
Gitarre lernen ist gar nicht so schwer. In diesem kleinen Kurs lernst du Übungen um deine Finger zu stärken, Akkorde und Anschlagmuster zum Begleiten von Liedern.

Ganz unten im Beitrag findest du noch eine Link auf den YouTube-Kanal der Hamburger Pfadfinder*innen, die dort ein Video-Tutorial anbieten.

Was brauchst du dafür?

  • Ganz klar, eine Gitarre solltest du zu Hause haben, dabei ist völlig egal was für eine Gitarre es ist, solange sie funktioniert.
  • Du solltest Lust haben dieses Instrument zu lernen und wenn du es dir einrichten kannst pro Tag 5- 10 Minuten Zeit zum Üben nehmen.
  • Geduld, weil deine Fingermuskulatur sich nicht von jetzt auf gleich aufbauen wird.

Lass uns also nicht noch länger warten und anfangen!

Lektion 1 – Grundlegendes

Was gibt es bei der Gitarre zu entdecken?

Es gibt verschiedene Modelle:

  • Rechtshänder- und linkshänder Gitarren
  • E-Gitarren, Westerngitarren, Konzertgitarren
  • 6-Saiter – 8-Saitergitarren
  • Die Übungen beziehen sich auf eine klassische 6-Saiter und rechtshänder Gitarre.

Falls du eine linkshänder Gitarre nutzt funktionieren die Übungen trotzdem. Du musst die Übungen nur auf die jeweils andere Hand übertragen.

Der Aufbau der Gitarre:

Stimmen der Gitarre

Die Saiten vom tiefen E zum hohen E

Eine kleine Eselsbrücke zum Merken der Saitennamen:

  • E – Eine
  •  A – Alte
  • D – Dame
  • G – Geht
  • H – Heute
  • E – Einkaufen

Es gibt Stimmgeräte die den Ton über ein Mikrofon wahrnehmen oder über die Vibration der Gitarre. Letzteres hat den Vorteil, dass andere Geräusche das Stimmen der Gitarre nichtbeeinflussen.

Wer beides nicht zur Hand hat, kann sich auf seinem Smartphone (falls vorhanden) eine App downloaden. GuitarTuna ist eine kostenlose Variante die gut funktioniert. Es gibt aber viele verschiedene Apps.

Tipp: Immer von einem tieferen Ton an den richtigen Ton heranarbeiten!
Bevor du eine Saite stimmst, solltest du den Wirbel der zu stimmenden Saite so drehen, dass der Ton auf jeden Fall tiefer ist als er soll. Die Saite wird so nicht stärker gespannt als sie sollte und reist so weniger schnell.
Spiel die oberste (tiefe) E Saite an und lass sie klingen. Dein Stimmgerät nimmt den Ton auf und zeigt dir ob der Ton zu hoch oder zu tief gestimmt ist.

Falls deine Gitarre sehr verstimmt sein sollte, hier die chromatische Tonleiter, damit du weißt ob du zu hoch oder zu tief bist (gerade am Anfang und ohne Vorkenntnisse verliert man schnell den Überblick wo der Ton beim Stimmen hinmuss).

Wichtig: Für den Ton H gibt es zwei Schreibweisen. In Europa ist er als H bekannt, der nächst tiefere Ton ist ein B. In Amerika heißt das H = B und der tiefere Ton Bb. Die meisten Stimmgeräte zeigen die amerikanische Schreibweise. Der Grund ist ein Schreibfehler, da ein Mönch beim Schreiben eines b den Bogen nicht ganz zugemacht hat und so alle ein h gelesen haben.

Du siehst zwei verschiedene Arten der Notenschreibweise

  • Auf den oberen 5 Linien siehst du einen Violinschlüssel und Noten von C bis H aufgeschrieben (das ist die übliche Schreibweise zum Notenlesen). Die kleinen Zahlen von 1 – 4 links neben den Notenköpfen beschreiben deine Greifhand (bei Rechtshändern ist das die linke Hand – bei Linkshändern wäre es die rechte Hand).
    • 1 = Zeigefinger
    • 2 = Mittelfinger
    • 3 = Ringfinger
    • 4 = kleiner Finger
  • Auf den unteren 6 Zeilen sieht du eine TAB-Schreibweise. Diese ist für Gitarrist*innen die übliche Art Melodien von Musikstücken lesen und spielen zu können.
    • Die 6 Zeilen beschreiben die 6 Gitarrensaiten. Die oberste Zeile ist das hohe E und nach unten abwärts folgen B, G, D, A, E.
      Die Zahlen auf den Zeilen zeigen in welchem Bund wir auf der betreffenden Saite spielen sollen.

      • Bsp.: der erste Ton ist ein C, diesen greifen wir mit unserem Zeigefinger (das sehen wir an der kleinen 1 neben der Note auf den oberen Zeilen) im dritten Bund auf der A Saite. Dann kommt der Mittelfinger (2) im 4. Bund auf der A Saite, usw….

Übung 1: Aufwärmen

Wie im Sport sollten sich auch Musiker aufwärmen. Die Bewegungen sind gerade am Anfang sehr anstrengend für unsere Finger, da wir uns erst daran gewöhnen müssen. Wenn du diese vor dem Üben mit dem Instrument machst, werden deine Hände länger durchhalten und sich schneller an die neuen Bewegungen gewöhnen, zudem trägt die Übung dazu bei, dass sich die Finger unabhängig voneinander bewegen können.

  1. Die Finger beider Hände werden abgespreizt, also voneinander weg, auseinander
    bewegt (als würdest du einen Ball umgreifen)
  2. die Finger beider Hände berühren sich an den Fingerspitzen
  3. Die Hände werden langsam aufeinander zubewegt und berühren sich erst immer
    mehr, erst mit den Fingern (ein Fingerglied nach dem anderen), dann mit den
    Handballen, dabei leichten Druck ausüben
  4. langsam die Hände wieder voneinander lösen, angefangen beim Handballen, bis zu
    den Fingerspitzen
  5. mehrfach wiederholen
  6. wenn sich beide Hände komplett berühren, der Reihe nach zwei Finger
    verschränken, erst in die eine, dann in die andere Richtung, erst beide Daumen, dann
    beide Zeigefinger usw.
  7. Mit allen Fingerpaaren mehrfach wiederholen

Übung 2: Jetzt aber ans Instrument

Spiele die chromatische Tonleiter auf deiner Gitarre vom tiefen Ton zum hohen Ton (so wie oben beschrieben) und vom hohen Ton zum tiefen Ton.Mit dieser Übung gewöhnst du alle deine Finger deiner Greifhand an das spielen, gerade den Ringfinger und den kleinen Finger benutzen wir im Alltag eher wenig, deshalb wird es für diese Beiden am Anfang etwas schwerer sein. Aber mit ein bisschen Übung wird sich das schnell ändern.
Übe langsam, die Geschwindigkeit kommt, wenn die Muskulatur in deinen Fingern stärker wird von allein.

Übung 2: Die Spinne

Diese Übung dient auch zum Aufwärmen der Finger und zur Stärkung der Muskulatur der Greifhand.
Fingersatz: Arbeite dich wieder vom Zeigefinger zum kleinen Finger vor wie bei der chromatischen Tonleiter.
Wenn du diese Übung jeden Tag 10 Minuten übst, werden sich deine Finger sehr schnell an die Bewegungen gewöhnen. Dies ist eine Grundlagenübung die auch für geübte Gitarrist*innen nie zu einfach wird.
Versuche beim Aufwärtsspielen immer nur den Finger zu bewegen der auch dran ist, alle anderen Finger bleiben auf der Position liegen.

Wichtig: Es geht bei dieser Übung nicht um Schnelligkeit, sondern um Genauigkeit.

Tipp: Wem die Abstände am Anfang zu schwer sind, kann den höheren Bünden anfangen, da sind die Bundabstände nicht so groß.

Gitarre lernen (PDF vom VCP Sachsen)

Du hast Lust Gitarre über ein Video-Tutorial zu lernen? Dann schau doch mal beim YouTube-Kanal der Hamburger Pfadfinder*innen vorbei.