Grußworte zum anp-Geburtstag

Ralf Meister

Landesbischof der evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers

Foto: Jens Schulze

„Es war eines meiner größten Abenteuer“, habe ich mal in einem Interview auf die Frage geantwortet, was die Zeit als aktiver Pfadfinder bedeutet. Pfadfinder und Kirche pflegen eine weltweite Gemeinschaft mit vielen beeindruckenden Begegnungen. Zu den größten freien Jugendbewegungen der Welt zu gehören, ist ein wichtiges und schönes Identitätsgefühl.

„anp“ ist dabei für mich zu einem Medium geworden, das mich neben Begegnungen schon viele Jahre verlässlich mit dieser Gemeinschaft verbindet. Dabei ist die Zeitschrift des VCP alles andere als eine „alte Dame“ mit ihren 100 Jahren. Sie hat manchen Wandel durchlaufen seit der ersten Ausgabe 1921. Begleitet durch moderne digitale Angebote kann sie sich sehen lassen.

Eine vielfältig aufgestellte Kommunikation macht aufmerksam auf das, was die Arbeit der Pfadfindergruppen seit meiner Jugend immer noch prägt: die Gemeinschaft in Frei- und Lernräumen jenseits von Schule, Ausbildung, Studium und Arbeit. Diese große Freiheit und zugleich die Bereitschaft zur Verbindlichkeit und zur Verantwortung sind eine wunderbare Kombination. Die gegenseitige Verbundenheit ist eine Bereicherung für beide Seiten. Verbandsnachrichten, die journalistisch weit über den nachrichtlichen Charakter hinausgehen, sondern ethische Fragen stellen, unterhalten und geistliche Anregungen bieten, tragen dazu prägend bei.

Dass „anp“ ausgerechnet in einem Jahr das 100. Jubiläum feiert, in dem uns pandemiebedingt so vieles nicht möglich ist, was die Arbeit des VCP ausmacht, ist ermutigend. Wir bleiben in Kontakt und finden Wege der Gemeinschaft.

Allen, die an der Kommunikation für den VCP mitarbeiten, wünsche ich Gottes Segen für Eure Arbeit.

Gut Pfad!
Euer Ralf Meister

Aktuell bei der Evangelischen Stiftung Pfadfinden

Landesbischof Ralf Meister zum Vorsitzenden des Kuratoriums der Evangelischen Stiftung Pfadfinden gewählt

Thomas Korte

Kassel

Foto: Privat

 

Einem alten Weggefährten 31 Jahre nach der letzten Begegnung zum Geburtstag zu gratulieren … das hat schon etwas.

Allerdings hat es mich etwas überrascht, denn meine Mitarbeit an „Auf neuem Pfad“ als Pressereferent des VCP begann mit der Ausgabe 3/1983 im 5. Jahrgang. Aber klar, anp gab es schon als Zeitschrift der Christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands. Das spielte für mich keine Rolle. Die journalistische und verbandliche Öffentlichkeitsarbeit maß sich an den aktuellen Themen und Diskussionen in Verband und Gesellschaft. In 29 Heften sind Informationen, Erfahrungen, Meinungen und auch heftige Auseinandersetzung lesbar geworden.

Erstaunlich, welche dieser Themen heute noch oder aktuell in „Auf neuem Pfad“ von unterschiedlichen Seiten her beleuchtet werden, allerdings nicht mehr in einer schwarz-weißen Bleiwüste, sondern farbig und bunt illustriert. Für mich war es damals wichtig, neben der anp „Die Kiste“ und ab 1987 „Purzelbaum“ und „Kopfnuss“ als altersgemäße Zeitschriften zu haben. Dies endete mit meinem Ausscheiden aus dem VCP.

Ich wünsche „Auf neuem Pfad“ weiterhin gute und für jedes Alter lesbare Artikel und eine Themenmischung, die den VCP in seiner Vielfalt widerspiegelt.

Thomas Korte

Walter Linkmann

Berlin

Foto: Privat

„Kein Blatt gleicht dem anderen“, war das Vorwort von anp 1/92 überschrieben und es enthielt die Auflösung des Natur-Rätsels der vorigen Ausgabe. Doris hatte fünf Pflanzen-Blätter ausgesucht und niemand konnte sie zuordnen. Nur Nr. 5, da waren sich alle einig, musste Efeu sein. Der Trick unserer Öko-Referentin: Alle Blätter waren von derselben Efeu-Pflanze im Garten der Bundeszentrale – und alle verschieden.

Das war zugleich Hinweis auf das neue Zeitschriftenkonzept: Nur noch eine Zeitschrift sollte es geben, aber für die sollte gelten: Kein Blatt gleicht dem anderen! „Das beste anp, das es bisher gab“, stand im Protokoll der Bundesleitung vom März. „Es wurde scheinbar alles falsch gemacht, was falsch zu machen ist“, schrieb dagegen Petra aus dem Landesbüro Düsseldorf. Ihre Zuschrift wurde ungekürzt gedruckt – und alle anderen. Für mich war diese Briefflut der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zu den Leserinnen und Lesern. Ob Bundeslied oder Baumfällungen: In den Brief-Spalten lebte der Verband. Hier war Platz für Kritik an Macho-Sprüchen, aber auch für die Suche nach dem „Herzbuben vom Maifest“, an dessen Namen sich die Leserin nicht erinnerte (zum Glück hatte sie ein Foto). Ich habe die Pfadfinderinnen und Pfadfinder durch die Briefe an die Redaktion kennengelernt. Das ist vielleicht eine ungewöhnliche, aber tolle Perspektive.

100 Jahre anp: Glückwunsch, das muss man erst mal schaffen! Bis heute hat die Zeitschrift ihr Versprechen gehalten: Kein Blatt gleicht dem anderen.

Walter Linkmann

 

Diane Tempel-Bornett

Kassel

Foto: Simone Schmid

Die junge Hundertjährige

Fast ein Fünftel ihres Weges, 18 Jahre lang, durfte ich sie als Chefredakteurin begleiten. Sie gehörte zu meinen liebsten Projekten im VCP. Von der Ideensammlung über die Redaktionssitzung – dazu später – Eintreiben der Artikel, Begleitung des Layouts und letzte Korrekturschleifen … bis sie dann aus der Druckerei kam, war es immer wieder eine Geburt.

2004 erhielt sie mit über 80 Jahren ein neue Gestalt: ein neues Layout und Vierfarbdruck. Die Reaktionen: von Begeisterung bis Entsetzen. Aber die anp hatte es nie leicht im Verband, auch wenn sich die Redaktion noch so sehr mühte: zu langweilig, zu provokativ, zu kindisch, zu anspruchsvoll und zu teuer sowieso.

„Keiner liebt mich, aber alle können mich haben“ – mit diesem Motto auf ihren T-Shirts trat die anp-Redaktion auf der Bundesversammlung auf – und sorgte zumindest für Lacher. Von da an – aber vielleicht ist auch meine Erinnerung verklärt – erfuhr die anp freundlichere Aufmerksamkeit. Sie veränderte sich mit den Herausgeber*innen, wechselte Rubriken und Layout, aber sie behielt immer ihren Charakter. Aber was wäre die anp ohne ihre Redaktion – und die legendären Redaktionssitzungen? Die Erinnerungen würden Bücher füllen: Live-Mailschlachten mit enttäuschten Schreibern*Schreiberinnen bis in den frühen Morgen, Vortragen der schönsten Leser*innenbriefe, lautstarke Sangesrunden, vergnügte Grillabende, Gelage mit „Mauldäschle“, Chili sin carne, Tschai, Feuerzangenbowle und immer reichlich Schokolade. Es ging die Legende, dass ohne Sekt und Schokolade keine anp entstehen könne. Natürlich alles nur Gerüchte …

Liebe anp, es war eine wunderbare Zeit mit dir. Danke für so viele Erfahrungen, so viel Arbeit und so viel Spaß dabei!

Diane