Harry Potter und … die Trans*feindlichkeit?!

von Lena Simosek und Rebecca Haugwitz

Die ganzen guten Erinnerungen und Verbindungen mit Harry Potter werden seit einiger Zeit getrübt– durch die Autorin, JK Rowling. Sie steht vor allem wegen ihrer trans*feindlichen Äußerungen in der Kritik. Unter den Anhänger*innen des Potter-Universums spalten sich seitdem die Meinungen. Harry Potter komplett boykottieren? Autorin von Werk trennen? Lena und Becci haben versucht, sich beider Seiten anzunehmen.

Kontra

Rowling, die sich selbst als Feministin bezeichnet, erkennt nur das biologische Geschlecht an. Trans*Frauen sind in ihrer Welt keine Frauen, sondern eher „Männer in Kleidern“. Laut eigener Aussage befürchtet sie die Verwässerung der Geschlechtergrenzen und damit den Verlust aller Errungenschaften der Frauenbewegung.
Rowlings Haltung beruht auf der Idee, dass der Kampf einer Gruppe für Gleichberechtigung zwangsläufig den einer anderen bedrohen muss. Was sie vollkommen außer Acht lässt, ist, mit welchen Schwierigkeiten und Diskriminierungen trans* Menschen konfrontiert sind, und dass diese ebenso wie cis Frauen von patriarchalen Strukturen unterdrückt werden.
Viele Menschen, die einst Trost und Freund*innen in der Welt von Harry Potter gesucht haben, wurden nun als Erwachsene durch die Kommentare von Rowling verletzt. ls

Pro

Harry Potter war Teil unserer Kindheit. Die Geschichte des jungen Zauberers hat uns nicht nur dem Alltag entfliehen lassen, sondern auch wichtige Werte
vermittelt: Seien es die Freund*innen als zweite Familie, das Loslösen von materiellen Werten oder die Tatsache, dass Klugheit und Coolness einander nicht ausschließen. Diese Werte ändern sich ja nun nicht, weil die Autorin Jahre später problematische Aussagen von sich gibt.
Ein Kompromiss wäre vielleicht an dieser Stelle, Bücher, T-Shirts etc. nur gebraucht zu kaufen. So kann man weiterhin in Erinnerungen schwelgen, aber JK Rowling verdient immerhin nichts mehr daran. rh