Herbstfahrt nach Korsika

Von Philip Chinery (chip), Barmstedt

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Markierungen Foto: Philip Chinery (chip)

Herbst ist die richtige Reisezeit: Das Meer hat noch Badetemperatur, die Luft ist tagsüber nicht zu heiß und trotzdem warm. Die Insel ist gut zu erreichen, entweder per Flugzeug oder per Fähre aus Frankreich (vor allem Nizza) und Italien.

Wir haben uns für die Fähre von Nizza entschieden. Warum die Insel das „Gebirge im Meer“ genannt wird, sieht man sofort. Direkt aus dem Wasser ragen Berge in die Höhe. Dadurch ist die Landschaft sehr vielseitig. Der bekannteste Wanderweg ist der Grand Radonnée 20, auch GR20 genannt. Er führt in 20 Etappen von Nord nach Süd über die Insel. Er eignet sich für alpines Wandern.

Die anderen Wege sind einfacher zu gehen, aber trotzdem anstrengend. Es gibt Bergetappen mit 1000 m Höhenanstieg. Wir haben uns für den Mare à Mare Nord entschieden, der von Ost nach West über die Insel führt. Die Markierungen sind meistens gut, nur manchmal – vor allem auf den Alternativrouten –teilweise kaputt oder unvollständig.

Lebensmittel sind, gerade in der Nebensaison ab September in kleinen Orten schwer erhältlich. Deshalb muss man damit rechnen, Vorräte für 7-8 Tage dabei zu haben. Trinkwasser ist so gut wie nie ein Problem. Jedes Dorf hat einen Trinkwasserbrunnen, der direkt aus dem Berg gespeist wird. Außerdem gibt es auf den Wegen immer wieder Quellwasser.

Auf den Wanderwegen gibt es immer wieder offizielle und inoffizielle Herbergen, sogenannte Gîtes, wo man – bei wechselnder Qualität – schlafen und essen kann. Wir haben es allerdings nicht ausprobiert. Die Berge sind einsam, sodass zelten kein Problem ist. Beim Feuer sollte man aufpassen, die Insel ist sehr trocken und wilde Feuer sind im Sommer überhaupt nicht gern gesehen. Ab dem 1. Oktober ist es wieder erlaubt und die Korsen hüllen ihre Insel in Rauch durch die unzähligen Feuer in den Gärten. Wir haben ein Feuergestell (Hobo-Kocher) verwendet, mit dem wir mit geringen Mengen Kleinholz kochen konnten.

Vor Ort bewegt man sich am besten mit der Bahn. Wo keine Bahn fährt, gibt es Busse, aber beide Strecken führen an steilen Bergen durch enge Kurven – und da sitze ich lieber in einem Gefährt auf Schienen.

Wer auf der Insel wandern möchte, sollte ein bisschen Erfahrung mitbringen. Dafür wird man aber mit schönen Ausblicken über die einzigartige Insel belohnt. Wanderkarten und Reiseführer zu Korsika gibt es reichlich.