Hilfe aus dem Bezirk Rheinfranken für das Ahrtal

Von Julian Maurus

Nachdem wir – eine Gruppe von Rangern und Rovern aus dem Bezirk Rheinfranken (Rheinland-Pfalz/Saar) – vom Hochwasser im Ahrtal gehört haben, entschieden wir uns, dass wir den Menschen vor Ort helfen und den Wiederaufbau des Ahrtals unterstützen wollen.

An einem Samstagmorgen im August trafen wir uns um 7:30 Uhr zur Abfahrt ins Ahrtal, da wir den Tag noch zum Arbeiten haben wollten. Nach einer zweistündigen Fahrt hatten wir dann unser Ziel erreicht, das Helfendencamp in Ringen. Der erste Eindruck war beeindruckend. Kaum einer von uns hatte erwartet, dass so viele Leute vor Ort zum Helfen sind. Voller Motivation haben wir unser Werkzeug ausgeladen und uns auf den Weg zum Helfer-Shuttle gemacht. Das Helfer-Shuttle ist eine Organisation, welche die Arbeitseinsätze im Ahrtal an die Helfer vermittelt. Außerdem kümmern sie sich um die Verpflegung und um einen Schlafplatz für die Helfenden.
Nachdem wir uns mit Sicherheitsbekleidung, Nahrung und genug Trinken ausgestattet hatten, wurden wir von einem Linienbus runter ins Ahrtal gebracht. Schnell war uns allen klar, dass die Auswirkungen des Hochwassers enormer waren als man es sich aus den Medien vorstellen konnte.
Wir teilten uns in zwei Gruppen auf und machten uns auf den Weg zu den Häusern, die uns zugeteilt worden sind. Dort angekommen teilte uns die Hausbesitzer mit was alles zu erledigen ist. Zu tun gab es genug: Es musste Putz von den Wänden gestemmt werden, Fließen und teilweise ganze Wände mussten entfernt werden und der ganze Dreck musste schlussendlich dann auch mit Eimern auf die Straße gebracht werden. Nach der Mittagspause, in der wir vor Ort sehr gut bekocht wurden, ging es dann mit der Arbeit weiter. Gegen Abend machten wir uns auf den Weg in unsere Unterkunft.
Unterschlupf haben wir bei einer Pfadfinderin vor Ort gefunden, die schon öfters helfenden Pfadfindern eine Herberge bei ihr zu Hause vermittelt hat. Nachdem wir dort unsere Schlafplätze eingerichtet hatten und jeder eine warme Dusche genießen konnte, machten wir uns nochmal auf den Weg zum Helfer-Shuttle, um den Abend dort mit anderen Helfenden ausklingen zu lassen.

Motiviert sollte es auch am Sonntag weitergehen. Erneut schlüpften wir alle früh morgens in unsere Arbeitskleidung und machten uns auf den Weg zum Helfer-Shuttle, um dort von einem ausgiebigen Frühstück überrascht zu werden. Gestärkt und energiegeladen ging es runter in das Ahrtal. An diesem Tag haben wir alle gemeinsam bei einer Familie gearbeitet.

Besonders beeindruckt waren wir von den Menschen vor Ort, diese waren immer sehr freundlich und offen. Wir fanden besonders die Gespräche mit den Menschen dort sehr interessant und es blieb nicht nur bei Gesprächen. Als kleines Dankeschön für die Hilfe wurden wir von den Hausbesitzern auch zum Grillen eingeladen und haben dabei aufmerksam ihrer Geschichte gelauscht.

Nach erledigter Arbeit machten wir uns dann gegen Abend auf den Weg nach Hause. Wir waren zwar alle sehr erschöpft, aber dennoch waren wir alle sehr froh, dass wir an diesem Wochenende so vielen Menschen helfen konnten. Für viele von uns blieb das aber auch nicht der letzte Besuch im Ahrtal: Seitdem waren viele von uns erneut vor Ort, um den Menschen zu helfen und sie beim Wiederaufbau ihrer Heimat zu unterstützen.

Infobox

Auch heute ein halbes Jahr nach der Flut sind immer noch Freiwillige aktiv und helfen beim Wiederaufbau. Potentielle Helfer können sich unter https://www.helfer-shuttle.de/ informieren und anmelden, um vor Ort tätig werden.
Eine Hilfscommunity hat sich unter https://www.ahrhelp.com/ gebildet. Hier findet man vielfältige Hilfegesuche sowie -angebote. Vielleicht fällt euch als Stamm oder sonstige Gruppe auch eine Möglichkeit ein aus der Ferne zu unterstützen.