Ich begleite den Müll!

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Florian Barth (Barthus) Foto: Diane Tempel

Ein Gespräch mit Florian Barth (Barthus) über seinen Job als Entsorgungsbeauftragter des Bundeslagers

anp: Barthus, du bist der „Müllchef“ des Bundeslagers. Wie kommt man denn zu diesem Job?

Barthus: Wie die Jungfrau zum Kind. Auf dem DEKT habe ich mit Sven Grüner, dem technischen Leiter auf dem BuLa zusammengearbeitet. Er meinte, er hätte noch einen Job für mich und könnte mir aussuchen, ob ich mich um den Müll oder die Toiletten kümmern wolle… (lacht) Nein, das ist wirklich ein spannendes Thema.

anp: Erzähl mal…

Barthus: Man denkt im Alltag selten darüber nach, wieviel Müll man produziert und was das für die Umwelt bedeutet. Sich mit diesem Thema mal umfassend zu beschäftigen, ändert auch das Bewusstsein. Das ist ja das Tolle im VCP, dass man Dinge macht, mit denen man sonst nichts zu tun hat. Ich begleite den Müll von der Entstehung – als Verpackung in der Kochgruppe – bis zum Abtransport.

anp: Kannst du schon abschätzen, wieviel Müll auf dem Bundeslager entstehen wird?

Barthus: Wir rechnen mit rund 75 m³ Restmüll, 20 m³ Altpapier, 49 m³ gelber Sack und 32 m³ Speisereste und Biomüll. Außerdem noch 6 Container Altglas, 1 Container Holzreste und 1 Container Sperrmüll…Pro Person und Tag sind das beispielsweise über ein Liter Verpackungsmüll im gelben Sack…

anp: Das ist viel. Wie kann man denn versuchen, den Müll zu minimieren?

Barthus: Dadurch, dass die Kochgruppen größer sind, fällt schon mal Verpackungsmüll weg. Dann könnte man auch Projekte dazu machen – z.B. Spielzeug aus Verpackungsmaterial basteln. Und man kann Müll auch durch … vorher mal Nachdenken reduzieren. Klar ist es schön, wenn die Oasen toll dekoriert und geschmückt sind, aber wenn das Ergebnis ist, dass wie beim letzten Mal ein Sofa auf dem Platz stehen bleibt – das kann doch nicht sein. Man sollte schon beim Bauen der Dekoration überlegen, ob man das nicht noch länger nutzen kann. Das ist auch Nachhaltigkeit. Und ganz wichtig: ordentliche Mülltrennung. Es gibt Infos, wie der Müll hier getrennt werden muss. Diese werde ich noch mal etwas für Lagerbedingungen entsprechend anpassen.

anp: Wenn du jetzt das Müllkonzept des Bundeslagers kurz fassen willst: vorher gut planen, Müll sauber trennen und nach Möglichkeit noch was Sinnvolles machen – passt das?

Barthus: Das trifft es ganz gut. In meinem Entsorgungskonzept habe ich das auf die Formel „Verwenden – Verwerten – Verwerfen“ gebracht.