Weltkonferenzen der beiden weltweiten Dachverbände WAGGGS und WOSM haben stattgefunden – deutsche Kandidatin ins Weltkomitee von WOSM gewählt

Weltkonferenzen der beiden weltweiten Dachverbände WAGGGS und WOSM haben stattgefunden – deutsche Kandidatin ins Weltkomitee von WOSM gewählt

Nachdem sie im letzten Jahr noch pandemiebedingt ausgefallen sind, fanden in diesem Sommer die Weltkonferenzen unserer beiden Dachverbände WAGGGS (World Association of Girl Guides and Girl Scouts) sowie WOSM (World Organisation of the Scouts Movement) statt – situationsbedingt leider digital.

Die deutschen Delegationen, die aus insgesamt 22 Teilnehmenden bestanden haben dabei zentral in Köln bzw. Danzig – letzteres sogar gemeinsam mit den französischen und polnischen Partnerverbänden getagt. Bereits weit vor den Konferenzen wurde beschlossen, dass wir uns für die Werte Ecological Awareness & Action, Good Governance and Transparency, Gender Equality, Youth Empowerment, Maintaining and Supporting Federations, Simply Guiding & Scouting einsetzen wollten.

Auf der WAGGGS Weltkonferenz gab es 25 Anträge und 9 Änderungsanträge, die sich mit der Zukunft des Weltverbands beschäftigen, wobei ein zentrales Thema die Stärkung junger Frauen und Mädchen war.
Um dieses Ziel zu erreichen hat die Konferenz unter anderem eine höhere Quote, von mindestens zwei Personen unter 30 Jahren in den höchsten Gremien auf Regional- und Weltebene, verabschiedet. Außerdem wird es in der Zukunft vor Welt- und Regionalkonferenzen Vorbereitungsevents für junge Delegationsmitglieder geben, sodass junge Menschen aus allen Delegationen gut auf die Konferenzen vorbereitet sind. Zusätzlich soll eine Austauschplattform für die Mitgliedsorganisationen in WAGGGS geschaffen werden, um die Möglichkeit zum Austausch zu Methoden und Programmen einfach und klar zu gestalten.

“Walking together, walking far” – die 37. Weltkonferenz von WAGGGS

Ein weiteres großes Thema war die Schaffung einer konstitutionellen Grundlage zur online Teilnahme an Events wie der Weltkonferenz. Die Konferenz 2021 hat diese Möglichkeit in die Satzung aufgenommen und somit sind nun, wenn es die Umstände erfordern online Konferenzen möglich. Gleichzeitig wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich damit beschäftigt, was die Gründe sind, die dazu führen, dass Mitgliedsorganisationen nicht an der Weltkonferenz teilnehmen können.
Zusätzlich war die Wahl des Weltvorstandes ein wichtiger Agendapunkt. In das insgesamt zwölfköpfige “World Board” werden im Dreijahresrhythmus sechs neue Personen gewählt, so auch bei der diesjährigen Online-Weltkonferenz. Aufgrund der Verschiebung der Weltkonferenz vom vergangenen in dieses Jahr hat das Board im vergangenen Jahr mit verringerter Zahl gearbeitet. Nun besteht der Weltvorstand von WAGGGS wieder aus 12 gewählten Pfadfinderinnen.

Bei der WOSM Weltkonferenz ging es inhaltlich vor allem um die Mitbestimmung junger Menschen in der globalen Bewegung. Jugendpartizipation soll zukünftig nicht mehr über ein vorbereitendes Jugendforum stattfinden, sondern in ein neues Format überführt werden, das die aktive Teilnahme junger Menschen an der eigentlicher Weltkonferenz stärken soll. Dazu wurden von der Konferenz Eckpfeiler beschlossen, um eine möglichst umfangreiche Jugendbeteiligung sicherzustellen.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Diskussion war der stärkere Einsatz für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Gerade hier konnte die deutsche Delegation wichtige Akzente setzen und so sicherstellen, dass WOSM sich nicht nur im Bereich non-formaler Bildung für Umweltschutz einsetzt, sondern sich auch selbst hohe Ziele für das eigene Handeln steckt.
Bei den Wahlen zum neuen Weltkomitee wurde mit Christine „Chrissy“ Pollithy die erste deutsche Kandidatin als eine von zwölf Mitgliedern gewählt. Wir freuen uns sehr für sie und wüschen ihr für ihr dreijähriges Mandat alles erdenklich Gute. Im Vergleich zu noch vor ein paar Jahren freuen wir uns besonders, dass das Durchschnittsalter der Komiteemitglieder mittlerweile bei knapp über 37 Jahren liegt und mit 5 von 12 weiblichen Komiteemitgliedern annähernd Geschlechterparität erreicht wurde. Aus unserer Sicht ist dies ein weiterer wichtiger Schritt in der Transformation zu einer von jungen Menschen geführten Weltbewegung.

Insgesamt bewerten wir beide Weltkonferenzen als sehr positiv und sind gespannt, wie sich die Beschlüsse und Entscheidungen auf die Arbeit der kommenden Jahre auswirken werden.

Für weitere Informationen zu Inhalten, die bei den Weltkonferenzen diskutiert wurden oder Fragen zu internationalem Pfadfinden dürft ihr gerne eine Nachricht an international@rdp-rdp.de schicken – wir freuen uns drauf!

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