Juliette Low Seminar 2019

Vom 14. Bis 20. November fand in 18 verschiedenen Regionen gleichzeitig, über die ganze Welt verteilt, das Juliette Low Seminar statt. Benannt nach der Begründerin der Girl Scouts USA und Mitbegründerin von WAGGGS, hat das Seminar den Schwerpunkt Leitung und findet traditionell in einem internationalen Kontext seit 1932 statt.

Dass es dieses Jahr an 18 Orten gleichzeitig stattfand, war allerdings zum ersten Mal so.

Die Zuteilung der Länder war zufällig, wobei man angeben konnte, wenn bestimmte Länder, zum Beispiel aus finanziellen Gründen, ausgeschlossen waren.

Das Motto des diesjährigen Seminars war „Lead Out Loud“ mit besonderem Schwerpunkt auf Gender Equality. Ganz passend, da eins der 6 Leadership Mindsets von WAGGGS Gender Equality ist. Schwerpunkt waren die WAGGGS Leadership Mindsets, Gender Equality und die SDGs, das Ziel des Seminars: jede Teilnehmerin soll ein 100 Girls Project entwickeln!

Tansania:

Für mich (Anika) ging es nach Tansania und damit in den WAGGGS World Center der Afrikanischen Region, Kusafiri (reisen, da er nicht fest ist, sondern über den Kontinent reist). Die Vorfreude war groß, auch wenn Daressalam nicht mein Lieblingsort ist (es ist einfach zu heiß und schwül, wir haben auch alle nachts immer geschwitzt, zum Glück gab es eine Klimaanlage in unserem Arbeitsraum!).
25 °C Temperaturunterschied waren ganz schön viel, weswegen ich froh war, schon einen Tag früher angereist zu sein, um entspannt ein paar Teilnehmerinnen und das Team kennenzulernen und mich etwas zu akklimatisieren. Insgesamt waren wir 32 Teilnehmerinnen aus 18 verschiedenen Ländern (viele der Frauen aus afrikanischen Ländern haben für die Länder, in die sie eigentlich sollten, zum Beispiel Großbritannien und die Schweiz, kein Visum bekommen und kamen daher spontan zu uns).

Die Gruppe:

Foto: Emmie Mpaso

Europäische Region

Unser Programm war sehr vielfältig:

von Yoga am Morgen…

Foto: Lydia Omondi

…über Spiele und Kreativaufgaben…

Foto: Diana Mramba

(ich präsentiere: Kasama (philippinisch für Begleiterin), der organisierte Rucksack!)

… zu Projektentwicklung:

Eunice Kimano

Das Community Projekt:

Teil des Programms war es, sich ein gut laufendes Projekt vor Ort anzuschauen,  in unserem Fall eine Schule für elternlose Mädchen, die neben dem regulären Unterricht noch Batiken, Gärtnern und Grußkarten herstellen, die dann verkauft werden, um mit dem Geld die Lehrer_innen zu bezahlen. Des Weiteren hatte unser Orga-Team noch eine Frau eingeladen, Cate, die auf Spendenbasis Workshops zu menstrualer Gesundheit gibt und jungen Mädchen erklärt, was in ihrem Körper passiert, und ihnen zeigt, wie man wiederverwendbare Damenbinden herstellen kann.
die Schülerinnen zeigen uns, wie sie Grußkarten basteln:

wir Batiken:

Wiederverwendbare Binden nähen mit Cate (rechts im Bild), eine sehr inspirierende Frau!:

Foto: Eunice Kimani

Insgesamt war es eine Woche voller Energie, Austausch und spannenden Inputs und die Zeit ging leider viel zu schnell vorbei. Zum Glück gab es viele Selfie Fans, sodass wenigstens viele Fotos zur Erinnerung bleiben:

Internationaler Abend

Foto: Angelika Binas

Kwa heri, rafiki zangu!

Foto: Eunice Kimani

Schweiz:

Vom JLS habe ich (Ilka) relativ spontan mitbekommen und daher war es noch umso spannender ohne große Vorbereitungszeit in die Schweiz aufzubrechen und mich überraschen zu lassen. Ich habe eine Woche im WAGGGS Weltzentrum „Our Chalet“ in Adelboden verbracht. Die Lage des Weltzentrums ist traumhaft. Mitten in den verschneiten Schweizer Alpen und ihrer traumhaften Winterlandschaft sind 37 Teilnehmerinnen aus 35 Länder zusammengekommen, um am JLS 2019 teilzunehmen. Das hat mich sehr beeindruckt. Einige Mädels hatten noch nie zuvor Schnee gesehen, daher hat das Herumtoben im Schnee besonders viel Spaß gemacht!

Unsere Woche ist wahnsinnig schnell verflogen, da Einiges an Programm auf dem Plan stand. Vom theoretischen Input über praktische Einheiten, Inspirational Speakers, Videoanrufe mit anderen der 18 JLS-Hubs und einen ‚Social Connection Day‘ in der Hauptstadt Bern war alles mit dabei. Dies sollte uns als Inspiration für unsere eigenen Projekte dienen, die wir während der Zeit des JLS begonnen haben zu erarbeiten. In Bern wurde unsere Gruppe aufgeteilt. Meine Kleingruppe durfte den Tag bei „Pfasyl“ verbringen. Dieses Projekt ist eine Initiative von mehreren Pfadi-Gruppen aus Bern, die sich jeden zweiten Sonntag treffen und den Nachmittag mit den Kindern aus den lokalen Flüchtlingsheimen verbringen. Ziel der Initiative ist es die Flüchtlingskinder in die Pfadi-Gruppen vor Ort mit einzubinden und ihnen ein Freizeitangebot zu schaffen. Der Tag in Bern hat mir sehr gut gefallen und mir Motivation für mein eigenes Projekt gegeben.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich unfassbar dankbar bin, dass ich die Chance hatte am JLS teilzunehmen und so viele tolle und inspirierende Pfadfinderinnen aus der ganzen Welt kennenlernen zu dürfen. Ich habe einiges über Leadership-Skills und Empowerment gelernt und freue mich dieses Wissen in meinem ‚100 Girls Project‘ anzuwenden.

Flaggen-Zeremonie am Morgen

Das „Honeybee-Patrol“ fleißig am Arbeiten …

So sah eine unserer Sessions aus

Foto: Ilka Essig

Gruppenbild vor „Our Chalet“

Schweizer Abend

‚Social Connection Day‘ in Bern