Kirchentag im Sonnenschein

Donnerstagmorgen…
Und am Donnerstagmorgen geht der Kirchentagstrubel so richtig los.
Der VCP ist inhaltlich gut vertreten und auch im Zentrum Jugend aktiv. Das Zeltcafé bietet leckeren Kuchen und richtig guten Kaffee. Und so gestärkt kann man sich im Open Öhrle mit den wirklich relevanten Fragen im Leben auseinandersetzen.

„Wem dienst du?“ Da kann man schnell an seinen Arbeitgeber denken. Aber dienen? Dient man nicht doch dem schnöden Mammon? Oder der Notwendigkeit, seinen Lebensunterhalt zu verdienen?

Die andere Frage: Was willst du vor deinem Tod noch unbedingt machen? scheint leichter zu beantworten zu sein. Aber Antwort fällt dann doch viel schwerer als gedacht. Die Welt sehen? Wie platt! Ein Haus bauen? Och nö! Pilgern? Das wollen alle! Einen Apfelbaum pflanzen? Klar, wir sind doch auf dem Kirchentag – und mit diesem Wunsch in bester Gesellschaft. Wie formuliert man elegant, die leichte Unruhe, die einen umtreibt, wenn man dran denkt, was man – noch – machen will oder vielleicht auch sollte.

Nachdem Beantworten schwerer Fragen stelle ich lieber wieder welche und treffe auf drei Pfadis aus Mecklenburg-Vorpommern.
Leon, 16 kommt aus Rostock. Für ihn ist es der erste Kirchentag, bei dem er als Helfer eingesetzt ist. Er ist am Eingang der Carl-Benz-Arena im Ordnungsdienst. Was ihm Spaß macht? Mit den Leuten zu reden und so viel zu sehen. „Das Lichtermeer war beeindruckend. Und toll ist, dass wir morgen Frühschicht haben und dann abends aufs Konzert gehen können. Nervig findet er eigentlich nur die Öffentlichen Verkehrsmittel in Stuttgart.

Lara, 18 kommt aus Schwerin und ist das zweite Mal auf dem DEKT. Der letzte DEKT in Hamburg hat ihr so gut gefallen, dass sie wieder dabei sein wollte. Sie ist an den Ausgängen der Carl-Benz-Arena eingesetzt. „Mich nervt ein bisschen, dass ich einfach nicht so viel weiß, wie ich gerne wissen würde. Dann fühlt man sich hilflos. Die Leute fragen nicht nur nach den Wegen, sondern auch viele inhaltliche Sachen. Und wenn man dann anfängt, im Programmheft zu blättern, werden sie schnell ungeduldig. Leon gibt ihr recht: Das Programmheft ist auch nicht richtig übersichtlich. „Aber trotzdem – sagt Lara, es macht einfach Spaß, im Helferdienst zu sein, sonst wäre ich ja nicht hier“.