Der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) feierte 50-jähriges Bestehen auf dem Kirchentag

Foto: Florian Gutnoff

VCP: das Ergebnis harten Ringens um Koedukation und die Veränderung der Gesellschaft in den 1970er Jahren

Am Freitag, den 9. Juni fand ein Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Jugendverbandes in der Reformations-Gedächtniskirche auf dem Kirchentag in Nürnberg statt. Im Anschluss wurden über 50 Gründungsmitglieder persönlich mit Nadel und Urkunde geehrt. Der Verband war am 1.1.1973 nach mehrjähriger Planung durch eine Fusion von drei evangelischen Pfadfinder*innenbünden – dem Bund Christlicher Pfadfinderinnen (BCP), dem Evangelischen Mädchenpfadfinderbund (EMP) und der Christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands (CPD) – entstanden. Begleitet wurde die Veranstaltung durch pfadfinderische Musik und Gesang – mit Liedern, die den Weg des VCP geprägt haben.

Um 13:30 Uhr füllte sich die Reformation-Gedächtniskirche in Nürnberg mit grau – nicht nur mit grauen Haaren, sondern mit den für den VCP so typischen grauen Trachten und blauen Halstüchern. Die Menschen, die den VCP in den letzten 50 Jahren gestaltet haben, saßen Seite an Seite mit denen, die es heute tun. Trotz des großen Altersunterschiedes und dem gesellschaftlichen Wandel haben alle doch eins gemein: die Liebe zum Pfadfinden und die Motivation dies für junge Menschen möglich zu machen.

„Eine Jubiläumfeier auf dem Kirchentag lag auf der Hand“ so Johanna Mixsa aus der aktuellen VCP-Bundesleitung. „Schließlich sind wir mit über 800 Helfenden auf dem Kirchentag vertreten.“

Am 1.1.1973 war es so weit, drei evangelische Pfadfinder*innenbünde vereinigten sich und der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) wurde geboren. Hervorgegangen ist der VCP aus der Fusion des Bunds Christlicher Pfadfinderinnen (BCP), des Evangelischen Mädchenpfadfinderbunds (EMP) und der Christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands (CPD).

Der Festakt wurde durch verschiedene Grußworte gestaltet:

Hansjörg Kopp (Generalsekretär CVJM) bedankte sich für die Vernetzungsarbeit, die der VCP im jugendpolitischen Bereich leistet – mit anderen Pfadinder*innenverbänden und Jugendverbänden in Deutschland und der ganzen Welt. Pfadfinden im VCP – das steht für Agilität, Mobilität und Naturnähe. Nicht zuletzt durch die besonderen Schwarzzelte. Er betont, dass die Arbeit in Jugendverbänden wie dem VCP vor allem deshalb bedeutsam ist, weil sie Generationen verbindet und Wissen weitergibt.

Michael Peters (Generalsekretär aej) warf ein anderes Schlaglicht auf die VCP-Geschichte – Aufarbeitung sexualisierter Gewalt. Denn dem VCP ist es in seiner Vergangenheit nicht immer gelungen, seine Mitglieder vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Er hob positiv hervor, dass sich der VCP seiner Vergangenheit stellt und dies offen kommuniziert. Das braucht Mut. Nur so können Strukturen erkannt werden, die sexualisierte Gewalt möglich gemacht haben und diese beseitigt werden. Dazu zitiert er Wilfried Breyvogel: „Die Zukunft braucht Vergangenheit“.

Gerhard „goffy“ Kofer (VCP Bayern und seit 50 Jahren im VCP) zitierte aus seinem VCP-Kalender aus dem Jahr 1973 und erzählte Anekdoten aus den ersten Jahren der Fusion und Koedukation. Die Fusion damals war auf keinen Fall nur Friede, Freude, Eierkuchen. Es gab Austritte und Verletzungen – aber auch Freundschaften fürs Leben sind entstanden.

Kirsten Fehrs (Landesbischöfin der Nordkirche und Stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirchen in Deutschland) stand für die Verbundenheit von EKD und VCP. Sie betonte ihren Respekt für die Jugendarbeit im VCP und die Sprech- und Schutzräume, die sie jungen Menschen bietet. Sie leitet ihren Segen ein mit dem Lied „Wir ziehen in den Frieden“ von Udo Lindenberg.

„Komm wir ziehen in den Frieden
Wir sind mehr als du glaubst
Wir sind schlafende Riesen
Aber jetzt stehen wir auf
Lass sie ruhig sagen, dass wir Träumer sind
Am Ende werden wir gewinnen
Wir lassen diese Welt nicht untergehen
Komm wir ziehen in den Frieden“

Udo Lindenberg

Denn das ist es, was sie mit Pfadfinder*innen verbindet: Frieden schaffen.

Bei Brezeln und Limo und in gelöster Atmosphäre wurden anschließend im Gemeindehaus die Ehrennadeln übergeben, Geschichten aus 50 Jahren Pfadfinden ausgetauscht und alte Freunde*Freundinnen wiedergetroffen.

Verleihung der Ehrennadeln für 50 Jahre VCP

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