Klimawandel: Konsequentes Handeln ist gefragt

ein Kommentar von Maximilian Randelshofer

Die Welt besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben. Das ist seit jeher Teil unseres Denkens und Strebens als Pfadfinder*innen. Seit über einem Jahr prägt Fridays for Future eine gesellschaftliche Debatte. Die Bundesregierung reagierte mit einem Klimapaket auf die Proteste. Wir stehen an der Seite von Fridays for Future. Viele aus unserem Verband nehmen an den Klimademos teil. Dieses Engagement ist richtig und wichtig. Doch die Frage ist doch viel mehr: Stimmt auch die Handlung als Verband dazu? Leben wir als Verband die Themen Ökologie, Nachhaltigkeit und Klimaschutz?

Reicht es, zum Demonstrieren zu gehen, um andere auf die Klimakrise aufmerksam zu machen? Nein!

Auch wir müssen uns als Verband geschlossen Gedanken machen, wie wir als Pfadfinder*innen unseren Teil beitragen und auch als eine Art Vorbild wirken können.

Flugreisen müssen die Ausnahme bleiben. Solche Ausnahmen können zum Beispiel die Weltkonferenzen sein, die nicht immer in Europa stattfinden. Und das gilt für alle Gliederungen im Verband. Die Verpflegung von Lagern mit regionalen, saisonalen, möglichst verpackungslosen und ökologischen Lebensmitteln sollten unser Bestreben sein! Und auch bei An-­ und Abreise zu Veranstaltungen sollte mehr von der Straße auf die Schiene verlegt werden.

Und wir brauchen auch eine ehrliche, möglichst sachliche Debatte darüber, wie wir mit Großveranstaltungen künftig umgehen wollen. Denn eine Doppelmoral steht uns als Verband schlecht zu Gesicht, wenn wir einerseits auf Klimademos gehen, aber andererseits nicht so leben, wie wir es selbst als Demonstrant*innen fordern. Auf Signale und strenge Gesetze aus der Politik sollten wir nicht warten.

Vielmehr sollten wir unserer Vorbildrolle gegenüber der Gesellschaft, unseren Kindern und Jugendlichen gerecht werden. Und das geht nur, wenn wir konsequent sind in unserem Handeln und auch unbequeme Entscheidungen treffen. Die Welt kann so nicht weitermachen, das gilt auch für uns.

Wo kommen
unsere Lebensmittel her?
Foto: Andreas Kläger

#doppelmoral – Wie cool ist Pfadfinden zwischen F4F und WSJ?