Kreuzpfadfinden – seit über 100 Jahren lebendige Erwachsenenarbeit

Als wir jedoch auf dem diesjährigen Bundeslager eine Einladung zum Kreuzpfadfindentreffen an alle Kochgruppen versandten (Der Lagerpost sei Dank!), kam auch folgende Rückfrage: „Was ist Kreuzpfadfinden?“

Hier kommt unsere Antwort:

Kreuzpfadis (Kreuzpfadfinder*innen) sind Erwachsene (18+), die das christliche Pfadfinden über ihre Kinder- und Jugendzeit hinaus als Lebenseinstellung annehmen wollen.

Die Werte und Überzeugungen des internationalen Scoutismus, der Bündischen Jugend und des Christentums werden dabei als Grundlage und Orientierung für den eigenen Lebensweg aufgefasst. Dabei sind Kreuzpfadis keine Einzelgänger, sondern suchen die überbündische Gemeinschaft ihrer Pfadfigeschwister. Es gibt das Kreuzpfadfinden mittlerweile in mehr als zehn Pfadibünden.

Kreuzpfadfinden im VCP unterstützt die Jugendarbeit bei Bedarf, ist aber eine eigenständige Form der Erwachsenenarbeit. Kreuzpfadis treffen sich in regionalen Runden und halten untereinander Kontakt.

 

Diese Form der überbündischen evangelischen Erwachsenenarbeit ist im nationalen und internationalen Vergleich etwas Außergewöhnliches. Während im Ausland und auch bei vielen anderen deutschen Bünden und Verbänden Erwachsene jenseits des Ranger*Rover-Alters Leitungsaufgaben übernehmen, wird weitere Erwachsenenarbeit oft abgelehnt. Für die mit dem Pfadfinden aufgewachsenen jungen Menschen bedeutet dies den Austritt aus ihrem Bund.

Dies ist in den evangelischen Pfadi-Bünden dank der Tradition des Kreuzpfadfindens unmöglich. Erwachsene gehören hier selbstverständlich und schon immer dazu. Und dies nicht nur als Gruppenleitung, sondern auch als einfaches Mitglied im Sinne des Lebenspfadfinder*innentums.

 

Neben der anp und der grauen Kluft ist das Kreuzpfadfinden eine der am längsten lebendigen Traditionen des christlichen Pfadfindens. Die Wurzeln sind noch in den Vorgängerbünden des VCP zu finden, der ja im nächsten Jahr auch schon sein 50-jähriges Jubiläum feiern wird.

Nach dem Verbot der Jugendarbeit durch die Nazis existierte die Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands (CP) von 1934-1937 als reiner Erwachsenenbund von Kreuzpfadfindern. Diese waren es, die während der Verbotszeit im Untergrund Kontakt hielten und unmittelbar nach dem Krieg eine Wiedergründung und ab 1947 den Aufbau neuer Gruppen im Jugendbund ermöglichten.

Die Kreuzpfadfinderinnen des damals ebenfalls verbotenen Bundes Christlicher Pfadfinderinnen (BCP) erlebten eine ähnliche Geschichte. Sie waren es, die sich noch mitten im Krieg und in der Verbotszeit 1942 in der Osternacht auf einem Friedhof in Castell eine neue Ordnung gaben. Und auch sie standen nach dem Krieg bereit, um neue Gruppen aufzubauen.

Pfadfinden im Verborgenen

Und was ist jetzt aus unserem Treffen in Neustadt geworden?

Etwa 20 Kreuzpfadis und Interessierte haben sich getroffen. Sie kamen aus ganz Deutschland zwischen Allgäu und Küste. Im Vordergrund des Treffens standen der persönliche Austausch und eine Sammlung von Ideen, wie Kreuzpfadfinden innerhalb der Erwachsenenarbeit seinen Stellenwert behalten kann.

 

Neugierig geworden?

Dann informiere dich unter www.kreuzpfadfinder.de über die nächste Rüste (Info- und Schulungswochenende über das Kreuzpfadfinden) oder eine Kreuzpfadi-Runde in deiner Nähe!

 

RÜSTE Kreuzpfadfinden

Kreuz der Kreuzpfadfinder*innen zum Anstecken
Foto: Stephanie Drücke

 

Unser Zeichen ist seit über 100 Jahren das Pfadfinderkreuz.

Unser Versprechen lautet seit über 90 Jahren:

Ich kenne die Grundsätze der Christlichen Pfadfinderschaft und will im Vertrauen auf die Kraft und Hilfe Gottes danach leben. Ich will das Pfadfinderkreuz tragen als Zeichen der Verbundenheit mit den Brüdern und Schwestern, als Mahner zu treuem christlichem Wandel, als Bekenntnis zu meinem Herrn Jesus Christus.

Herzlich Gut Pfad und Gottes Segen

steffie und Henning