Kurz gefragt: Was essen wir auf dem Bundeslager?

Eine Frage an Caspar von Schoeler

Regional, saisonal, ökologisch – was wird das?

Wenn man etwas zum ersten Mal macht, ist es Innovation, beim zweiten Mal ist es Gewohnheit und beim dritten ist es Tradition. So sagt das Sprichwort. Deshalb freuen wir uns, dass unser Verpflegungskonzept auf dem Bundeslager 2017 in Wittenberg mit regionalen, saisonalen und ökologischen Lebensmitteln (wie 2010 in Almke und 2014 auf dem Schachen) schon Tradition hat.

„Regional“ bedeutet, dass wir versuchen, unsere Lebensmittel aus einem Umkreis von nicht mehr von 100 Kilometern vom Lagerplatz entfernt zu beziehen. Natürlich wird es aber auch Dinge geben, die eine weitere Anreise hinter sich haben. Kaffee gedeiht nun mal hier nicht so gut …

Saisonal – kann man sich da drauf verlassen?

Der Sommer – also die Zeit Ende Juli – ist zumindest für den Gemüseanbau eigentlich ideal – es sei denn, du bist Spargel-Fan… dann sind wir mit dem Bundeslager zu spät dran. Die meisten Gemüsesorten haben während des Lagers Saison und sind relativ sicher verfügbar. Aber schaut euch doch selber mal einen Saisonkalender an (es gibt etliche im Internet, z.B. regional-saisonal.de )

Klar ist aber, dass die saisonale Versorgung von 5.000 Pfadfinderinnen und Pfadfindern fast überall eine Herausforderung ist. Was passiert, wenn der Sommer kalt oder regnerisch wird, oder zu heiß und trocken? Das ist natürlich eine planerische Unsicherheit – aber wir sind darauf vorbereitet und können auch kurzfristig reagieren, wenn es sein muss. Nicht zuletzt deswegen sind wir schon seit Monaten aktiv und haben inzwischen ein Netzwerk aus mehr als 20 Lieferanten aus der Region aufgebaut. Wir sind daher sicher, dass die rund 150.000 Mahlzeiten auch auf dem Lagerplatz ankommen werden!

Und das ganze ökologisch – also bio, oder was?

Öko ist nicht immer gleichzusetzen mit Bio. Wir wollen so viel wie möglich Bio-zertifizierte Ware kaufen. Aber nur weil Bio draufsteht, muss es nicht gut für die Natur sein (Ein drastisches Beispiel: Bio-Erdbeeren aus Chile im Dezember sind eben genau nicht ökologisch). Daher wägen wir immer genau ab, ob wir nun „Bio“ oder einfach nur „Regio“ kaufen, weil wir damit unnötige Transport-, Lager- und Kühlaufwände vermeiden. Für uns ist es entscheidend, dass wir uns bewusst für bestimmte Lebensmittel oder Produzenten entscheiden. Wir wollen – gerade auch aus unserer pfadfinderischen Überzeugung heraus – eben mit den Menschen vor Ort zusammenarbeiten und nicht nur einen leeren Lagerplatz, sondern auch gute Erinnerungen (und den einen oder anderen Euro) in den Strukturen der Region hinterlassen. Das machen wir soweit es möglich und sinnvoll ist – aber wir sind dabei nicht dogmatisch. Also keine Sorge: Die Schokocreme wird wieder von Ritter Sport aus Baden-Württemberg kommen…

In diesem Sinne schauen wir voller Freude (in die Weite und) auf das Bundeslager – und hoffen jetzt schon, dass ihr genug Hunger mitbringt.