Mehr Meer – weniger VCP Stämme?

Wie der Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel uns vor Ort betrifft

von Sören Bröcker

Vor wenigen Wochen gab es in Hamburg mal wieder ein größeres Hochwasser – man könnte meinen, soweit so normal. Dass der Fischmarkt unter Wasser steht und dabei viele Schaulustige anlockt, das sind die Hamburger*innen gewohnt. Bei Wasserständen, die über das Übliche hinaus gehen, wird immer wieder von der Flutkatastrophe von 1962 gesprochen, bei der 320 Menschen starben.

In ganz Norddeutschland kommen Hochwasser immer mal wieder vor. Eine zusätzliche Herausforderung ist jedoch der allgemeine Anstieg des Meeresspiegels durch den menschengemachten Klimawandel.

Viele VCP-Stämme sind (rein regional gesehen) von einem Anstieg des Meeresspiegels direkt oder indirekt betroffen. Bedeutet daher mehr Meer = weniger VCP Stämme?

Hauptgründe für den Anstieg liegen auf der Hand:

Zum einen schmelzen bei steigenden Temperaturen die Gletscher an Arktis und Antarktis, als auch in den Gebirgen, zum anderen dehnt sich Wasser genauso wie alle Körper bei Wärme aus (thermische Ausdehnung).

Der Meeresspiegelanstieg der Zukunft wird durch Klimamodelle simuliert.

Aussagen über den Anstieg sind allgemein mit großen Unsicherheiten behaftet, da weder der zukünftige Ausstoß von Treibhausgasen (und damit die Erderwärmung) exakt bestimmt werden kann, noch weiß man genau, wie sich die großen Eisschilde an Nord- und Südpol bis zum Ende des 21. Jahrhunderts verhalten werden.

Im jüngsten Bericht des Weltklimarates ist zu lesen, dass der globale Meeresspiegel zwischen 1901 und 2015 um 19.5 cm angestiegen ist. Das entspricht 1,7mm/ Jahr. Seit Beginn der Satellitenbeobachtung im Jahre 1993 lag die Anstiegsrate bei 3mm/Jahr.

Die durch einen Meeresspiegelanstieg am stärksten gefährdeten europäischen Küstengebiete befinden sich insbesondere im östlichen England, an den Nordseeküsten der Niederlande, Belgiens, Deutschlands und Dänemarks.

Die betroffenen Staaten reagieren durch verbesserten Küstenschutz auf diesen Anstieg. Wichtig hierbei ist nicht nur die Höhe, sondern auch die Geschwindigkeit des künftigen Anstieges. Es gibt auch einige Gebiete, die nicht durch Deicherhöhungen geschützt werden können: zum Beispiel die Düneninsel Wangerooge (siehe Stammesvorstellung im Blog) oder tief liegende Gebiete an Flüssen mit direkter Verbindung zur Nordsee, wie eben in Hamburg.

Bei einem Meeresspiegelanstieg in Deutschland von 1m sind rund 14.000 km2 Fläche und 1,5 Millionen Menschen in Deutschland gefährdet. Bei einem Anstieg von 5m sind es schon 22.000 km2 und 2,9 Millionen Menschen.

Ist durch den klimabedingten Meeresspiegelanstieg die #Pfadiheimat für einige VCP-Stämme gefährdet?

Quelle: https://www.climatecentral.org/uploads/media/CoastalDEM_2.1_Scientific_Report_.pdf