Norm? Pff!

von Rebecca Haugwitz

Wenn man den Duden befragt, so wird „Norm“ zunächst definiert als „allgemein anerkannte, als verbindlich geltende Regel für das Zusammenleben der Menschen“, als zweite Definition steht dort „übliche, den Erwartungen entsprechende Beschaffenheit, Größe, Qualität o.Ä.; Durchschnitt“.

Klingt eigentlich ziemlich langweilig.

„Norm“ steckt ja zum Beispiel auch in „Normalität“, was für die meisten Menschen ein eher negativ konnotiertes Wort ist.
Dabei sind Normen und Werte sonst ja etwas Gutes. Sie sind uns sehr wichtig, da sie als Grundlage des guten, richtigen Zusammenlebens gelten. Nahezu alle Entscheidungen, die wir treffen, sind auf sie zurückzuführen.

Für uns im VCP sind zum Beispiel vor allem die christlichen Werte sehr wichtig.
Nach ihnen wollen wir unser Handeln ausrichten, deshalb tragen wir das „C“ in unserem Namen.

Werte und Normen, alles schön und gut. Aber um wieder zur „Norm“ zurückzukehren: Der Durchschnitt, der zwar auf allgemeinem Konsens beruht, lässt nun auch nichts außergewöhnlich Gutes zu.
„Den Erwartungen entsprechend“, das klingt ja nicht gerade schön. Wir sehnen uns eher nach „atemberaubend“, nach „überraschend“, nach „außergewöhnlich“.
Das alles bedeutet, dass etwas von der Norm abweicht.

Also warum versuchen wir so oft, „normal“ zu sein, warum wollen wir uns der Norm angleichen?

Meistens, wenn wir merken, dass an uns etwas anders ist als an anderen, finden wir das erst einmal schlecht und wollen es ändern. Wir machen vielleicht Diäten, kontrollieren unser Lachen oder hören mit etwas auf, das wir vorher eigentlich gern getan haben.
Immer arbeiten wir an uns selbst. Aber wozu das Ganze, wenn am Ende nur ein langweiliger, genormter Einheitsbrei aus uns allen wird?

Lasst uns doch lieber unsere Einzigartigkeiten wertschätzen und schützen, lasst uns uns selbst feiern, so wie wir eben sind. Nur so bleibt die Welt ein bunter Ort, in der jede*r einen Platz hat.

Neue Methodensammlung für die Präventionsarbeit im VCP