Pfadfinden weltweit – der VCP ist dabei

Von Jule Lumma, Ludwigshafen

An der 3. wissenschaftlichen Fachtagung „Pfadfinden weltweit. Verortung einer transnationalen Bildungsidee und Jugendbewegung“ vom 21. bis 23. Februar in Mainz nahmen rund Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus unterschiedlichen Bünden und Verbänden teil. Ausrichter waren die Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität und der Pfadfinderhilfsfond e.V. Schirmherr war Altbundespräsident Horst Köhler.

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Fachtagung „Pfadfinden weltweit” Foto: Jule Lumma

Der VCP stellte einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unter anderem Bundesvorsitzende Jule Lumma und Generalsekretär Jan Behrendt, aber auch Referentinnen und Referenten: Prof. Dr. Annette Scheunpflug, Hartmut Keyler und Jörg Brandmeyer.

Als Auftakt gab Hartmut Keyler einen Einblick in die Entwicklung der World Organization of the Scout Movement (WOSM) und Pfadfinden in Deutschland. Annette Scheunpflug von der Universität Bamberg und Vorsitzende des Kuratoriums Evangelische Stiftung Pfadfinden, stellte einige ihrer Forschungsergebnisse vor. Diese thematisieren, wie Jugendliche in Begegnungsreisen andere Menschen und Kulturen wahrnehmen und sich dadurch der Blick auf die „Weltgesellschaft“ entwickelt. Marius Harrig, Universität Mainz berichtete von einem Forschungsprojekt in zwei sozial benachteiligten Stadtteilen in Bremen und versuchte daraus, Rückschlüsse für die pfadfinderische Arbeit zu ziehen. Er sah große Chancen für pfadfinderische Arbeit in Schulen. Das führte im Anschluss an seinen Vortrag zu lebhaften Diskussionen über die Chancen und Risiken für Pfadfinden in der Schule.

Wilfried Breyvogel aus Essen stellte Symbole und Embleme der Pfadfinder und Wandervögel im Deutschland des 20. Jahrhunderts vor. Dabei warf er die Frage auf, ob Pfadfinden ein selbstständiger Teil der Jugendkultur sind. Sonja Werle, Universität Frankfurt und aktive Pfadfinderin lenkte anschließend den Blick auf die pfadfinderischen Methode. Im Mittelpunkt ihres Vortrages standen die Kernelemente der pfadfinderischen Arbeit, wie sie WOSM in seinen Statuten vorgibt.

Jörg Brandmayer thematisierte in seinem lebhaften Vortrag Homophobie bei den Boy Scouts of America. Der VCPer berichtete dabei auch über eigene Erfahrungen. Gideon Botsch aus Potsdam sprach über Nationalismus und Militarismus in der Pfadfinderbewegung. Der Abschlussvortrag kam von Cheikh Khaled Bentounes und Mitgliedern des Bundes Moslemischer Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BMPPD). Sie gaben einen Einblick in die Arbeit der moslemischen Pfadfinder und Pfadfinderinnen in Frankreich und Deutschland.

Die Fachtagung ermöglichte einen Einblick in die wissenschaftliche Sicht auf Pfadfinden und gleichzeitig auch, sich mit persönlichen Eindrücken auseinander zu setzen. Die Vorträge werden in einem Dokumentationsband des Springerverlages zum Jahreswechsel erscheinen.