Pfadfinder nehmen nach dem Hochwasser die kirchliche Jugend in Rheinbach im „Pfadihaus“ auf.

Die evangelische und katholische Kinder- und Jugendarbeit kann ihre Räume – flutbedingt – auf längere Zeit nicht mehr nutzen.

Auf Nachfrage aus einem Arbeitskreis des Jugendhilfeausschusses der Stadt Rheinbach haben sich die Pfadfinder*innen vom VCP Gau Tomburger Schar dazu entschieden, zu helfen. Die kirchliche Jugendarbeit soll die Räume im Pfadfinderhaus in der Mozartstraße mitnutzen bis deren Jugendeinrichtungen im Live und dem Jugendzentrum Brahmsstraße renoviert sind.

Seit Mitte-Ende November läuft die gemeinsame Nutzung der Räume. Für die Pfadfinder*innen war es sehr wichtig, dass die Arbeit der Kirche weitergeführt werden kann und sie waren froh ihren Beitrag leisten zu können. Pfr. Diethard Römheld: „Die Evangelische Kirchengemeinde ist den Christlichen Pfadfindern sehr dankbar für ihre Gastfreundschaft. Es ist gut, dass wir uns gerade in schweren Zeiten gemeinsam für die Belange der Jugend einsetzen können.“ Gereon Schulte-Beckhausen für den Kirchenvorstand von St. Martin: „Für die kath. Kirchengemeinde darf ich mich im Namen des Kirchenvorstandes bei den Pfadfindern für Ihre unkomplizierte Hilfe bedanken. Es ist schön zu wissen, dass in der Jugendarbeit hier in Rheinbach so gut zusammengearbeitet wird. Durch die „neue“ Bleibe kann für die Jugendlichen weiterhin ein Angebot aufrechterhalten werden. Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist dies ungeheuer wichtig.“

„Wir Pfadfinder möchten unseren Beitrag leisten um die kirchliche Jugendarbeit zu unterstützen.“ sagt Victoria Peters als verantwortliche Gruppenführerin. „Wir freuen uns über jedes Mädchen und jeden Jungen, die bei uns mitmachen möchten. Der VCP hat neue Gruppen in Rheinbach und Meckenheim gegründet und nimmt gerne Kinder im Alter 8 bis 10 Jahren auf. Nähere Information unter: Instagram: @vcp_gts oder https://vcp-gts.de/

Rheinbach „Pfadihaus“

Foto: Gerda Saxler Schmidt

Von links nach rechts:
• Paul Cyrys, Stammesführer Pfalzgraf Ezzo, Rheinbach
• Clemens Maurer, Thingvorstand Gau Tomburger Schar,
• Julia Hofmann, Jugendpflegerin der Stadt Rheinbach;
• Sven Kraywinkel, Leiter des katholischen Jugendzentrums LIVE,
• Christoph Maurer, VFCP (Verein der Freunde und Förderer des Stammes „Pfalzgraf Ezzo“ im Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) in Rheinbach);
• Kristina Bogapov, Mitarbeiterin im LIVE;
• Oleksandra Schiller, Mitarbeiterin im LIVE;
• Johannes Parting, Stellv. Leiter des LIVE
Stehend:
• Diethard Römheld, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde in Rheinbach und Vorsitzender des Presbyteriums;
• Gereon Schulte–Beckhausen, Erster stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes von St. Martin Rheinbach

Hintergrund der Pfadfinder*innen:

Die Weltorganisation der Pfadfinderbewegung (WOSM) ist mit knapp 60 Mio. Mitgliedern die größte Kinder- und Jugendbewegung der Welt und wurde 1907 in England durch Robert Baden-Powell gegründet.
In Deutschland haben sich die fünf von den Weltverbänden anerkannten Pfadfinder*innenverbände zum Ring deutscher Pfadfinder*innenverbände e.V. (rdp) zusammengeschlossen in welchen sich 200.000 Menschen engagieren.

Darin befindet sich der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) e.V. mit 47.000 erreichten Mitgliedern, dem die Erziehung zu Toleranz und Demokratiefähigkeit, Schutz von Natur und Umwelt, die Orientierung am Evangelium, Internationalität, aber auch Spaß am Abenteuer, Fahrt und Lager wichtig ist.

Die Pfadfinderbewegung hat in der Region eine lange Tradition, die bis in die 50er Jahre zurückgeht. Die VCP-Stämme „Pfalzgraf Ezzo“ (Rheinbach) und „Herigar“ (Meckenheim) bestehen seit 1975 bzw. 1982. Die regionale Gruppierung ist der „Gau Tomburger Schar (GTS)“ mit vier Pfadfinderstämmen.

Weltverbesserer:

In der Mission die Welt ein Stück besser zu machen nehmen drei Pfadfinder*innen am Scout of the World Award (SWA) teil. Dies ist ein Programm der Weltorganisation der Pfadfinderbewegung. Dabei setzen die Pfadfinder*innen sich mit den Nachhaltigkeitszielen (SDG’s) der UN auseinander. Sie versuchen ein globales Problem auf eine lokale Ebene runter zu brechen und in lokalen Projekten umzusetzen. Dieses Programm fußt auf dem Vermächtnis Lord Baden-Powells an die Pfadfinderbewegung:
„Doch der wahre Weg, Glück zu erlangen, besteht darin, andere Menschen glücklich zu machen. Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt.“