Pfadfindungsanträge von Bundesversammlung beschlossen: Der Verbandsentwicklungsprozess nimmt weiter Fahrt auf

Die Pfadfindung nimmt weiter Fahrt auf: Die Delegierten der Bundesversammlung haben sich inhaltlich mit den aufbereiteten Ergebnissen der Regionalkonferenzen beschäftigt und zwei Anträgen zur Verbandsentwicklung zugestimmt.

Die Segel für die weitere Entwicklung des Verbandsentwicklungsprozesses wurden mit dem ersten Antrag und den beschlossenen Zielsetzungen in den Handlungsfeldern „Pfadfinder*in sein“, „VCP sein“, „Zukunftsfähig sein“, „Vorbereitet sein“ und „Offen sein“ sowie den übergeordneten Zielen gehisst (Beschluss der Ziele für die Handlungsfelder der Pfadfindung).

Doch was genau sind die Zielsetzungen in den einzelnen Handlungsfeldern?

Übergeordnete Ziele:
• Wir sind ein wachsender Verband. In 2026 haben wir 20.000 mehr Mitglieder in unseren Gruppen vor Ort.
• Partizipation und Beteiligung ist im VCP für alle Mitglieder möglich.
• Unsere Kommunikation im Verband ist so aufgebaut, dass jede*r schnell und direkt notwendige Informationen erhält.

Pfadfinder*in sein:
• Wir überprüfen immer wieder, ob unser Handeln pfadfinderischen Grundsätzen entspricht. Ein besonderer Fokus dabei liegt auf:
o Standards bei Veranstaltungen
o Einem Bewusstsein für ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit
o Verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien und elektronischen Hilfsmitteln bei unseren Aktivitäten
• Lebenslanges Pfadfinden: Wir haben ein tragfähiges und attraktives Konzept für Erwachsene im Verband.

VCP sein:
• Wir können als Verband die Bedeutung des „C“ erklären hinsichtlich
o der Bedeutung der Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche
o der Bedeutung der Erfahrungen mit Glauben im gelebten Alltag
• Wir lösen bestehende Widersprüche zwischen der Stufenkonzeption und der Verbandsrealität auf. Anforderungen und Bedingungen von Stufenübergängen sind einem zeitgemäßen Bedarf angepasst.
• Die Rolle von Erwachsenen als Unterstützung für junge Menschen im Verband ist geklärt.
• Die Anwendung der pfadfinderischen Methode und die internationale Arbeit stärken die Persönlichkeitsentwicklung deutlich.
• Wir sind erkennbarer Vertreter der Interessen junger Menschen im politischen und gesellschaftlichen Diskurs.
• Wir haben auf allen Ebenen Partnerschaften mit kirchlichen Organisationen.
• Der rdp e.V. (Ring deutscher Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände) steht für „Pfadfinden in Deutschland“. Als Teil davon hat der VCP sein spezifisches Profil. Wir sind erlebbarer und einflussreicher Teil einer gemeinsamen pfadfinderischen Organisation.

Zukunftsfähig sein:
• Wir betreuen die Leitungen der Stämme intensiv und flächendeckend. So fördern wir junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung und in ihrem Aufgabenbereich (z.B. Stammesleitung, Gründung neuer Gruppen).
• Es gibt eine klare Aufgaben- und Ressourcenverteilung zwischen Bundes- und Landesebene.
• Auf Landes- und Bundesebene werden zusätzliche, bisher nicht erschlossene Finanzierungsquellen genutzt.

Vorbereitet sein:
• Wir schulen alle unsere Mitarbeitenden (insbesondere in Leitungsfunktion) vor oder zeitnah nach der Übernahme ihrer Verantwortungen spezifisch. Grundlage ist die Schulungsrahmenkonzeption.
• Wir haben klare Anforderungen an einzelne Leitungsrollen auf Landes- und Bundesebene.

Offen sein:
• Wir verbessern die Möglichkeit der Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen an allen Aktivitäten deutlich.
• Wir werden vielfältiger in unserer Mitgliederstruktur.

Wie diese Zielsetzungen genau entstanden sind, welche Überlegungen hinter den Anträgen stecken und wie sich der gesamte Prozess von der ersten Idee bis zu den endgültigen Zielen gestaltet hat, kann dabei in der Gesamtdokumentation Pfadfindung (Gesamtdokumentation) nachgelesen werden.

Die Bundesversammlung bot noch einmal die Gelegenheit sich mit der PG Pfadfindung über den Verbandsentwicklungsprozess auszutauschen.
Foto: VCP

Die Ziele des Verbandsentwicklungsprozesses sind beschlossen und was nun?

Genau dieses Thema greift der zweite Beschluss zur Pfadfindung auf (Beschluss zur Einsetzung einer Steuerungsgruppe). Zur Unterstützung des weiteren Verbandsentwicklungsprozesses wird bis zu seinem Abschluss im Jahr 2026 eine Steuerungsgruppe „Pfadfindung“ eingesetzt. Diese besteht aus Mitgliedern der Bundesleitung, des Bundesrats und der Bundeszentrale sowie thematisch sachkundigen Personen. Sie hat die Aufgabe auf Grundlage der Ergebnisse der Regionalkonferenzen und der beschlossenen Zielsetzungen einen Projektplan zu erstellen, Maßnahmen zu entwickeln und deren Umsetzung zu begleiten. Dabei steht sie in regelmäßigem Austausch mit der Bundesleitung und dem Bundesrat und berichtet jährlich der Bundesversammlung, sodass VCPer*innen auf jeder Ebene auf dem aktuellen Stand sind und den Planungsprozess weiterhin begleiten können.

Für 2024 ist zudem ein partizipativer Prozess der Reflektion über die Pfadfindung angedacht, welcher als Planungsgrundlage für weitere Entwicklungsprozesse und-schritte dienen kann. Die Bundesversammlung als höchstes beschlussfassendes Gremium kann durch Beschlüsse den Pfadfindungsprozess auch weiterhin beeinflussen und jede*r VCPer*in kann dazu beitragen die Ziele der Pfadfindung zu verwirklichen. Denn nur gemeinsam können wir unsere Ziele erreichen. Das ist der Wind in den Segeln unserer Pfadfindung!

Die Pfadfindungsanträge auf der Bundesversammlung