Roihu – das Feuerlager in Finnland

Von Isabel Alert

Für den Stamm Jan Hus aus Konstanz war das Roihu-Lager in Finnland das dritte internationale Pfadilager. „Roihu“ ist das finnische Wort für Feuer.

Finnland liegt ja nun eher nördlich und so begann schon lange vor dem eigentlichen Reisebeginn eine leidenschaftliche Debatte über die benötigte „Schlafsackdicke“ aus. 4 junge Erwachsene im Alter von 18 Jahren leiteten die 14-köpfige Gruppe. Sie hatten gerade die Schule hinter sich gebracht und noch keinerlei Aufgaben wie diese absolviert. Doch mit etwas Hilfe von ihrer Stammesleitung kümmerten sie um die Anreise per Flug und dann ging es per Bus zu den Gastfamilien. Das war der erste Programmpunkt vor dem Lager. Der Trupp wurde in Gruppen von mindestens zwei Personen eingeteilt, die bei jeweils anderen Gastfamilien unterkamen. Die Familien hatten meistens Kinder, die auch Pfadis waren und das Roihu besuchen würden. Alle waren anschließend von den schönen Einblicken ins Leben und die Kultur Finnlands begeistert, denn alle hatte eine einzigartige Zeit erlebt.

Ungewöhnlich für Zeltplätze: überall Bäume

Nach drei Tagen Familienaufenthalt ging es dann zum Roihu. Das Lager war in 6 Subcamps unterteilt und grenzte mit farbigen Absperrbändern die einzelnen Teillager ab. Die Badener kamen in das größte, das blaue „Unity“-Teillager. Der Aufbau verlief reibungslos und ganz schnell hingen die ersten Hängematten. Wenn es eines auf dem Lager genug gab, dann waren es Bäume. Sie standen überall – ganz anders als auf deutschen Zeltplätzen.

Die Verpflegung war etwas „speziell“. So gab es Teillagerküchen, die aber nicht selber kochten, sondern ihr Essen angeliefert bekamen. Über Qualität und Geschmack konnte man sich streiten, jedoch fiel auf, dass das „nichtvegetarische“ Essen sehr „fleischlastig“ war. Dieses  ist in der finnischen Kultur verwurzelt, war aber für unsere „Gelegenheitsfleischesser“ schwer zu akzeptieren: So bekam die vegetarische Essensausgabe immer mehr unangemeldete Kunden. Die freie Zeit, die man durch dieses Versorgungssystem bekam, konnte gut genutzt werden: Das Programm bot von Kanufahren bis Bogenschießen alles an. Auch gab es Angebote, die sich „Will o the wisp “ nannten. Hier konnte man zwischen einzigartigen Erlebnissen wählen, wie Hajken, dem Überleben allein im Wald für einen Tag, dem Marschieren mit der Armee und ähnlichem.

Cafés für jeden Geschmack

Toll war das Liveprogramm. Von Bands bis zu einer professionellen Moderation und Bühnenausstattung war für alles gesorgt. Besonders die Cafés waren beeindruckend. Jedes der Cafés war auf seine Weise besonders. So war das „Adultscafe“ beispielsweise ab 18 Uhr nur für Erwachsene zugelassen. Der „Club Encore“ beherbergte auf einer kleineren Bühne jeden Abend bis 2 Uhr nachts DJs aus ganz Finnland und lud so jeden Abend zum Partymachen ein. Wir nahmen am Programm teil, bauten einen Lagerturm, schaukelten viel in der Hängematte und probierten die tolle Sauna aus. Nachdem Lager besuchten wir Helsinki und dann ging es auch schon wieder zurück.

Die Finnlandfahrt wurde übrigens durch den Kinder- und Jugendplan möglich gemacht. Viele internationale Begegnungen (IB) werden gefördert. Bei Fragen hilft euch Erzsebet Haris in der Bundeszentrale: erzsebet.haris@vcp.de

Fördermöglichkeiten für Internationale Begegnungen 2017