Scouts – die Sitcom

Mitten im katholischen Münsterland, in der Diaspora zwischen vielen, vielen DPSG-Stämmen, da sind nicht alle Trachthemden beige. Denn da gibt es einen rührigen VCP-Stamm. Schon der biblische Name lässt auf Mut und Tapferkeit schließen: Stamm David aus Münster-Hiltrup.

Der Stamm hat rund sechzig Mitglieder in allen Altersstufen, einen Förderverein, fährt auf Pfingst- und auf Sommerlager und geht jetzt auch ins Filmgeschäft. Genauer gesagt, die Sippe Biber, bestehend aus Bjarne, Lara, Felix, Daniel, Linus und Philipp produziert eine Sitcom. Wie sie heißt? Überlegt mal….

Klar, natürlich: SCOUTS!

Bjarne Thorwesten erzählt Diane Tempel-Bornett, wie es dazu kam…

Bjarne: Auf unserer Weihnachtsfeier ist es üblich, dass jede Sippe sich einbringt und etwas aufführt, ein Lied, ein Gedicht oder so etwas. Wir, also unsere Sippe Biber sind gerade so im Übergang Pfadistufe, Ranger/Rover und da ist Singen und Spielen nicht mehr so angesagt. Deshalb haben wir für die Feier einen Weihnachtsfilm produziert. Das hat uns super Spaß gemacht und so kamen wir drauf, vielleicht eine Sitcom zu drehen.

Diane: Wie seid ihr an die Ausstattung dazu gekommen? Kameras, Mikrophone, Licht…?

Bjarne: Einer aus unserer Gruppe, Linus, ist ein echtes Filmtalent. Er kennt sich richtig gut mit Filmen aus, hat ein Auge für die verschiedenen Einstellungen, hat den Drehplan immer im Kopf. Und er kann super Videos schneiden. Er hat auch die Ausrüstung mitgebracht. Sonst könnten wir das so gut gar nicht machen.

Diane: Was ist das Hauptthema eurer Sitcom?

Bjarne: Klar, das musste irgendwas mit Pfadfinden sein. Wir haben in einer Gruppenstunde dafür die Charaktere entwickelt. Das sind: Jeff Isby, der Macho, Steven Walking, der Rollstuhlfahrer, der nicht sprechen kann und sich über einen Schreibblock mitteilt, der Pfadi-Nerd Justin Joule, der völlig ambitioniert eine Pfadigruppe gründen will, die Blumenverkäuferin Lola Vendel , die Vernünftige, die dafür sorgt, dass nicht alles völlig durcheinander gerät, Günther Spachtel, der verrückte Hausmeister und Timber Bang, der Geschäftsmann, der mit seinem Brennholzverleih das große Geld machen will. Und hier kommen dann auch die Pfadis ins Spiel. Drei der sechs Personen leben in einer WG, aber alle haben irgendwelche Berührungspunkte zum Pfadfinden und wollen einen Stamm gründen. Das ist die Pilotstory. Und dann kommen in den einzelnen Folgen entsprechende Geschichten dazu: Beziehungskuddelmuddel, WG-Leben, Vorlieben, Abneigungen…Wir haben schon das Drehbuch für zehn Folgen geschrieben, die wir umsetzen wollen.

Diane: Wenn ihr als Gruppe die Sitcom mit halbrealistischen Bezügen macht – das ist ja häufig bei Sitcoms – besteht da nicht die Gefahr, dass ihr da auch Insidergags drin habt, die nur ihr versteht, euer Publikum aber nicht?

Bjarne: Ja, das kann immer passieren. Die Sitcom war auch nie für ein großes Publikum geplant. Und wir sind positiv überrascht von dem Anklang, den sie findet. Es sind auch einige Eastereggs versteckt und Hintergrundgags eingebaut, so dass man auch beim mehrfachen Gucken noch etwas Neues entdecken kann…So freut man sich selbst auch, wenn man manche Gags schon wieder vergessen hatte, die dann wieder auftauchen.

Deswegen freue ich mich ja auch darüber, dass sich für den Film nicht nur Leute aus unserem Stamm, sondern auch viele andere interessieren. Wenn wir am Sonntag, den 31. Juli im Gemeindehaus die erste Folge vorführen, bin ich auf die Reaktionen gespannt. Da zeigt sich es dann auch, ob der Film auch für mehr Leute geeignet ist…

Diane: Wir wünschen euch viel Erfolg… und sind natürlich neugierig, wie es weitergeht.

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