Speile-Test: Railroad Ink

Horrible Games, Mailand / Italien; Asmodee, Essen, 2018
Autoren: Hjalmar Hach und Lorenzo Silva
1–6+ Spieler*innen, ab 8 Jahren, ca. 30 Minuten

Ihr begebt euch in die Rolle von Verkehrsplaner*innen und versucht euer Gebiet möglichst effektiv mit Straßen und Zugstrecken auszubauen. Dabei ist es wichtig, die Ausfahrten im Blick zu haben, die ihr geschickt miteinander verbinden müsst. Wo braucht es eine Brücke und wo einen Bahnhof? Wo setzt ihr eine Kurve, bevor ein Gleis im nirgendwo endet? Jede*r hat die selben Voraussetzungen. Es kommt also auf eure Entscheidungen an und die sollten gut durchdacht sein. Die beste Planung hilft allerdings nichts, wenn euch ein Fluss oder See in die Quere kommt. Oder noch schlimmer ein Vulkanausbruch oder ein Meteoriteneinschlag die ganze Arbeit zunichte macht.

Vier Würfel und ein Spielplan für jede*n, mehr braucht es nicht. Auf den Würfeln findet ihr verschiedene Streckenabschnitte: Geraden, Kurven und Abzweigungen. Darüberhinaus gibt es noch Bahnhöfe, mit denen ihr Straßen und Gleise verbinden könnt und Brücken, durch die Gleise und Straßen sich kreuzen können. Gespielt wird über sieben Runden. Am Anfang jeder Runde wird gewürfelt. Die nun ausliegenden Streckenabschnitte muss jede*r auf seinem*ihrem Plan einzeichnen. Dabei ist es die Hauptaufgabe, die Ausfahrten am Rande des Spielfeldes miteinander zu verbinden. Je mehr Ausfahrten am Ende miteinander verbunden sind, desto mehr Punkte gibt es. Zusätzlich zu den Streckenabschnitten auf den Würfeln, können dreimal pro Spiel Bonusstrecken eingebaut werden. Das sind besonders praktische Bahnhöfe und Brücken, die gleich alle vier Seiten der Felder miteinander verbinden können. Aber Achtung! Lose Enden geben am Schluss Minuspunkte. Zusätzliche Punkte sammelt ihr durch lange Strecken und die Felder in der Mitte des Plans. Mit insgesamt vier Erweiterungen (Fluss, See, Lava, Meteorit) bringt ihr noch mehr Abwechslung ins Spiel.

„Railroad Ink” ist ein Roll-and-Write-Spiel vom Feinsten. Das minimalistische Material und die durchdachten Regeln sorgen für ein großartiges und abwechslungsreiches Spielerlebnis. Sechs Spielpläne sind in jeder Box. Die Boxen könnt ihr beliebig miteinander kombinieren und so in nahezu jeder Gruppengröße spielen. Das ist ein großer Vorteil der Roll-and-Write-Spiele, bei denen jede*r ein eigenen Plan benutzt und die Würfel von allen genutzt werden. Die Spielpläne sind sehr liebevoll gestaltet, sodass ihr immer wieder schöne kleine Details entdecken könnt. Da ihr immer alle gleichzeitig eure Streckenabschnitte einzeichnet, fällt lästiges Warten zwischendurch weg. Die Spielpläne sind beschichtet und in der Box liegen abwaschbare Stifte, sodass die Pläne immer wieder verwendet werden können. Leider ist die Qualität der Stifte eher mies. Bei uns konnte man nur die Hälfte benutzen und das auch eher schlecht als recht. Wenn ihr häufiger spielt, empfiehlt es sich, ein paar gute abwaschbare Folienstifte anzuschaffen. Das Einzeichnen der Strecken kann aber nicht nur wegen der Stifte Probleme machen. Ihr müsst gut überlegen wo was hinpasst und wie ihr die Bonusstrecken am besten einsetzt. Bei uns ging es am Ende immer sehr knapp aus. Schon das Grundspiel macht viel Spaß. Besonders spannend wird es aber mit einer der vier Erweiterungen. In jeder der beiden Boxen gibt es zwei, für die jeweils zwei Extrawürfel gebraucht werden. Probiert es also einfach mal aus.

5 Pöppel vergibt Oliver Mahn