Spiele-Test: Carpe Diem

alea, Ravensburger, Ravensburg, 2018
Autor: Stefan Feld
2–4 Spieler*innen, ab 10 Jahre, ca. 60 Minuten

„Carpe Diem“ entführt euch in das alte Rom vor 2000 Jahren. Als reiche Patrizier versucht jede*r von euch ein Stadtviertel aufzubauen. Natürlich kommt es dabei darauf an, das Viertel möglichst gewinnbringend zu gestalten. Unterschiedliche Gebäude bringen euch Siegpunkte oder verschiedenen Waren, die ihr wiederrum gewinnbringend einsetzten müsst. Vier Wochen lang baut ihr an eurem Viertel. Wer am Ende die besten Gebäude errichtet hat und am geschicktesten gehandelt hat, gewinnt das Wetteifern um das lukrativste Stadtviertel Roms.

Jede*r von euch bekommt einen kleinen Plan, der Platz für euer Stadtviertel bietet. In vier Runden habt ihr Gelegenheit möglichst passende Gebäude zu bauen. Dazu müsst ihr entsprechende Plättchen vom großen Spielplan nehmen und bei euch anbauen. Manchmal kann es vorkommen, dass jemand anderes euch ein gutes Teil wegnimmt. Genauso könnt ihr aber euren Gegner*innen das passende Gebäude vor der Nase wegschnappen. Also müsst ihr auch einen Blick auf die anderen Stadtviertel haben. Stellt ihr Gebäude fertig, bekommt ihr spezielle Boni. So bringt eine Backstube Brot, ein Weinberg Wein oder die Händler zusätzliche Münzen. Nach und nach leert sich so der Plan in der Mitte. Ist eine Runde vorbei, gibt es Punkte. Dazu müsst ihr eure Figuren möglichst geschickt auf die Wertungsplättchen setzen. Besonders ärgerlich ist es, wenn ihr eurer Viertel strategisch aufgebaut habt und dann jemand anderes genau den gewünschten Platz auf den Wertungsplättchen besetzt. Habt alle immer einen Plan B. Für nicht erfüllte Aufgaben gibt es bei der Wertung Minuspunkte. Zusatzpunkte könnt ihr durch besondere Aufgaben in eurem Viertel bekommen.

„Carpe Diem“ ist ein sehr vielseitiges Spiel. Ihr habt eine Menge unterschiedlicher Möglichkeiten Punkte zu sammeln und zu gewinnen. Zusätzlich ist das Spiel in jeder Partie anders und von neuem spannend, da die Wertungsplättchen immer wieder neu angeordnet werden. So ist keine Partie wie die andere. Der Mechanismus zum Nachziehen der Bauteile ist clever und führt dazu, dass ihr euch immer schon über den nächsten und übernächsten Schritt Gedanken machen müsst. So frisch das Spielprinzip ist, so unschön ist leider die Gestaltung. Schon der Karton wirkt sehr lieblos. Das abgebildete Spielmaterial unterscheidet sich von dem im Karton. Die Luftperspektive auf den Gebäudeplättchen ist pfiffig, aber leider nicht schön umgesetzt. Teilweise ist das auch für das Spielen sehr nervig, z.B. wenn beim Spielaufbau die hell- und dunkelgrünen Plättchen kaum zu unterschieden sind. Dennoch ist „Carpe Diem“ ein Spiel, das uns Spaß gemacht hat. Das Thema ist interessant und die Umsetzung durchdacht.

5 Pöppel vergibt Oliver Mahn