Tschö mit ö

„Es ist derjenige der Glücklichste, der mit dem geringsten Bedauern zurückblicken kann.“ Lord Robert Baden-Powell

Foto: VCP/Caroline Winnicker

Und ich denke, das kann ich. Mein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der VCP-Bundeszentrale ist nun vorbei und ich blicke zurück auf ein Jahr voll neuer Perspektiven, aufschlussreicher Erkenntnisse und interessanter Begegnungen. In meinem Abschlussgespräch wurde ich gefragt, welche drei Dinge ich gelernt habe. Schwierige Frage, denn eine zufriedenstellende Antwort darauf gibt es gar nicht. Man lernt in einem Jahr unheimlich viel, sodass man sich am Ende gar nicht mehr so genau daran erinnern kann, obwohl (oder gerade weil) man es so verinnerlicht hat. Ich habe mich natürlich dennoch an einer Antwort versucht:

  1. Kommunikation ist sehr wichtig und sehr schwierig. Zunächst einmal ist es ganz anders, ob man als Ehrenamtliche*r oder als Hauptamtliche*r mit jemandem spricht. Als Hauptamtliche musste ich sehr viel mehr darauf aufpassen, was ich sage und wie ich es sage. Am Anfang war das etwas schwierig. Außerdem ist es wichtig, immer alles mit der/den richtigen Person/en zu klären. Ich habe mir selbst schon einige Steine damit in den Weg gelegt, dass ich nicht mit allen Betroffenen kommuniziert und das meiste selbst in die Hand genommen habe. Das bringt mich auch schon zum nächsten Punkt:
  2. Es ist vollkommen in Ordnung, Fragen zu stellen oder um Hilfe zu bitten. Wirklich niemand erwartet von einem, dass man alles sofort perfekt kann. Vor allem in einem Jugendverband wie unserem wird man bei Unsicherheit immer Unterstützung erfahren. Und wenn mal etwas nicht so funktioniert, wie man sich das vorgestellt hat, dann ist das keine Schande. Am Ende kommt immer etwas Gutes heraus, auch wenn der Plan sich geändert hat. Manchmal nimmt man sich auch etwas vor, aus dem dann am Ende doch nichts wird. Ich wollte ja zum Beispiel eigentlich öfter auf dem Blog über mein FSJ berichten und es kam dann nach dem ersten Tagebucheintrag nichts mehr, weil ich es leider nicht geschafft habe. Das kommt vor, stößt aber bei den meisten auf Verständnis und ist nur halb so schlimm.
  3. Auch wenn man sich seine Gruppe oft nicht aussuchen kann – Es ist sehr hilfreich, ein Team zu sein. Wenn man sich abgehängt oder ausgeschlossen fühlt, vertreibt einem das schnell den Spaß an der Arbeit und die Ergebnisse werden auch nicht so gut, wie sie sein könnten. Es gibt natürlich auch Menschen, denen egal ist, mit wem sie zusammenarbeiten. Ich bin aber eher ein harmoniebedürftiger Mensch, daher ist Teambuilding mir wichtig.

Ja, am Ende läuft doch alles auf Kommunikation hinaus. Zumindest bei mir ist das oft der Knackpunkt und ein wichtiges Thema. Deshalb werde ich mich auch weiterhin damit beschäftigen.

„Der Mensch, der keine Pläne macht, macht im Leben keine Fortschritte.“
Lord Robert Baden-Powell

Mein Plan ist es nun nach dem FSJ in Dresden Medienforschung und Medienpraxis zu studieren, später kann ich dann meinen Schwerpunkt auf PR und politische Kommunikation legen. Während meiner Zeit in der Bundeszentrale habe ich viele Artikel für den Blog und die anp geschrieben und unsere Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auch an anderen Stellen unterstützt. Das war schon bei der Bewerbung mein Wunsch, denn redaktionelle Arbeit liegt mir und macht mir Spaß. Ich weiß aber auch, dass ich noch vieles lernen und mir erarbeiten muss, doch wie BP schon gesagt hat:

„Wenn du deinen Weg durchs Leben machst wirst du Freude daran haben, neue Herausforderungen anzunehmen.“

Und da kann ich ihm nur zustimmen. Jeder neue Lebensabschnitt birgt ganz andere Hindernisse, derer ich mich mit Freuden annehmen werde. Jedes Überwinden einer Hürde bringt mich weiter und lässt mich wachsen.
Das klingt jetzt alles wieder sehr pathetisch, das ist eben so eine Sache, an der ich noch arbeiten muss. Manchmal ist es aber doch auch ganz schön so, oder?

Becci out. 😉